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Dillingen ruft und viele kommen…

Am 25. & 26. Januar findet in Dillingen eine hoch interessante Tagung zum Thema „Netzwerkbildung und Wissensteilung – Schule als Learning Community“ statt. Vortragende sind unter anderem das bereits eingespielte Team von Prof. Dr. Gabi Reinmann, Prof. Dr. Peter Baumgartner und Prof. Dr. Beat Doebeli Honegger.

Was wäre ich gerne dabei. Allein ein Vortrag dieser Art wäre eine Anreise wert. 🙂

Die Workshops werden von ‚praktizierenden‘ und ‚wissenschaftlichen‘ Pädagogen durchgeführt. Dabei würde mich vor allem das Thema „Organisation und Teilen von Wissen durch Wiki und Blog“ vom Lehrerzimmerblogger Thomas Rau interessieren. Seinen Blog zur Vorbereitung von Dillingen kann man hier einsehen.

Ob ich es irgendwie schaffe, vorbei zu kommen? Ich vermute nein (Unterricht…). Aber vielleicht tut sich ja etwas Unerwartetes auf.

Mehr Informationen: http://alp.dillingen.de/lc/

Gedanken rund um LaTeX

Kleiner Lesetipp für jene, die mit LaTeX bereits arbeiten oder bisher mehrere Anläufe gewagt haben, aber noch nicht richtig war geworden sind. Peter Baumgartner hat seine Gedanken zu LaTeX dazu genutzt, die OpenSource Idee und praktische Anwendungsbeispiele zu verknüpfen.

LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind—Gedankensplitter

Aus aktuellem Anlass

Modernisierung ist aber – um in einem Vergleich Max Webers zu sprechen – kein Fiaker, aus dem man, wenn es einem nicht passt, an der nächsten Ecke wieder aussteigen kann.

Wer wirklich die Kleinfamilie in den Formen der fünfziger Jahre wiederherstellen will, der muss die Uhren der Modernisierung zurückdrehen, das heisst: nicht nur versteckt – z.B. durch Mutterschaftsgeld oder durch Imagepflege der Hausarbeit – die Frauen aus dem Arbeitsmarkt verdrängen, sondern offen, und zwar nicht nur aus dem Arbeitsmarkt, sondern gleich auch aus der Bildung; das Lohngefällt wäre zu verstärken; letztlich müsste auch die gesetzliche Gleichstellung rückgängig gemacht werden: es wäre zu prüfen, ob das Unheil nicht schon beim allgemeinen Wahlrecht angefangen hat; Mobilität, Markt, neue Medien und Informationstechnologien usw. wären einzuschränken oder zu verbieten.

Kurz, die unhalbierbaren Prinzipien der Moderne müssten halbiert werden, und zwar dem einen Geschlecht – natürlich – zugewiesen, dem anderen – natürlich – vorenthalten werden und dies ein für allemal.

Quelle: U. Beck: Risikogesellschaft – Auf dem Weg in eine andere Moderne, edition suhrkamp, Frankfurt a. M, 1986, S. 198.

Schule-anders-denken

Das Studiemseminar Wuppertal veranstaltet in Kooperation mit dem Gymnasium Bayreuther Straße eine interessante Vortragsreihe zu dem Thema:

Schule anders denken

In der Reihe sprechen im Laufe des aktuellen Schuljahres namhafte Persönlichkeiten, die aus eigener Erfahrung von Ideen berichten, wie Schule und Lernen neu gedacht werden können.

Peter Fratton (SBW-Lernhäuser in der Schweiz)
Dr. Silke Traub (PH Schwäbisch Gmünd)
Dr. Salman Ansari (ehem. Leiter der Mittelstufe der Odenwaldschule)
Annemarie von der Groeben (ehem. didaktische Leiterin der Laborschule Bielefeld)
Brigitte Reinbacher-Kaulen
Dr. Wilhelm Rotthaus (Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie)

Weitere Informationen finden sich hier: www.schule-anders-denken.de

Max Weber

Zeno.org ist die größte Online-Bibliothek im deutschen Sprachraum. Ihr Inhalt reicht über viele Wissensbereiche. Zeno.org präsentiert eine viele Epochen und Kulturen umspannende Sammlung literarischer Texte und eine Fülle von hochberühmten Lexika, Handbüchern und Nachschlagewerken.

Unter anderem findet sich dort eine umfassende Sammlung von Max Weber  (bisher leider der einzige Soziologe, der bedacht worden ist…).

Für Recherchearbeiten hervorragend geeignet. Wer die Bücher aber dann wirklich lesen möchte, sollte sich die gedruckten Ausgaben beim Buchhändler seiner Wahl holen. Notizen und die Abnutzung gehören dazu.

Bildungsrevolution Bologna?

Auf der gerade beendeten GMW Tagung 2007 hat Professor Dr. R. Schulmeister in seiner Eröffnungsrede die aktuelle Situation des Bildungswesens (hier Schwerpunkt Hochschule) beschrieben. Er nimmt sich dazu den Bologna-Prozess vor und stellt fünf „unzeigemäße Behauptungen“ auf, die die ganze Tragweite und Dramatik der aktuell laufenden Bemühungen beschreibt.

Schulmeister auf der GMW Tagung

(Video ab Minute 19 ff.)

Was passiert, wenn der „utopische Überschuss“ der Universitäten langsam aber sicher verloren geht?

Berufsausbildung statt wissenschaftliche Bildung?

Auch die Schulen werden davon nicht verschont… Und sei es sekundär durch die Lehrerausbildung.

 

Quelle: http://www.gmw07.de/Archiv/videoarchiv_mi.php

Kooperationen zwischen Schulen und der „freien Wirtschaft“

In der Sueddeutschen findet sich ein Interview mit Vertretern von Schule, Gewerkschaft und Telekom über den Sinn oder Unsinn von Werbung an Schulen. 

Herr Meidinger vom Philologenverband meint, dass eine Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft nur dann stattfinden sollte, wenn die Schule vollkommen neutral und ohne Produktwerbung weiter bestehen könnte. Ist das der Sinn von Kooperationen? Eine Seite schmückt sich mit den Vorteilen und diktiert der anderen Seite, dass sie gefälligst jegliche Werbung zu unterlassen habe? Schule hat die letzten Jahrzehnte so gehandelt… Aber von dem Ross muss sie glaube ich runter.

Ich persönlich möchte an keiner Schule arbeiten, an deren Wänden Werbung hängt, wo die Schüler wie in den Nationalmannschaften nur Kleidungsstücke einer bestimmten Marke tragen dürfen oder in der statt Apfelschorle nur Cola getrunken werden darf. Nein Danke.

Aber das hat nichts mit Lehren und Lernen zu tun, sondern mit meinem ganz persönlichen Empfinden, in welcher Umgebung ich gerne arbeiten möchte. Unterricht und Erfahrung kann auch dort stattfinden, solange ich die Inhalte nicht vorgeschrieben bekommen und diese von außen über Videoinstallationen überwacht werden (dann wäre ich eh weg). Kritischen Umgang mit der Welt lässt sich auch unter diesen Bedingungen erlernen. Vielleicht sogar besser als in dem (verlogenen?) bisherigen System, in dem nach außen hin jegliche Einflussnahme negiert und nach innen aber jede Kooperation begrüßt wird (wenn sie denn suggestiv von der Schule getragen und inhaltich geformt wird).

Schön ist ja, dass das Erziehungssytem (Medium: Kind) und das Wirtschaftssysstem (Medium: Geld) nie gemeinsam operieren werden. Die geschlossenen Systeme werden in einem Gebäude „Schule“ vielleicht Koexistieren, aber niemals wird Erziehung Wirtschaft sein oder Wirtschaft Erziehung. 

via: Kreidefressen 

Theorie und Wissenschaft

Theorien sind ja primar bestimmt, die Wissenschaft selbst zu steuern. Also wissenschaftliche Forschung anzuregen, umzuleiten, zu instruieren, abzubrechen u.s.w. Es ist also eine wissenschaftsinterne Einrichtung und es wäre absurd sich vorzustellen, dass die gesamte Gesellschaft auf ein Niveau theoretischer Einsichtigkeit gebracht werden könne und nun mit den Probleme besser fertig wird. Allerdings gibt es Ausstrahlungseffekte über Worte, über Floskeln auch über empirische Daten…

(N. Luhmann)

Emanzipation

Wissenschaft als Moment der Selbstbefreiung des Menschen von unbegriffenen Mächten. Das heißt Aufklärung aus dem wissenschaftlichen Studium heraus. Und als Wissenschaftler haben wir die Aufgabe, diese Selbstbefreiung des Menschen von diesen unbegriffenen Mächten zu forcieren und uns nicht zu Objekten anderer Mächte der Gesellschaft zu machen.

(R. Dutschke)

     

Neben Dutschke auch noch Augstein und Dahrendorf am Tisch. Illustre Runde.