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Klimawandel Hype

Cicero hat eine Übersicht über die kritischen Fragen zum „Klimawandel“ erstellt – und die FdoG haben es gleich aufgegriffen. Aufklärung und Erklärung tut bei diesem Thema sicherlich besonders not. Nicht nur, um den Hype entgegenzuwirken.

Leider arbeitet der Autor nach ähnlichen Prinzipien wie jene, die er eigentlich entkräften möchte.

Warum wird eine solche Frage formuliert?

Ist Kohlendioxid ein Schadstoff?

Kohlendioxid ist kein Schadstoff, sonst müsste man dem Menschen das Atmen verbieten. Der Mensch ist selbst eine Verbrennungsmaschine. Schon wenn er den Brennwert seines Frühstücks umwandelt, emittiert er Kohlendioxid. Wenn sich 100 Menschen in einem vier Meter hohen Raum von 200 Quadratmetern versammeln, dann ist die CO2-Konzentration in diesem Raum nach einer Stunde etwa zehnmal höher als in der Erdatmosphäre. Gefährlich ist das aber nicht. Wie die Sonne, das Wasser oder der Sauerstoff hält Kohlendioxid den planetaren Kreislauf in Gang, es dient zur Ernährung der Pflanzen. In Gewächshäuser wird daher sogar zusätzliches Kohlendioxid hineingeblasen. 97 Prozent der jährlichen Kohlendioxidemissionen entstammen der Natur, etwa drei Prozent aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe durch den Menschen.

Die Frage ist doch schon Humbug. Und die Antwort vermittelt, dass man sie ernsthaft beantworten könne.

Nach dem Text ist Kohlenstoffdioxid nicht nur kein Schadstoff, sondern gar ein nützliches Gas, das unseren Planten am Wachsen hält. Für die Pflanzen gilt das sicherlich. Für Lebenwesen sind hohe Konzentrationen von CO2 allerdings tödlich – nicht umsonst wird an Höhleneingangen oft davor gewarnt, Hunde auf dem Arm zu tragen. Die CO2-Pfützen in den Mulden könnten sonst unangenehme Folgen haben. Immerhin bekommt man davon kaum was mit: CO2 ist geruchslos.
Diese Konzentrationen finden sich freilich nicht in der Atmosphäre.

Die Absicht des letzten Satzes dieser Erklärung finde ich ebenfalls zweifelhaft. Natürlich ist der Anteil des anthropogenen Kohlenstoffdioxids am gesamten Kohlendioxidhaushalt relativ gering. Wenn man allerdings bedenkt, dass das „natürliche“ CO2 in einem geschlossenen Kreislauf arbeitet, aus dem seit Millionen von Jahren Biomasse – die heutigen fossilen Brennstoffe – herausgetrennt wurde und nun innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder hineingeblasen wird, dann werden die restlichen 3 Prozent plötzlich sehr relevant. Sie sind nämlich auf der sensiblen Waage zusätzlich im Spiel.

Wenn man die feinen und mehrfach gekoppelten Gleichgewichte der Atmosphäre kennen lernt, dann ist klar, dass man keine 1:1 Übereinstimmung herleiten kann, dass das CO2 als einziger Grund für den erhöhten Treibhauseffekt verantwortlich ist. Aber man kann es auch nicht ausschließen und die Indizien wiegen schwer.

Ich hätte mir eine etwas gemäßigtere Form der Informationen gewünscht.

Kurzgefasst: Al Gore

Al Gore hat seine bereits 1000fach gehaltene und dann auch verfilmte Präsentation zum Klimawandel gekürzt und aktualisiert.

Zielgruppe ist ganz klar die amerikanische Bürgerschaft. Die Ansprache ist teilweise etwas sehr pathetisch und zu weit hergeholt. In 1000 Jahren werden Dichter darüber schreiben, dass „unsere Generation“ jene gewesen wäre, die die Klimakrise erkannt hat und Änderungen in Gang gebracht hat? Sind da nicht – in Anbetracht eines Ölzeitalters von zur Zeit ca. 100 Jahren – die Dimensionen übertrieben gewählt? 
Naja. Al Gores Message ist trotzdem klar und deutlich und kann von Fall zu Fall (rhetorisch) entamerikanisiert werden. Dann passt es schon. 

Im Rahmen der TED Talks wurde die Show aufgezeichnet und lässt sich kostenlos ansehen:

Im Web: 
TED | Talks | Al Gore: New thinking on the climate crisis video

Direkt in iTunes

Gutes Gewissen erkaufen

Eine Art modernen Ablasshandel bietet uns atmosfair an. Beim nächsten Flug kann ich mir meinen Anteil am Kohlendioxidaustoss errechnen lassen und dann eine entsprechende Summe spenden, mit denen die Leute von atmosfair Projekte in Entwicklungsländern fördern, die meinen Anteil von CO2 wie auch immer einsparen.

Auf die Idee hätte man selber mal kommen sollen…

http://www.atmosfair.de/

Kein Atomaustieg wegen Ölstopp aus Russland?

Nebenbei: Ich verstehe nicht die aktuell aufkommende Diskussion über die Weiterfühung der Atomkraft, wenngleich ich sagen muss, dass ich mich auch nicht intensiv hineingearbeitet habe…

Was hat der Atomausstieg mit den Öllieferungen zu tun? Der Anteil der Ölkraftwerke, die in Deutschland Strom erzeugen, geht gegen 0. Und selbst Strom aus Erdgas hat am Strommarkt nur einen Anteil von ~10% (nach einer unwissenschaftlichen Grafik von Wikipedia).
Bleibt wohl, dass die Atomlobby die aktuellen Probleme mit Russland einfach ausnutzt um mit viel Populismus mal wieder was auf die Agenda zu setzen. Die Zeiten sind günstig, wo die Parteien nach neuen Profilen suchen. Haben sie so Muffensausen vor dem Ausstieg, dass sie es tun müssen?

Eine unbequeme Wahrheit

Ein interessanter Film von Al Gore, der gerade in den Lichtspielhäusern auch in Deutschland zu sehen ist. Er fasst auf einfache und verständliche Weise die aktuelle Diskussion über die Klimaerwärmung zusammen. Die Schlüsse, die er zieht, und die Daten und Mechanismen, die er verwendet, scheinen richtig zu sein und sind nachvollziehbar; ich denke auch für den Laien. Besondern schön finde ich, dass er aufräumt mit einer landläufigen Meinung, Klimawandel und Ozonloch, überhaupt alles, was sich „da oben“ abspielt, wäre ein und dasselbe Problem.

Leider kommt an einigen Stellen doch massiv durch, dass er sich mit dem Video scheinbar auch nochmal als Präsidentschaftskandidat empfehlen möchte. Das trübt das Bild ein wenig. Nichtsdestotrotz würde ich mich freuen, wenn die USA als die zur Zeit sicherlich einflussreichste Nation der Erde mit Al Gore einen Präsidenten bekommen würde, der so ganz anders geartet scheint als ein Cowboy G. W. Bush.

Infos zum Film: http://www.climatecrisis.net/

Schwefel gegen die Erderwärmung

Professor Paul Crutzen, Nobelpreisträger und geachteter Atmosphärenphysiker, hat einen provokativen Vorschlag gemacht, die erwartete Erwärmung der Atmosphäre abzumildern. 1 Millionen Tonnen Schwefel sollen jedes Jahr mit Luftballons in 50 km Höhe transportiert und dort verbrannt werden. Das dabei entstehende Schwefeldioxid reflektiert die Sonnenstrahlen zurück ins Weltall und verhindert damit eine weitere Erwärmung.

Die Kritik daran ist groß, aber Crutzen ist eine Person, mit deren Aussagen man sich zumindest beschäftigen muss. Und er selbst sagt ja auch: „Ich weiß, dass ich ein Tabu gebrochen habe. Natürlich wird das ein hässliches Experiment“ . Mehr bei SpOn.