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WiiBoard im Einsatz

In den letzten Tagen habe ich immer wieder mal das WiiBoard ausgepackt und stelle fest: Es wird wohl ein fester Bestandteil meiner Lernarrangements. Der Aufbau dauert nicht länger als die Schülerinnen und Schüler brauchen, ihre Materialien bereit zu legen. Und der Mehrwert ist gewaltig.

So haben wir heute mit MindMeister ein Brainstorming mit anschließender Planung der Reihe „Tropischer Regenwald“ gemacht, was mit Magneten an der Tafel in der durchgeführten Art überhaupt nicht denkbar gewesen wäre. Zuerst alles sammeln, dann gruppieren, einzelne Gruppen verschieben, Gruppen mit Ähnlichkeiten auf eine Seite bringen und am Ende große Äste erstellen. Wo früher oft das Problem des Clusterns bestanden hat (wer macht es? Mitdenken der Gruppe nur schwer möglich) geht es heute mit dem IR-Stift. Man kann auch mal was verschieben und wieder zurück packen. Es kostet keine Zeit und ist visuell direkt begreifbar.

Es ist klar, dass durch ein Wiiboard noch kein offener Unterricht nötig wird. Auch die Substitution der grünen Tafel ist nicht angedacht oder machbar. Bei mir geht es vor allen Dingen darum, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in neue Technologien zu ermöglichen und WebTools im Unterricht einzusetzen. Die schnellere Reaktionsmöglichkeit führt zu einer hohen Aktivität der Schülerinnen und Schüler und löst einen direkten Mitmachfaktor aus („Ach, ich geh mal eben nach vorne und erkläre es da“.).

Der Aufbau

Der OHP inklusiv Tisch spielt dabei eine zentrale Rolle, da er den Beamer mit WiiRemote in Position bringt. Durch die klippertsche Sitzordnung habe ich vor einer Tischgruppe Platz, sodass keiner in seinem Blickfeld eingeschränkt wird und der Beamer nicht mittem im Raum steht. Gerade für bewegte Unterrichtsphase ist das wichtig.

WiiBoard: von oben

Vor dem OHP-Wagen steht einer der freien Einzeltische, auf dem ich das MacBook platziere. Auch hier besteht durch die Eingliederung in die Tischgruppe nicht die Gefahr, dass jemand aus Versehen dagegen läuft.

WiiBoard: von der Seite

Um das Bild vernünftig an der Wand zu sehen und vor allem mit dem Stift flüssig schreiben zu können habe ich ein Plakat aus der Reihe „Der Planet Erde“ (ich glaube es ist die Darstellung des Mondes) umgedreht, sodass ich eine weisse Fläche an der Wand habe.

WiiBoard Aufbau

Überlegen muss ich noch, ob ich das orangene – und zum Glück extra lange – Stromkabel mit Panzertape am Boden befestige. Dann kann eigentlich nichts mehr schief laufen. Das würde allerdings auf Kosten der Flexibilität des Klassenraumes gehen, weshalb ich bisher Abstand davon genommen habe. Die Beobachtung, dass selbst in den Pausen die Schülerinnen und Schülern vorsichtig im Klassenraum unterwegs sind, lässt mir die Hoffnung, dass es mit der nötigen Verantwortung auch so geht.

Whiteboard – Erste Schritte

Nach unbefriedigenden, weil verkrampften, Versuchen am Wochenende mit der Wiimote und dem IR-Pen am MacBook Pro Display konnte ich heute das „Billig-Smartboard“ mit einem Beamer in der Schule testen.

Folgende Ausstattung habe ich verwendet:

  1. WiimoteWhiteboard von uweschmidt.org
  2. Notebook Software von smarttech.com
  3. WiiPen aus den USA
  4. Wii-Remote vom lokalen Kistenschieber

Bei der Einrichtung bin ich erstmal darüber gestolpert, dass die Wii-Remote zwar als Bluetooth-Gerät erkannt worden ist, aber nicht mit der WiimoteWhiteboard-Software arbeiten wollte. Wie sich dann herausstellte, lag es an der eingestellten Java-Version, die ich für eine andere Software auf Java 6.0 umgestellt hatte.

Die Kopplung und Kalibrierung funktioniert dann eigentlich ganz gut, wenn man die Position der Wii-Remote mal ausgelotet hat. Idealerweise liegt sie direkt über dem Beamer bei einer Entfernung von ca. 2-3 Meter.

Leider lässt die Software nur eine 4-Punkte Kalibrierung zu. Dies scheint zu wenig zu sein und ich hätte gerne 6-9 Punkte wie beim „echten“ Smartboard auch. An den Ecken ist die Mauszeigerposition ziemlich exakt und deckt sich mit dem IR-Pen. Allerdings hatte ich in der Mitte des Bildes eine Abweichung von teilweise 5 cm bei einer Diagonale von ca. 1,80 m. Das ist nicht handhabbar, da man sowohl Zeichnungen wie auch Text nicht vernünftig auf die Tafel setzen kann.

Dabei hätte ich gerade für diese beiden Zwecke die neue Kombination sehr gerne genutzt. Klar, man kann Bilder und Diagramme mit dem Wii-Board prima bedienen, aber richtig genial wäre es erst geworden, wenn man auch in der Chemie sinnvoll damit arbeiten könnte. Formeln und Reaktionsmechanismen werden einmal handschriftlich an der Wand gesammelt und könnten dann beim nächsten Mal wieder hervorgeholt werden. Dafür braucht man aber wohl doch noch ein professionelles Smartboard.

Die Latenz, auf die ich bei Twitter angesprochen wurde, war in meinem Toleranzbereich. Zwar wird die Aktion nicht 1:1 übertragen, aber ich konnte flüssig schreiben und hatte dabei nur eine ganz leichte Verzögerung. Das störte in keinster Weise – verglichen mit der Positionierung…

Der Stift ist super. Skepsis bezüglich des „Knopfes“ ist unbegründet. Lässt sich intuitiv bedienen.

Ich werde es weiter testen und berichten. Der Ansatz ist viel versprechend und die ersten Schritte machten definitiv Spaß.

Update vom 01.04.’09

Digitale Tafeln

René hat in den letzten Wochen das interaktive Whiteboard entdeckt und sich eine low-cost Version mit Beamer und Wii-Remote hergestellt. Eine Sache, dich ich auch unbedingt probieren möchte.

Wir haben in der Schule bereits zwei Smartboards und nutzen diese in den NT-Raum. Ich nutze es in erster Linie dafür, Webseiten wie beispielsweise ein gemeinsames Wiki zu zeigen und durch die Webseite zu navigieren. Es ist für alle angenehmer, wenn man dafür nicht gebückt in einer Ecke über dem Computer stehen muss, sondern sich frei bewegen kann.

smartboard

Auch spontane Skizzen sind mit dem in der Software integrierten Notebook schnell für alle sichtbar erstellt und erfreuen die Schüler/innen bis weit in die Pausen hinein. Praktisch ist, dass die Ergebnisse nicht weggewischt werden müssen, sondern abgespeichert sind und beim nächsten Mal wieder geöffnet werden können.

Gerade für diesen Einsatz wünsche ich mir Smartboards auch im GL-, Chemie- und SoWi Unterricht. Tafelbilder, die in einer Stunde gemeinschaftlich entworfen wurden, haben eine hohen Wiedererkennungswert. Darin liegt ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den getackteten Lernprozess an den Schulen, den wir mit den grünen Tafel bisher nicht nutzen können. Das Fotografieren der Tafelbilder löst das Problem nicht wirklich, auch wenn die Bilder für die Schüler/innen im moodle hinterlegt werden.

Eine Wandtafel bleibt aber – egal ob grün oder weiss – ein frontales Medium. Einzig der Inhalt kann bei einer weißen Tafel erheblich flexibler sein und  auch für die Ideen der Wandtafel 3.0 von Beat Döbeli offenstehen. Sein Vortrag – den ich an anderer Stelle mal erwähnt hatte – vergleicht die klassische Wandtafel mit den Wikis und zieht dabei interessante Parallelen (ab Min. 14:45 h).

Wii als Whiteboard-Krücke nutzen

Eine gute Idee, die sich da ein Entwickler hat einfallen lassen. Der Controller von der Wii hat eine IR Kamera eingebaut, die man als Empfäger nutzen kann, um ein digitales Whiteboard mit jedem Beamer auf low-cost Basis bauen zu können.

Insbesondere für bastelwillige Lehrer wäre das eine willkommene Gelegenheit, digitale Whiteboards zu nutzen. Leider gibts die Software Wiimote, die der Entwickler Johnny Chung Lee auf seiner Webseite anbietet, zur Zeit noch nicht für Linux und Mac OS. Hoffen wir, dass sich das ändert. Dann würde ich mir glatt eine Wii holen, um das zu testen.

via SpOn.