Schlagwort-Archive: Urheberrecht

Die Zukunft des Schulbuchs – oder: Wie begrenzt wollen wir lernen?

Schule gehört zu unserem Leben dazu. Sie ist kulturell fest verankert und für öffentliche Debatten stets ein Thema mit großem emotionalen Potential. Offenbar hat „Schule“ dabei für uns eine ganz besondere Bedeutung. Wie sich dieses „Besondere“ im Alltag zeigt, welche Rolle das Schulbuch spielt und warum wir uns an den Gedanken gewöhnen sollten, dass es so nicht weiter geht, versuche ich im Folgenden zu entwickeln.

Das System „Schule“

Die Struktur von Schule hat System. Es ist nicht zufällig – oder gar „natürlich“ – so, dass ihr Alltag strukturiert ist, wie er es ist: in Fächer, Unterrichtsstunden und Pausen, dass die Inhalte auf Jahrgangsstufen bezogen entwickelt werden und alle die gleichen Prüfungen ablegen müssen: Schule strebt nach Vereinheitlichung. Nicht erst nach Pisa werden „einheitliche Bildungsstandards“ definiert, nach denen die SchülerInnen unterrichtet werden sollen. Schon vor Pisa haben wir uns über mangelndes „Allgemeinwissen“ lustig gemacht. Wir gehen offensichtlich davon aus, dass ein bestimmtes Pensum an Wissensbausteinen erworben sein muss, um als vollwertige/r BürgerIn am Leben teilnehmen zu können.

Die Schule hat diese Anforderungen nicht erfunden, sondern sie wurden als Notwendigkeit zum Bestehen in einer damals neuen Kultur formuliert. Das dominante Medium, unter dessen Zeichen die Idee der heutigen Schule entstand, ist das Buch. Die Entwicklung der beweglichen Buchstaben haben im 15. Jahrhundert zu Umwälzungen geführt, die zu einer Neuorientierung gesellschaftlicher Strukturen geführt haben.

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Gedanken zum #oercamp

Am Wochenende fand in Bremen an der Uni ein BarCamp zum Thema „Open Educational Resources“ (kurz: OER) statt. Das Ambiente in der Mensa der Uni ist hervorragend geeignet, offene Tagungen durchzuführen. Ich bin – nach dem EduCamp Bremen – das zweite Mal dort und habe mich wohlgefühlt. Die offenen Räume und verschiedenen Ebenen des Baus machen es allemal wett, dass man den Gang zur Toilette sehr bedacht planen muss, um nicht eine Session zu verpassen…

Ein paar Notizen und Gedanken zum #oercamp in loser Reihenfolge. Weiterlesen

Von Trojanern, Paragraphen & Schule

Auf der offenen Tagung „Fair, open & sustainable: Ein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft!“  des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ habe ich einen kleinen Einblick bekommen, wie an den Unis – leider ohne bedeutende Beteiligung der Schulen – für eine praktikable Umsetzung des Urheberrechtes gerungen wird. Ein paar Überlegungen zur Tagung sollen im Folgenden notiert sein.

Vielleicht tut an dieser Stelle – auch zum Verständnis des Folgenden – ein kurzer Disclaimer not: Ich stehe der Idee des „Urheberrechts“ durchaus kritisch gegenüber und glaube, dass durch das digitale Leitmedium eine „kleine Reform“ nicht mehr ausreichen wird, um die unterschiedlichen Interessen von Urhebern, Rechteinhabern und Verbrauchern zu befriedigen. Möglicherweise ist ein Reset und „zurück auf null“ der einzige Weg, der mittelfristig Lösung schafft.
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Vortrag: Urheberrecht für Wissenschaft & Bildung

Am letzten Donnerstag habe ich an der Uni Oldenburg auf der offenen Tagung „Fair, open & sustainable: Ein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft!“ des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ über den Schultrojaner und den Leitmedienwechsel gesprochen.

Nicht wissend, um welches Publikum es sich handeln würde, habe ich im Vortrag sowohl wissenschaftliche Bezüge wie auch alltägliche Beobachtungen einbezogen. So ließ sich – hoffe ich – für alle Anwesenden etwas mitnehmen.

Die zentralen Theses des Vortags: Weiterlesen