Schlagwort-Archive: Unterricht

Medien im Unterricht

In der Zeitschrift „kjl&m – forschung.schule.bibliothek“ erschien vor kurzem ein lesenswerter Bericht von Ricarda Dreier über ihre Erfahrungen mit dem digitalen Schulalltag und dem iPad im Unterricht. Ricarda hat den Artikel zur (Neu-)Veröffentlichung hier freigegeben. Danke!

„Bring your own devices“

Nicht nur aus der Perspektive der Schüler(innen), sondern auch aus der Sicht der meisten Lehrer(innen) gilt, dass sich private und schulische Medienwelten fundamental unterscheiden. Während Computer und Internet zu Hause ganz selbstverständlich zu den unverzichtbaren Werkzeugen der Unterrichtsvorbereitung gehören, werden digitale Medien im konkreten Unterrichtsalltag weitaus seltener eingesetzt. Das liegt häufig immer noch daran, dass es in der Schule gravierende infrastrukturelle, technische und organisatorische Probleme gibt: Denn brauchbare Hard- und Software ist – wenn überhaupt – nur in einigen speziell eingerichteten Computerräumen zu finden, die umständlich und oft lange im Voraus reserviert werden müssen und deren Nutzung häufig ineffektiv ist, wenn man lediglich ein kurzes Video bei YouTube anschauen oder rasch eine Internetrecherche starten möchte. Weiterlesen

OER – Stand März 2012

Seit Ende vergangenen Jahres erfreuen sich die Open Educational Resources, kurz „OER“, einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit. Grund dafür war die Diskussion um den „Schultrojaner„, in deren Folge auch die Problematik der Lizenzierung von Materialien, die an Schulen und Universitäten für „Bildungszwecke“ eingesetzt werden, thematisiert wurde.

Im März diesen Jahres haben Jöran Muuß-Merholz, Mirjam Bretschneider und ich uns die Situation rund um das Thema OER an Schulen genauer angeschaut und eine Bestandsaufnahme gemacht. Das „Whitepaper Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland“ ist im Auftrag des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory entstanden. Weiterlesen

Gebt den Schülern ihre Informationsquellen

Eine kurze Momentaufnahme hat mir eben wieder vor Augen geführt, wie abgeschnitten von allen Informationen die SchülerInnen im Unterricht sitzen und „lernen“ müssen.

Wir hatten in der Stunde vorher noch mit dem Notebooks an Artikeln geschrieben. Weil einige SchülerInnen mit dem Einbinden von Fotos in die Blogs noch Schwierigkeiten hatten, haben wir uns dem Problem am Anfang der nächsten Stunde angenommen.

Das eigentliche Thema der Stunde waren die Arbeiten von Bertolt Brecht in der Phase zwischen Nationalsozialismus und DDR. Die Rechner blieben, weil es keinen harten Phasenwechsel gab – oder ich es einfach vergaß? – auf den Tischen stehen. Weiterlesen

Das iPad als Dokumentenkamera

Hintergrund

In der Session „Show me your Apps“ von @ralfa und @alextee auf dem EduCamp Bielefeld ist die Idee entstanden, das iPad als Dokumentenkamera zu verwenden. @alextee hatte einen AppleTV dabei, um über AirPlay das Bild des iPads auf den Beamer zu übertragen. Weil dies mit älteren Geräten aber nicht ging, haben wir auf einem iPad2 die Kamera-App gestartet und dann das Bild über AirPlay an den Beamer weitergeleitet. Fertig war die mobile Dokumentenkamera. Weiterlesen

Der Lehrer als WLAN Hotspot

Vergangenen Freitag war ich mit einer Lerngruppe wieder an dem Punkt: Wir hatten das Thema von vor den Ferien in Erinnerung gerufen und uns die Bedeutung für die kommenden Themen klar gemacht. Viele Informationen dazu fand man in den eigenen Aufzeichnungen und den Schulbüchern, aber einiges eben auch nicht. Wie konnten wir jetzt das Problem lösen, ohne es auf die nächste Stunde zu verschieben und damit vielleicht der Bedeutungslosigkeit auszuliefern? Bisher habe ich dann das „Klassen-iBook“ aus dem Schrank geholt oder das iPad an eine Schülergruppe gegeben, dass sie sich drum kümmern solle. Eine Gruppe für alle – die anderen machten weiter oder warteten. Beides nicht sinnvoll für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Am Freitag habe ich einfach mal wieder in die Klasse gefragt, an welchen Tischen denn überall ein Smartphone, iPod o.ä. verfügbar ist, mit dem man über WLAN ins Internet gehen könne. Bis auf einen Tisch waren an allen Tischen mindestens zwei Geräte verfügbar.

Warum also nicht nutzen? Weiterlesen

Museumsrundgang digital

Weg mit Folien und OHP Geräten oder dicken, schweren Büchern, die man sich unter teuren Epidiaskopen anschaut. Google hat nicht nur die Erdoberfläche und Straßen abgelichtet, sondern auch begonnen, einzelne Museen mit einem speziell dafür entwickelten Wagen abzufahren und die Gemälde hochauflösend zu archivieren.
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„BarCamp“ trifft Schule

Die Idee

Unterricht ist in seiner alltäglichen Durchführung zumeist geprägt durch Lehrpläne und inhaltliche Vorgaben. Den Veränderungen hinsichtlich einer größeren Berücksichtigung der Kompetenzen bei der Planung des Unterrichts steht meist eine lang etablierte Kultur der inhaltlichen Schwerpunktsetzung gegenüber.

In dem folgenden Konzept möchte ich einen Ansatz vorstellen, der die Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler und ihre Verantwortung für den Lernprozess in den Mittelpunkt stellt. Dieser Anspruch kann gesichert werden, weil den Schülerinnen und Schülern nachhaltig Gestaltungsspielraum bei der Wahl der Inhalte zugestanden wird. Dies führt nicht zu einer Vernachlässigung der inhaltlichen Anforderungen, die durch die Richtlinien und Lehrpläne gegeben sind. Diese bilden vorerst weiterhin der Handlungsrahmen von Unterricht. Gestaltungsspielraum soll den Schülerinnen und Schülern bei der methodischen Herangehensweise und der thematischen Schwerpunktsetzungen gegeben werden. Indem Schülerinnen und Schüler selber Entscheidungen treffen dürfen, werden sie in den folgenden Handlungsschritten mehr Verantwortung tragen und eine größere Motivation erfahren.

Möglich wird dies durch das Zusammenführen der in den USA populären und auch in Europa stark wachsenden BarCamp Kultur mit dem Unterricht in den Schulen.

Das Barcamp

Die Idee der Barcamps ist im Jahr 2005 aus einem offenen Konferenzformat entstanden, bei dem die Teilnehmer nachhaltig selber Verantwortung für die Ausgestaltung einer Tagung übernehmen. In ähnlicher Form werden auch Open-Spaces im Vorfeld von ‚klassischen‘ Konferenzen als Ideenwerkstatt durchgeführt.

Die Organisationsform Barcamp unterscheidet sich in ein paar Bedingungen grundsätzlich von dem Format herkömmlicher Konferenzen. Im Vorfeld wird von den Initiatoren einzig ein übergeordnetes Thema und ein Ort bekanntgegeben. Die Veranstalter sorgen nur für Versorgung, Infrastruktur und genügende Räumlichkeiten. Inhaltliche Vorarbeit darf nicht geleistet werden.

Die Tagung selber beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde aller TeilnehmerInnen. Dieser Schritt ist ritualisiert und wird, um die Zeit der Vorstellung zu begrenzen, auf drei so genannte Tags beschränkt. Jede/r TeilnehmerIn nennt also ihren/seinen Namen und drei Schlagworte, die sie/ihn charakterisieren. Dies kann die Berufsbezeichnung sein, ein Projekttitel oder andere Begrifflichkeiten (die bestenfalls Netzwerkpotential und Wiedererkennungswert haben). Als Beispiel für meine Person:

„Felix Schaumburg, #lehrender, #bildunskatalysator, #edushift“.

Nach der Vorstellungsrunde stellen alle Teilnehmer, die gerne mit den anderen Besuchern über ein Thema sprechen wollen oder einen Vortrag vorbereitet haben, ihr Thema dem Plenum vor. Nach der Kurzvorstellung erfragen sie im Plenum, ob Interesse an einem solcher „Session“ besteht. Die Meldungen des Plenums sind zu diesem Zeitpunkt keine Zusage zu einem „Session“, sondern nur ein allgemeines Stimmungsbild, ob das Thema überhaupt als relevant angesehen wird.

Im Anschluss an diese Runde werden die Titel der Veranstaltung (Sessions) auf ein Blatt geschrieben und an den so genannten Sessionplan gehängt. Dieser bietet eine Übersicht über alle verfügbaren Räume und eine Zeiteinteilung in so genannte ’slots‘. In der Regel  hat ein slot eine Dauer von 45 Min. Danach schließt sich eine Pause von 15 Min. an bevor die nächste Session startet.

In kurzer Zeit ergibt sich auf diese Weise ein Konferenzplan, der jederzeit nach individueller Rücksprache angepasst werden kann. Wie bei der Wikipedia auch, hat jede/r die Möglichkeit, konstruktiv am Konferenzverlauf mitzuwirken. Da alle TeilnehmerInnen ein echtes Interesse an der Tagung haben, sind destruktive Elemente nicht zu erwarten und werden gegebenenfalls durch ein gemeinschaftliches Korrektiv schnell aufgedeckt und behoben.

Ein BarCamp im Unterricht

Ausgehend von den eigenen Erfahrungen verschiedener Barcamps und den Berichten von Palomar5 war meine Überlegung, ob man Elemente davon nicht in den regulären Unterricht integrieren kann, um Phasen hoher Lernaktivität zu schaffen und den SchülerInnen Erfahrungen in der Projektorganisation zu ermöglichen.

Außerhalb von Themenwochen, in denen eine ganze Woche Zeit für ein Projekt zur Verfügung steht, sind nur einzelne Elemente der Barcamp Kultur in den regulären Unterricht integrierbar.

Dazu gehören:

  1. Einstieg
    Themenschwerpunkt, Vorgehen und Produkt werden durch die Schülerinnen und Schüler selber bestimmt. Einzig die große thematische Einordnung wird vom Lehrenden vorgegeben.
  2. Prozess
    In regelmäßigen Abständen unterziehen sich die Schülerinnen und Schüler einem reality-check, um sich über dem Fortgang der eigenen Arbeit und das anvisierte Ziel ein Urteil von den Anderen einzuholen.
  3. Ergebnis
    Die Präsentation der Ergebnisse ist kein Vortrag, sondern eine durch die Schülerinnen und Schüler selber gestaltete Zeiteinheit: Impulsreferat, Hintergrundinformationen, Erklärungen und offene Diskussion….

Erste Erfahrungen

Im Schuljahr 2009/2010 habe ich am Ende der 11. Klasse im sozialwissenschaftlichen Unterricht im Rahmen der Reihe „Politische Partizipation“ das oben umrissene Konzept erprobt. Ich habe zur Erarbeitung des Themas weder einen Wochenplan erstellt noch Themen für Referate vorgegeben, sondern einzig in einer Einführungsrunde, nach einem kurzen Blitzlicht mit den Schülerinnen und Schülern, über bürgerschaftliches Engagement gesprochen und das bisherige Wissen aktiviert.

Im Anschluss an die Begegnungsphase habe ich das BarCamp-Konzept vorgestellt und die Anzahl der Sitzungen an der Tafel notiert. Im Anschluss daran habe ich die Schülerinnen und Schüler ermutigt, nach vorne zu gehen und irgendein Thema, welches ihnen spontan interessant oder relevant erscheint, vorzustellen.

Nach anfänglicher Unsicherheit, ob „der Lehrer das wirklich ernst meint“, wurden verschiedene Themen vorgestellt. Es haben sich insgesamt sechs unterschiedlich große Gruppen gefunden, die zu folgenden Themen arbeiten wollten:

  1. Ideen für ein attraktives Wuppertal
  2. Umfrage zu den Sparbemühungen in Wuppertal
  3. Wirkung von Medien auf Politik
  4. Liquid Democracy und die Piratenpartei
  5. Freistaat Christiania
  6. Kritik an Politikern

Um die Arbeit in den Gruppen transparent zu machen und Querverweise zwischen den autonomen Gruppen zu ermöglichen, wurden alle Ergebnisse, Protokolle und Planungen in einem Wiki dokumentiert.
Wir haben dazu auf Angebot von www.wikispaces.com zurückgegriffen.

In den folgenden drei Sitzungen (65 Minuten Stundenraster) haben die Schülerinnen und Schüler selbstständig an den Projekten gearbeitet. Nach der dritten Sitzung hatte jede/r Schüler/in die Aufgabe, auf mindestens einer Wikiseite einer anderen Gruppe einen Kommentar zu hinterlassen. Auf diese Weise erfolgte ein Übersichtswissen aller Beteiligten über die einzelnen Vorhaben und jede Gruppe erhielt Anregungen von außen.

Nach der vierten Sitzung hatten sich alle Gruppen einem „reality-check“ zu unterziehen, indem sie ihr ihr Thema, das Projektziel und die weitere Planung allen Mitschüler/innen vorgestellt haben. Im Anschluss an diese Kurzpräsentationen von max. 5 Minuten erfolgte ein spontanes Feedback aus den anderen Gruppen. In diesem Feedback wurden kritische Punkte, allzu utopische Ideen und mögliche weitere Netzwerkknoten / Kontakte benannt.

In den folgenden zwei Sitzungen haben die Schülerinnen und Schüler Ihre Ergebnisse zu einem vorläufigen Ende gebracht und „präsentiert“. Reihenfolge und zeitlicher Ablauf der beiden Präsentationsstunden (am Ende waren es drei, weil die Diskussionen lebhafter und ereignisreicher waren als zuerst geplant) wurde von den Schülerinnen und Schülern selber geplant.

Als Produkte sind aus diesen sieben Sitzungen entstanden:

  1. Bürgerhaushalt: Ideen für ein attraktives Wuppertal:
    Plakat und Flyer für eine Aktion „Wuppertal ist bunt“.
  2. Bürgerhaushalt: Umfrage zu den Sparbemühungen in Wuppertal:
    Erstellung und Auswertung eines Fragebogens. Umfrage unter ~50 Wuppertalern.
  3. Wirkung von Medien auf Politik:
    Einordnung verschiedener Tageszeitungen in die (Sinus-)Milieus und Planung und Vorbereitung eines Ausfluges zur Druckerei der Westdeutschen-Zeitung.
  4. Liquid Democracy und die Piratenpartei:
    Planung und Durchführung eines Interviews mit der Piratenpartei zur ,liquid democracy‘. Das Interview wurde zu einem Video geschnitten. Dauer: ~13 Min.
  5. Freistaat Christiania:
    Vorstellung der Geschichte des Freistaats Christiane durch filmische Sequenzen (leider als Filmprojekt gescheitert).
  6. Kritik an Politikern:
    Erstellung und Pflege eines Blogs mit „Vorurteilen“ über Politiker und deren Untersuchung.

Die Rolle des Lehrenden & Social Media

Da die Schülerinnen und Schüler sowohl die Themen wie auch die Produkte selber gewählt haben, konnte ich mich einem anderen, willkommenen Teil meiner Arbeit als Lehrer zuwenden: Ich durfte beraten.

Weder musste ich dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler ein von mir vorgegebenes Ziel erreichen noch dass ich die Werkzeuge, die ich aus meiner Perspektive für die Umsetzung als absolut notwendig erachte, allen Schülerinnen und Schülern, auch gegen ihr eigenes Interesse, erklären musste.

Durch die selbstständige Wahl eines Themas war der Sinn dessen, was die Schülerinnen und Schüler arbeiten, deutlich erkennbar und bedurfte keiner nachdrücklichen, extrinsischen Motivation.

Als Lehrer war ich Besucher in den Projektgruppen und konnte Wissen und Erfahrungen als Berater anbieten. Ich konnte auf mögliche Kontakte hinweisen, Ideen konkretisieren und helfen, scheinbar unzusammenhängende Gedanken zu sortieren.

Besonders beim Einsatz der Web 2.0 Technologien wie Twitter, WordPress und Wikis waren dabei deutliche Kompetenzunterschiede bei den Schülerinnen und Schülern festzustellen. Da man diese kommunikativen Werkzeuge zukünftig kaum ignorieren können wird, ist gerade in dieser Hinsicht das Projekt eine besondere Bereicherung gewesen.
Soziale Netzwerke lassen sich nur entdecken und nutzen, wenn ein sinnvoller Umgang gepflegt wird. Gerade die weiterreichende Sinnhaftigkeit ist aber bei klassischen Recherchen im Internet oft nicht gegeben. Daher ist ein produktionsorientierter Prozess anzustoßen, in dem die Lernenden als „Sender“ im Internet aktiv werden können.
Dies scheint durch die hier gewählte Form des „BarCamps im Unterricht“ ermöglicht worden zu sein.

Perspektiven

Das Projekt war wegen seiner Offenheit ein Wagnis – und ist in diesem Sinne erfolgreich gewesen. Die meldeten zumindest die Schülerinnen und Schüler zurück. In der Feedback Runde in der letzten Sitzung wurden u.a. folgende Aussagen getätigt:

„Ich konnte so endlich mal Sachen machen, die wirklich eine Auswirkung haben und von denen ich und auch andere was haben.“

„Es war gut, dass wir selber etwas machen konnten. Auch wenn ich am Anfang die Sache etwas komisch fand, hab‘ ich dann doch Feuer gefangen. Wir haben in den Stunden eigentlich immer heiß diskutiert und kaum rumgehangen – wie sonst bei Gruppenarbeiten…“

„Ich fand die Sache gut, allerdings war mit das Ziel am Anfang nicht ganz klar. Dadurch sind wir etwas zu spät los gekommen. Werde da wohl beim nächsten Mal drauf achten müssen.“

Gerade auf den letzten Punkt der unklaren Zielorientierung ist beim nächsten Mal ein größeren Augenmerk richten. Dabei kann es nicht darum gehen, die Ziele für die Schülerinnen und Schüler vorzugeben, sondern das Vorgehen bei der Methode „Barcamp“ noch deutlicher im Vorfeld zu klären. Es ist möglich, dass dies zu Beginn nicht allen verständlich geworden ist.

Mehr Freiheit und Selbstverantwortung fordern bei den Beteiligten natürlich auch mehr Entscheidungen. Wenn man diese nicht trifft, fällt man gerade in der Startphase von Projekten schnell zurück. Diese Gefahr sollte von Lehrenden sensibel wahrgenommen werden um unterstützend einzugreifen.

Über die Freiheit im Interaktionssystem Unterricht

Niklas Luhmann hat seine Theorie sozialer Systeme gerne und ausführlich auf das System ‚Schule‘ und die ‚Pädagogik‘ angewendet. Sichtbar wird dies u.a. in seinen „Schriften zur Pädagogik“ [Luhmann2004 | Link: amazon]. Neben den Büchern gab es zwischen N. Luhmann/K. E. Schorr und D. Benner einen längeren Diskurs über das „Technologiedefizit“ der Erziehung in der „Zeitschrift für Pädagogik“ [Ausgabe 3/1979 ff.].
Die folgenden Gedanken beziehen im Wesentlichen sich auf diese beiden Schriften.

Wird die Freiheit der Schüler eingeschränkt, wenn der Lehrer sie als Trivialmaschinen behandelt?

Über die Intention der Pädagogik

  • Intention der Pädagogik ist es, durch beabsichtigte Sozialisation, also Erziehung, eine Transformation des Schülers zu bewirken.
  • Aus systemischer Perspektive ist diese Veränderung nicht unproblematisch.

Über das Konzept der Trivialmaschinen

  • Maschine bedeutet, das eine bestimmte Transformationsfunktion durchgeführt wird. Trivial ist die Maschine deshalb, weil die Kausalität zwischen Input und Output an eine starre Regel geknüpft ist.
  • Ein Beobachter des sozialen Systems Unterricht wird das Interaktionsgeschehen als eine black box sehen, die nach einen input output Mechanismus verfährt, ohne die Tranformationsprozesse zu kennen. Allerdings stellt dieser Beobachter auch fest, dass es sich um keine Trivialmaschine handelt, denn die dafür notwendige Regelmäßigkeit ist nicht gegeben. (Luhmann2004, S. 18)
  • Psychische Systeme sind keine Trivialmaschine, da sie selbstreflexiv handeln und Ihre Reaktionen immer in Selbstreferenz an vorheriges anpassen. Sie reagieren selbstbestimmt und “frei”.
  • Im System Unterricht werden psychische Systeme jedoch als Trivialmaschinen behandelt und als solche geformt. In soziologischer Perspektive ist dies deutlich ersichtlich und unausweichlich, wenn eine Planbarkeit der Unterrichtssituation ermöglicht werden soll. Gleichzeitig widerspricht es das dem Programm der Pädagogik, den Schüler zu Freiheit zu Erziehen.

Zum Problembereich der Freiheit

  • Die analytischen Aussagen der Soziologie stehen  der Selbstbeschreibung der Pädagogik gegenüber.
  • Der Erziehung wird von den Pädagogen unterstellt, dass sie dem Adressaten zu Gute kommt. Im Unterricht angebotene Informationen sind bereichernd  und sollen in einem selbstgewollten Sinn in das eigene Leben integriert werden. Dabei  soll die Freiheit des Schülern respektiert und erweitert werden.
    → Für Luhmann ist dies eine offensichtliche Selbstbeschreibung des Systems, die vor allem für die Verwendung im eigenen System verwendet wird.
  • Problem der Pädagogik ist nicht die Systemdifferenz. Es fällt ihr vielmehr schwer, die Theorie zweier geschlossener Systeme zu vertreten, weshalb ihr Paradox eher das Verhältnis von Kausalität und Freiheit ist. (Luhmann2004,  S. 245).
  • Gelöst wird dieses Paradox in der Pädagogik durch die “taktvolle Kommunikation”, die man auch als paradoxe Kommunikation bezeichnen könnte. In Ihr geht es um den Versuch, Einfluss zu nehmen (auf die Freiheit einzuwirken) ohne die freie Selbstbestimmung öffentlich in Frage zu stellen, also das Grundparadox der Erziehung zu tarnen.
  • Das Problem ist, dass taktvolle Kommunikation als solche erkennbar ist und man daher selber entscheiden kann, sich an ihr zu beteiligen oder sich gegen sie zu stellen. „Den Beteiligten wird ein abweichendes Bewusstsein freigestellt“. (Luhmann2004, S. 248)
  • Im Interaktionssystem Unterricht reagieren die Schüler scheinbar auf die Anforderungen und lassen sich auf das Spiel des richtigen und falschen Wissens ein. Dahinter geht es aber auch bei den Schülern um Selbstdarstellung: das Vorführen positiver und Verdecken negativer Leistungen.
    Und dieses ‚Können‘ scheint denn auch das zu sein, was man in der Schule fürs Leben lernt.“ (Luhmann2004, S. 247)
  • Die Schule ermöglicht also die Kompetenz, in der gegebenen Gesellschaft handlungsfähig zu sein und Erfolg und Misserfolg erleiden zu können.
  • „Auf die offenkundige Absicht des Erziehers und auf ein dafür bereitgestelltes Sondersystem reagiert der Schüler wiederum in der Weise der Sozialisation: er lernt es, mit den entsprechenden Tatsachen und Wahrscheinlichkeiten zu rechnen und ihnen über konformes und über abweichendes Verhalten Rechnung zu tragen.“
  • Für Soziologen ist die Erziehung im Vergleich zur Sozialisation eine unwahrscheinliche, gesteigert problematische Errungenschaft. Dies liegt an Ihrer Absicht, zu erziehen.
    In der Familie werden pädagogische Absichten nicht offen als solche bezeichnet, wovon sich der Lehrende in der Schule nicht freimachen kann. Er ermöglicht den Schüler/innen neue Möglichkeiten des Verhaltens, indem diese sich „in die Freiheit hineinsteigern, mit der Schule rein opportunistisch und taktisch umgehen und sie als System des Erwerbs von Positionen und Berechtigungen behandeln (können, FS)“. (Schrif.z.Päd, S. 13).

Fazit: Die Lösung der Paradoxie von Schule zwischen Freiheit und Zwang führt bei Luhmann über die ‚taktvolle Kommunikation‘, also der stillschweigenden Vereinbarung beider Akteure, dass etwas gewollt wird, was eigentlich nicht gewollt werden darf, aber das dennoch als gesellschaftlich relevantes Ziel angesehen wird: Erziehung zur Freiheit und Selbstständigkeit durch die Institution „Unterricht“. Dabei entwickeln die Schülerinnen und Schüler vor allen Dingen ein „Können“: Das Vorführen positiver und Verdecken negativer Leistungen.

Notiz: Distanz und Nähe in der Schule

In „das magazin“ hat es 2009 einem Beitrag mit dem Thema gegeben: „Die Schule vom Kind her denken“. Darin heisst es unter anderem:

Ein Kind muss sich geborgen fühlen, in den ersten Lebensjahren vorab bei seinen Eltern, später dann bei seiner Lehrerin. Das Kind will sich ebenso an die Lehrerin binden wie an seine Eltern.

Diese Passage wurde vor den Enthüllungen in Reform- und Klösterschulen getätigt. Sie klingt plausibel und befriedigt unser Bedürfnis nach Geborgenheit. Die Zeiten haben sich aber gewandelt, sodass man diese Aussage durchaus aus kritisch betrachten kann.

Quelle: Wikipedia.org

Robert Leicht stellt in einem Artikel ‚Distanz muss sein‚ über den Begriff „Familie“ im pädagogischen Umfeld fest:

Auch das eine irreführende Terminologie, die etwas behauptet, was gerade nicht der Fall ist: Selbst als Surrogat sind dies keine Familien, die Beziehungen in dieser Gruppe sind kategorisch andere als die in einer Familie. Pädagogen gehen einem geregelten Beruf nach, Eltern sind einfach da – ein Naturereignis. Das eine darf mit dem anderen nicht einmal verbal verwechselt werden.

Wie denken wir Schule vom Kind? Welche Bedürfnisse haben Kinder? Wie sollen Lehrende mit ihnen umgehen? Welches Berufsverständnis haben Lehrende? Brauchen wir mehr Distanz oder familiäre Verhältnisse?

Jede/r muss sich – bewusst oder unbewusst – für einen Weg entscheiden.

Anmerkung: Der Beitrag liegt seit einigen Monaten als „Entwurf“ herum; wahrscheinlich aus gutem Grund. Aber warum die Fragmente nicht als Blog-Notiz raushauen? Also.

Sechs Möglichkeiten, Lernende zu demotivieren

Dies ist ein Beitrag außer der Reihe. Ich möchte gerne den Aufsatz „Sechs Möglichkeiten, Lernende zu demotivieren“ von Manfred Prenzel vorstellen. Es gibt gelegentlich Videos und Texte, die nachhaltig wirken und die man gerne weitergeben möchte. Der Text von Prenzel gehört für mich in diese Kategorie.

Der Text fiel mir während meiner Arbeit an der Uni Wuppertal in die Hände. Jetzt, nach den ersten Jahren Schulpraxis, hat sich gezeigt, welche Bedeutung er für mich und mein Verständnis als Lehrer hat. Der Gedankenganz von Prenzel mit seinen sechs Kategorien bietet Klarheit. Besonders interessant ist dabei sein Ansatz, der dem der üblichen Bücher über ‚Motivation im Unterricht‘ entgegensteht: Er stellt keine Methoden zur Motivation vor. Prenzel sucht nach Wegen, die vorhandene Eigenmotivation der Lernenden zu schützen, indem er Aspekte der Demotivation benennt und diesen entgegenwirkt.

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Manfred Prenzel stellt zu Beginn fest:

„Trotz intensiver Anstrengungen ist es der modernen Motivationsforschung nicht gelungen, das Versprechen einzulösen, mit dem Comenius von 350 Jahren seine „Große Didaktik“ begann. Bis heute warten Lehrende und Lernende darauf, zu erfahren, wie ohne Verdruss und unnütze Mühe, dafür in Freiheit und mit Vergnügen, all das gründlich gelehrt und gelernt werden kann, was für dieses und das künftige Leben nötig ist“. (Prenzel, a.a.O.)

Und gerade weil die Motiviation der Lernenden von den Lehrenden als besonders relevant angesehen wird, interessieren sich die Lehrenden in erster Linie dafür, wie eine „hohe Motivation“ erreicht werden kann. Kaum ein Buch über Unterrichtsmethoden lässt in der Einleitung aus, dass die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler ein wesentlicher Bestandteil eines erfolgreichen Lernprozesses sei und dass die Motivation durch einen feinfühlig angeleiteten Methodenwechsel zu fördern sei.

Prenzel stellt jedoch klar, dass bisher nicht endgültig geklärt ist, wie „vergnügliches und gründliches Lernen erreicht werden kann“. Es sei daher nicht sinnvoll, ständig zu versuchen, Motivation zu initiieren. Vielmehr lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wie man Lernende durch den schulischen Alltag nicht mehr als notwendig demotiviert, damit die eh vorhandene Motivation erhalten bleibt.

Nach Prenzel liegt eine Demotivation dann vor, wenn die „vorhandene Lernmotivation durch fremde Eingriffe oder Maßnahmen reduziert wird“. Er geht also davon aus, dass der Lernende an sich eine hohe Motivation in den Lernprozess mitbringt. Erst durch die Interaktion innerhalb der Lernsituation (hier im Besonderen: Unterricht) wird durch unterschiedliche äußere Einflüsse die Motivation reduziert. Verantwortlich dafür ist in den meisten Fällen das Verhalten des Lehrenden.

Dabei wird Motivation bei ihm sowohl von der Bedeutung der Lerninhalte für den Lernenden abhängig gemacht, wie auch von dem Grad der Selbstbestimmung während des Lernprozesses. Sind beide Parameter hoch, so bezeichnet er den Schüler als „interessiert“. Ist sowohl Selbstbestimmung wie die Bedeutung der Lerninhalte für den Lernenden gering, so haben wir es mit einem „amotivierten“ Schüler zu tun. Da dies meist ein herbeigeführter Zustand ist, muss im Vorfeld eine Demotivation stattgefunden haben. Lehrende und Lernende kennen diesen Zustand gut.

1. Die Verantwortung der Lehrenden und die Autonomie der Lernenden

Durch die schulische Konstruktion hat der Lehrenden einen wesentlichen Einfluss für die Autonomie des Lernenden. Er trägt daher eine besondere Verantwortung. Anhand eines Experimentes zeigt Prenzel auf, dass gerade die Verantwortung, die sich die Lehrenden für den Lernprozess der Lernenden zusprechen, kontraproduktiv ist. Dies liegt daran, dass man in der Regel Produktorientiert denkt und ein festes Ziel vor Augen hat. Die Aussage „Du sollst“ steht dabei den Lernenden im Wege, eigene Wege zu entdecken und unterschiedliche Lösungen zu finden. Tückisch ist das Setting gerade deshalb, weil es oft unbemerkt bleibt und die Beteiligten im festen Glauben lässt, man würde doch nur etwas Gutes tun. Die gefühlte Verantwortung des Lehrenden steht der Autonomie des Lernenden oft diametral gegenüber.

Schule sollte weniger kontrollieren, keine engen Vorgaben machen und weniger geführte Aufgaben stellen. Stattdessen sind Bedingungen herzustellen, die autonomes Lernen ermöglichen. Dies bedeutet in erster Linie, Wahlmöglichkeiten zuzulassen und Lernenden für individuelle (=unkonforme) Wege zu ermutigen.

Fazit: Lehrende sollten einfach versuchen, weniger absichtlich und mehr unabsichtlich zu handeln und darauf vertrauen, dass mehr vom Selben erreicht wird, wenn man nicht ständig glaubt, die Verantwortung übernehmen zu müssen. Denn Lernende erreichen die Ziele meist erfolgreicher durch weniger absichtsvolles Handeln der Lehrenden. Wer darin eine Paradoxie sieht, nähert sich dem pädagogischen Dilemma.

2. Struktur, Zieltransparenz und wahrgenommene Bedeutung

Lehren bedeutet immer, dass es eine bestimmte Zielorientierung gibt. Diese ist dem Lehren konstitutiv. Jedoch schließt ein Unterricht, der Ziele verfolgt, nicht die Autonomie des Lehrenden aus. „Ohne Wissen über Ziele und ihre Begründungen, über verschiedene Zugangsmöglichkeiten und deren Konsequenzen, ist eine Autonomie ein schönes, aber leeres Ideal.“

Prenzel arbeitet die Bedeutung der Zieltransparenz heraus. Lernende müssen die Wege kennen, auf die sie der Lehrende gerne schicken möchte.

In angeführten Studien (siehe Quellennachweis) wird gezeigt, dass viele Lehrende ihre Ziele im alltäglichen Unterricht oft nicht offenlegen. Prenzel stellt dazu drei Theorien auf, warum dies der Fall ist:

  1. Lehrende wollen schnell zur Sache kommen und keine Zeit damit vergeuden, Inhalte und Ziele zu begründen, die eh nicht zur Diskussion stehen.
  2. Die Sinnbezüge liegen aus Sicht der Lehrenden eh „auf der Hand“.
  3. Wenn man Lehrziele durchdenkt, kann es dazu führen, dass die inhaltlichen Bezüge schnell über den „Tellerrand der eigenen Lehrveranstaltung“ hinausgehen und damit ein Legitimitätsproblem herbeiführen können.

Informierende Unterrichtseinstiege sind eine Möglichkeit, für diese Transparenz zu sorgen. Dies reicht alleine jedoch nicht aus, wenn der Bezug bzw. die Bedeutung für die Lernenden für sich selber nicht ersichtlich ist.
Im weitesten Sinne wird hier die „Sinn-Frage“ angeschnitten, zu der es bei Lisa Rosa ein Interview [PDF] mit Rückheim und Erdmann gibt.

3. Anpassung der Lehre an das Niveau der Lernenden: Instruktionsqualität

Prenzel unterscheidet zwei Stufen von Lernzielen:

  • höhere Lernziele -> Verstehen
  • niedere Lernziele -> Faktenwissen, Grundfertigkeiten

Durch niedere Lernziele werden Lernende deutlich mehr demotiviert als durch höhere Lernziele. Das problemlösende Lernen, bei dem man selber nachdenken und neue Wege finden kann (und muss), führt zu mehr Motivation.

4. Fehlendes Zutrauen und mangelnde Kompetenz

Lehrende kontrollieren viel. Oft sehr viel mehr als sie müssten. Wie schon im ersten Punkt (Autonomie des Lerners) angesprochen, ist oft das fehlende Vertrauen in die Lösungskompetenz der Lernenden die Ursache. Daher sollten Lehrende Vertrauen in die Kompetenzen der Lernenden entwickeln und nicht jeden Arbeitsschritt, jeden kleinen Weg kontrollieren, bewerten und reflektieren. Prenzel merkt an, das hier im besonderen Maße eine Attribution nach Geschlechtszuordnung vorgenommen wird. Dies betrifft beispielsweise die naturwissenschaftlichen Fächer, in denen „erfahrungsgemäßt die Jungen einfach besser sind“. Bei den Mädchen führen Rückmeldungen dann zu keiner hohen Motivation, die mit „Schön, dass Du es geschafft hast…“ beginnen. Auch positiv gemeinte Rückmeldungen können je nach Kontext und Bedeutung demotivierend wirken.

5. Soziale Einbindung: gehören Lernende auch dazu?

Lernende und Lehrende bilden eine Gemeinschaft. Viel zu selten gibt es das Bewusstsein, dass es eine gegenseitige Abhängigkeit gibt, die gepflegt und genutzt werden kann. Gegenseitige Partizipation an Überlegungen und in Gesprächen gehören ganz zentral dazu.

Motivational vorteilhaft ist, dass durch eine intakte Kollaboration innerhalb der Lehr-Lern-Gruppe das Bedürfnis nach sozialer Integrität gestärkt wird. Das Gefühl, dazu zu gehören und gebraucht zu werden, hat einen große Bedeutung für meine Motivation und damit für das Selbstverständnis, mit dem ich in einem sozialen Gefüge interagiere.

6. Was interessiert den Lehrenden der Lehrstoff?

Wenn Lehrende ihren Lehrstoff selber nicht sonderlich interessant finden, sondern vor allem die Lehre über eine geschichtliche Notwendigkeit argumentieren oder „weil es eben im Lehrplan steht“, dann kann nach Prenzel auch die Motivation der Lernenden nicht hoch sein. Man könnte auch sagen:

Die Motivation des Lehrenden kennzeichnet die maximale Motivation der Lernenden.

Demotivierend für eine Lernsituation ist, wenn der Lehrende das Gefühl vermittelt, die eigene Zeit zu vergeuden und kein Interesse zeigt. Was ist aber mit den Lehrenden, die jedes Jahr aufs Neue einen Lerninhalt wieder und wieder durchnehmen müssen? Prenzel gibt den Tipp, dass man den Lehrnstoff aus den Augen der Lernenden sehen sollte und so immer wieder neu entdecken kann. Der Rollenwechsel tut sein übriges, um das Verständnis für die Situation der Lernenden zu stärken.

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Wenn ich nun versucht habe, wesentliche Gedanken von Prenzel zusammenzufassen, dann ist dies sicherlich nur unzureichend gelungen. Dies betrifft besonders die Beispiele und Untersuchungen, die er zur Untermauerung seiner Thesen aufführt.

Es sei daher unbedingt empfohlen, in der nächsten Bibliothekt nach dem Buch zu suchen und sich die Seiten zu kopieren. Leider ist der Artikel bisher nicht digital veröffentlicht worden.

Quelle:
Manfred Prenzel Sechs Möglichkeiten, Lernende zu demotivieren
(in H. Gruber & A. Renkl (Hrsg.): Wege zum Können. Determinanten des Kompetenzerwerbs. Bern, Verlag Huber, 1997)