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	<title>EduShift &#187; Paradigma</title>
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		<title>Schulreform von innen &#8211; oder außen?</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 09:23:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Auf Twitter hatte ich nach einer längeren Diskussion zwischen Sabine Czerny und Christian Füller eingeworfen, dass der Systemwechsel von Schule zwar eine schulische Angelegenheit ist, er aber nur kulturell, also von außen, angestoßen werden kann. Daraufhin hat Christian Füller in seinem Blog <a href="http://pisaversteher.de/index.php?id=11&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=91&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2011&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=07&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=16&#038;cHash=3e83bd2adf">pisaversteher.de</a> in der ihm eigenen Art der liebevoll gesetzten Provokation beschrieben, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Twitter hatte ich nach einer längeren Diskussion zwischen Sabine Czerny und Christian Füller eingeworfen, dass der Systemwechsel von Schule zwar eine schulische Angelegenheit ist, er aber nur kulturell, also von außen, angestoßen werden kann. Daraufhin hat Christian Füller in seinem Blog <a href="http://pisaversteher.de/index.php?id=11&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=91&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2011&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=07&#038;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=16&#038;cHash=3e83bd2adf">pisaversteher.de</a> in der ihm eigenen Art der liebevoll gesetzten Provokation beschrieben, wie es sich mit dem &#8220;innen&#8221; und &#8220;außen&#8221; von Schule verhält.</p>
<p>Er ist zu dem Schluss gekommen, dass es ein Zusammenspiel von gesellschaftlicher Entwicklung und schulischen Strukturen geben muss, wenn sich Schule verändern wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;Schulreform oder, grundsätzlicher, Systemwechsel, entsteht durch ein wechselseitiges Aufschaukeln der Reformer drinnen und draußen, oben und unten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie kann man dem widersprechen?<br />
<span id="more-2144"></span><br />
Was ich mit dem Tweet ansprechen wollte, versuche ich im Folgenden genauer auszuführen. Ich habe es nicht so gemeint, dass in den KuMis, BezRegs und Schulen Personen sitzen müssen, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Das ist absolut richtig und wichtig!</p>
<p>Meine Perspektive für den Tweet war eine weitere, die sich auf die Veränderungen durch ein neues Leitmedium bezog. Ich hole dafür mal etwas weiter aus:</p>
<p>Wenn wir uns die gesellschaftlichen Umbrüche anschauen, so befinden wir uns gerade in einer besonderen Zeit. Mit der Digitalisierung &#8211; vor allem angestoßen mit der Verbreitung der Computer in den Haushalten ab den 90er Jahren &#8211; haben wir historisch gesehen eine neue Stufe der Entwicklung erreicht. Neue Technologien/Werkzeuge ermöglichen dem Menschen neue Dimensionen der Problemlösung:</p>
<p><em>So wie ein Hammer ist mehr ist als eine Faust, eine Maschine mehr als ein Hammer, so ist der Computer auch mehr als eine Maschine!</em></p>
<p>Die Digitalisierung und der Computer führen zu grundlegenden Veränderungen im Zusammenleben der Menschen, wie wir in Ansätzen heute bereits an vielen Stellen erkennen können.</p>
<p>In welcher Form der Übergang von einem Leitmedium zu einem neuen verlaufen kann, lässt sich rückblickend am ehesten beschreiben:  Zum Beispiel an dem Übergang von der Handschrift zum Buchdruck im 15. Jahrhundert. Der Buchdruck war eigentlich dafür erfunden worden, die langen handschriftlichen Übertragungen der wenigen Bücher zu vereinfachen.</p>
<p>Sehr schnell wurden jedoch nicht nur &#8220;alte Schriften&#8221; kopiert, sondern neue Bücher gedruckt. Neue Bücher, sind neue Gedanken, ist Fortschritt! Damit war erstmals die Verbreitung auch von kleineren Texten in einem großen Maßstab möglich und hat &#8211; in der Konsequenz &#8211; zur Industrialisierung geführt (siehe auch den Artikel &#8220;<a href="http://www.edushift.de/2010/10/20/leitmedienwechsel/">Leitmedienwechsel</a>&#8220;).</p>
<p>Durch die breite Verfügbarkeit des gedruckten Buches mussten die Menschen  neue Kompetenzen lernen. Sie mussten lernen, Bücher zu lesen und die dort formulierten Gedanken zu verstehen. Lineares Lesen beispielsweise war eine wichtige Kompetenz bei der Nutzung des Buches.<br />
Dies hat dazu geführt, dass die Schule in der auch heute noch bekannten Form entwickelt wurde, die für die Allgemeinbildung sorgen sollte. Allgemeinbildung bedeutete, dass es einen Grundkonsens über die Interpretation von Büchern und eine gesicherte Kompetenz der BürgerInnen gab, die Bücher zu konsumieren.</p>
<p>Schule ist daher untrennbar mit der Buchgesellschaft verbunden. Wollen wir Schule fit machen für das neue<em> digitale </em>Leitmedium, müssen wir sie also neu denken &#8211; und damit erstmal verwerfen. Eine Schulreform muss die Schule von der Buchgesellschaft lösen und die heraufziehenden kulturellen Veränderungen berücksichtigen. Es reicht nicht, die neuen Medien &#8216;irgendwie&#8217; in den Unterricht zu integrieren und Medienkompetenz zu fordern. Damit bewirkt man vor allem, dass der Computer nur als eine Art verbesserte Technologie gesehen wird &#8211; nicht aber als etwas anderes, neues.  Den Computer als Ersatz für Bekantes zu sehen ist als erste Reaktion verständlich, wird sich aber als nicht ausreichend herausstellen.</p>
<p><em>Dem Computer wohnt mehr Potential inne als die digitale Form gedruckter Bücher. </em></p>
<p>Ein neues Leitmedium führt zu einer tiefgreifenden Veränderung des gesellschaftlichen Gefüges. Es bleibt nur das Problem, dass wir in den Anfangstagen noch nicht darauf schließen können, welche Veränderungen es sein werden und wann genau diese offensichtlich werden.</p>
<p>Schule zu reformieren bedeutet also, zuerst einmal zu akzeptieren, dass wir uns in einem Paradigmenwechsel befinden. Wenn die grundlegenden gesellschaftlichen Annahmen in Frage gestellt werden müssen, lässt sich Schule nicht aus dem System Schule heraus verändern. Auch nicht einfach &#8220;von außen&#8221; durch Behörden. Wahrscheinlich reichen selbst konspirative Verbindungen zwischen Leuten innerhalb und außerhalb der Schule nicht aus, um einen Kristallisationskeim für die Veränderungen zu geben.</p>
<p>Schule ist eine ureigene gesellschaftliche Institution, die kaum trennbar mit unserer Kultur verbunden ist. Veränderungen an der Schule sind immer kulturell determiniert und können nur in diesem kulturellen Kontext stattfinden.</p>
<p>Uns bleibt vorerst, Fragen zu stellen und Widersprüche aufzuzeigen.</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=2144&amp;md5=9ec2976ead0b49b3a78c8a47a0c13823" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Systemtransformation</title>
		<link>http://www.edushift.de/2011/07/04/systemtransformation/</link>
		<comments>http://www.edushift.de/2011/07/04/systemtransformation/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 15:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eine vertrackte Situation: Dieser Tage müssen die politischen Entscheidungsträger das weitere Vorgehen festlegen, wie mit der Schuldenkrise in Griechenland umzugehen sei. Und es ist ja potentiell nicht nur Griechenland. Andere europäische Staaten sind ebenso gefährdet wie Städte und Kommunen in Deutschland.</p> <p>Was bedeutet dies strukturell betrachtet? Ein System, das offensichtliche Schwächen zeigt, soll mit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine vertrackte Situation: Dieser Tage müssen die politischen Entscheidungsträger das weitere Vorgehen festlegen, wie mit der Schuldenkrise in Griechenland umzugehen sei. Und es ist ja potentiell nicht nur Griechenland. Andere europäische Staaten sind ebenso gefährdet wie Städte und Kommunen in Deutschland.</p>
<p>Was bedeutet dies strukturell betrachtet? Ein System, das offensichtliche Schwächen zeigt, soll mit den bestehenden Methoden erfolgreich saniert werden? Ist eine Selbstheilung im jetzigen Stadium noch möglich?<br />
<span id="more-2023"></span><br />
Zuerst eine ein kurzes Abstecken der grundlegenden Begrifflichkeiten, um den Kontext der Argumentation festzulegen.<br />
Systeme sind operational geschlossene und autopoietische Gebilde, deren einzelne Elemente sich durch eine generalisierte Kommunikation gegenseitig als Systembestandteile erkennen. Das generalisierte Kommunikationsmedium der Wirtschaft ist &#8220;Geld&#8221;, für die Erziehung ist es &#8220;Kind&#8221; und in der Politik ist es &#8220;Macht&#8221;. In der Politik dreht sich alles um das Erreichen, Halten und den Verlust von Macht (nach N. Luhmann)<br />
Ich werde im Folgenden die systemtheoretische Perspektive nicht immer stringent einhalten und mit einer normativen Ebene vermischen.</p>
<p>Um im politischen System erfolgreich zu sein, muss man sich an die systeminternen Gepflogenheiten aus Normen, Werten und Kommunikationsstilen gewöhnen. Man baut gleichsam einen politischen Habitus auf. Politik zu machen ohne traditionell politisch zu agieren, ist nicht möglich. Selbst der Versuch einer Umdeutung des Begriffs &#8220;Politik&#8221; ist nur in geringem Maße möglich. Deutlich wird dies zum Beispiel am Fall Joschka Fischer, bei dem die Turnschuhe bei der Vereidigung zum Umweltminister in Hessen als Symbol dafür herhalten mussten, dass er trotz der Unterwerfung unter die politischen Riten eigentlich noch ein anderes Ziel für sein Engagement vorzugeben glaubte.</p>
<p>Ähnliches findet sich in vielen Biographien von Menschen, die sich mit einer bestehenden Situation nicht abfinden wollen. Die Gretchenfrage: Soll ich mich, um meine Vorstellungen einarbeiten zu können, den Regeln eines bestehenden Systems unterwerfen? Wie lange halte ich es aus, ein &#8216;wackeliger Stein&#8217; in der Mauer zu sein? Und bekomme ich die schleichende Assimilation überhaupt mit, bevor ich Teil des Ganzen werde?<br />
Andererseits könnte ich auch das System an sich in Frage stellen und mich raushalten &#8211; und den den bestehenden Protagonisten das Feld überlassen. Ein Dilemma.</p>
<p>Aber zurück zur Eingangsfrage und Griechenland. Die aktuelle wirtschaftlich-politische Situation &#8211; nicht nur in Europa &#8211; ist besorgniserregend. Wir haben es nicht nur mit einem isolierten Problemfall &#8220;Griechenland&#8221; zu tun. An diesem Fall werden jedoch zur Zeit die Probleme sichtbar, die wir bisher sträflich verdrängt haben: politisch ist die Frage der europäischen Einigung weiterhin ungeklärt und wirtschaftlich haben wir es mit den massiven Folgen der Zinsen im Zusammenhang mit der praktizierten Geldpolitik zu tun. Beides sind Folgen jahrzehntelanger politischer Aktivitäten, die auch gesellschaftlich <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/alle-haben-mitgefressen/">mitgetragen wurden.</a> Einzelne Schuldige zu suchen wird also nicht gelingen. Wir haben ein kulturelles Problem.</p>
<p>Wie kann jedoch ein bestehendes System mit seinen ihm eigenen Strukturen etwas reparieren, dass es selber hervorgerufen hat. Die Fehler sind ja nicht erst plötzlich aufgetaucht, sondern wurden lange prognostiziert. Beispielhaft sei hier das Problem der Geldpolitik genannt: Im Aufschwung orientiert man sich an der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, im Abschwung agiert man nach Keynes und betreibt deficit spending. Werden die durch Schulden finanzierten Ersatzinvestitionen jedoch nicht durch erhöhte Steuereinnahmen im konjunkturellen Aufschwung refinanziert, entstehen die horrenden Staatsverschuldungen, wie wir sie heute haben. Das war abzusehen. Dies geschieht nicht in böser Absicht der politischen Entscheidungsträger, sondern ist systemimmanent verankert. Wer bei der nächsten Wahl seine Macht sichern möchte, erhöht nicht die Steuern. Denn: Wer kann schon sagen, ob es sich bei dem &#8216;zarten Pflänzlein&#8217; wirklich um einen konjunkturellen Aufschwung handelt? Das stellt man immer erst ex post fest, wenn es zu spät ist und die nächsten staatlichen Schulden gemacht werden müssen.</p>
<p>Die Reform der bestehende Systeme ist eine große Aufgabe. Schaffen wir eine Neustrukturierung mit viel Kraft und Anstrengung im laufenden Betrieb &#8211; oder bleibt nur die schmerzhafte Revolution? Haben wir Beispiele für sanfte Übergänge, an denen wir uns orientieren können?</p>
<p>Volkswirtschaftlich hat es vor allem durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 1929 einen Paradigmenwechsel gegeben. Man nahm Abstand von der Vorstellung des klassischen Liberalismus um Adam Smith, der die Aufgabe des Staates besonders in der Sicherstellung von Infrastruktur, Rechtssystem und zur Landesverteidigung sah (&#8220;Nachtwächterstaat&#8221;). J. M. Keynes entwickelte den nach ihm benannten Keynesianismus, nach dem der Staat regulierend (ausgleichend) in die wirtschaftlichen Abläufe eingreifen sollte. Mit der Chicagoer Schule, die in den 70er Jahren durch M. Friedman eine Renaissance erlebte, kam die Vorstellung zurück, dass der Staat mehr Schaden als Nutzen anrichten würde und die freien Märkte das beste Mittel sein, um die Verteilung knapper Ressourcen gesamtgesellschaftlich zu gewährleisten. Hier orientiert man sich wieder an den Anfängen der Wirtschaftstheorie &#8211; eingebettet in einem neuen Gewand.<br />
Wirtschaftstheoretisch hat es also im Wesentlichen nur einen Paradigmenwechsel gegeben: Der Wechsel von der klassischen Nationalökonomie zum Keynesianismus. Dieser Wechsel ist nicht aus einer Euphorie heraus entstanden, sondern durch eine Weltwirtschaftskrise, in deren Folge ganz Europa durch den 2. Weltkrieg am Boden lag.</p>
<p>Die Situation heute ist ähnlich. Zwar haben wir keine massenhaften Kredite aus den USA, die in Europa langfristig angelegt wurden und nun durch die Krise kurzfristig zurückgefordert werden (black thursday). Wir haben es aber mit einem nicht mehr zu kontrollierenden Handel mit Geld zu tun, der durch die Banken und ihr Zusammenstellen von Derivaten ausgelöst worden ist. Diese Blase ist in erster Linie durch die Immobilienkrise in den USA und in Spanien geplatzt. Die durch übertriebene Spekulationen aufgebauten Risiken haben sich zu Verlusten verkehrt und werden nun sozialisiert, &#8211; weil die betreffenden Institute systemrelevant sind. Das eigentlich Problem bleibt bisher unangetastet: Zu einer eingehenderen Kontrolle der Finanzmärkte konnte man sich bisher nicht entschließen.</p>
<p>Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass es auf einen harten Umbruch des Systems hinausläuft &#8211; mit unvorhersehbaren Folgen.</p>
<p>Wir müssen uns klar werden, dass alle gesellschaftlichen Systeme ein elementares Ziel verfolgen sollten: Den Wohlstand und das Wohlergehen Aller zu sichern. Wenn ein System offensichtlich bei der Erfüllung dieser Aufgabe Fehler macht, muss man innehalten. Liegt nur ein Programmierfehler vor, oder handelt es sich um strukturelle Probleme, weil die angenommenen Bedürfnisse auf die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen (zum Beispiel durch die Globalisierung) nicht mehr passen?<br />
In beiden Fällen ist eine neue (Fein-)Abstimmung nötig. Ein System ist kein Selbstzweck, sondern kann verändert werden. Denn es gilt, wie M. Landmann formulierte: Der Mensch ist zugleich &#8220;Schöpfer und Geschöpf der Kultur&#8221;.</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=2023&amp;md5=972dac4d370854ae668c01eb23f06313" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bildung und Mensch im digitalen Zeitalter</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 16:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nach den Gedanken zum „<a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/10/20/leitmedienwechsel/">Leitmedienwechsel</a>“ und zum „<a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/10/24/gedanken-zum-changing-paradigms/">Changing Paradigms</a>“, bei denen Ken Robinson und Hans-Peter Dürr aufgegriffen worden sind, ein Video von Gunter Dueck, welches in eine ähnliche Richtung stößt. In dem Vortrag auf der <a href="http://www.tedxrheinneckar.de/">TEDxRheinNeckar</a> spricht Dueck über das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8&#38;feature=player_embedded">Bildungssystem</a> und erklärt, warum Goethe es nicht gewollt hätte, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nach den Gedanken zum „<a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/10/20/leitmedienwechsel/">Leitmedienwechsel</a>“ und zum „<a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/10/24/gedanken-zum-changing-paradigms/">Changing Paradigms</a>“, bei denen Ken Robinson und Hans-Peter Dürr aufgegriffen worden sind, ein Video von Gunter Dueck, welches in eine ähnliche Richtung stößt. In dem Vortrag auf der <a href="http://www.tedxrheinneckar.de/">TEDxRheinNeckar</a> spricht Dueck über das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8&amp;feature=player_embedded">Bildungssystem</a> und erklärt, warum Goethe es nicht gewollt hätte, dass wir heute Faust I und II <em>lesen</em> und sagt auch, was mit den Lehrern passiert, wenn sich das Bildungssystem geändert hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Dueck besitzt die Fähigkeit, Geschichten lebhaft zu erzählen und stößt zum Nachdenken an &#8211; unvermeidlich. Die 23 Minuten sollte man sich gönnen:</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Optk-gYgFo8?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/Optk-gYgFo8?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">(Dank an <a href="http://twitter.com/cervus">@cervus</a>, der das Video aufgetan und an <a href="http://twitter.com/lisarosa">@lisarosa</a>, die es auf Twitter kräftig verbreitet hat).</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1436&amp;md5=e4c0320b8147b8591bd60cdcf833157a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gedanken zum &#8220;Changing Paradigms&#8221;</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/10/24/gedanken-zum-changing-paradigms/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 16:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dürr]]></category>
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		<category><![CDATA[leitmedienwechsel]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Sir Ken Robinson hat wieder gesprochen und alle stimmen fröhlich in den Chor der Befürworter ein: “Er hat Recht” &#8211; “Gut, dass er es mal sagt” und vor allem die Hoffnung: “Jetzt wird es sicherlich einen Ruck geben”. Ich gehöre auch dazu &#8211; dabei ist die Frage, warum&#8230;? Eigentlich gibt es keinen guten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Sir Ken Robinson hat wieder gesprochen und alle stimmen fröhlich in den Chor der Befürworter ein: “Er hat Recht” &#8211; “Gut, dass er es mal sagt” und vor allem die Hoffnung: “Jetzt wird es sicherlich einen Ruck geben”. Ich gehöre auch dazu &#8211; dabei ist die Frage, warum&#8230;? Eigentlich gibt es keinen guten Grund, außer an einem Hype teilzunehmen.<br />
Ich versuche das letzte Video zum Anlass zu nehmen und ein paar Gedanken dazu zu notieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor ein paar Tagen wurde von RSA-Animate ein Teil <a href="http://www.thersa.org/events/vision/archive/sir-ken-robinson">einer Rede</a> von Robinson aufgearbeitet, die er bereits am 16. Juni 2008 gehalten hatte. Audio, Video und Transcript des Vortrages gibt es bei <a href="http://www.thersa.org/events/vision/archive/sir-ken-robinson">theRSA</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/zDZFcDGpL4U?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/zDZFcDGpL4U?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<span id="more-1414"></span>
</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich mich bei Sir Ken Robinson zunehmend frage: Gibt er nicht eigentlich nur Trivialweisheiten von sich, welche an anderer Stelle schon formuliert wurden. Kaum ein Satz von ihm wird nicht in irgendeiner (reform-)pädagogischen Schrift so oder so ähnlich zu finden sein. Oder?</p>
<p style="text-align: justify;">Kann man deshalb auf ihn verzichten? Nein, sicher nicht. Ich möchte deshalb gerne auf andere, nicht pädagogische Ideen verweisen, die zusammen mit den Ideen von Robinson zeigen, dass es trotz der hohen Redundanz eben um etwas geht, was vielleicht immer und immer wieder wiederholt werden muss, bevor es anerkannt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Es geht um mehr als “nur” eine Anpassung der Schule an neue gesellschaftliche Wirklichkeit. Es geht darum, dass man sich auf eine neue Epoche einstellt, die sich von der Zeit der Industrialisierung nicht nur in der Form der Arbeit deutlich unterscheidet. Hier leistet Sir Ken Robinson sicherlich wertvolle Arbeit &#8211; aber er ist nicht der einzige.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine spannende Entdeckung der letzten Wochen war das Buch von Hans-Peter Dürr &#8216;<a href="http://t.co/5Rg3hLb">Warum es ums Ganze geht</a>&#8216; (Ein Interview mit ihm findet man übrigens <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=d9ab31b8-9c0e-4429-9cb4-6c19b8115a5d">hier</a>). In seinem Buch zeigt er auf, warum wir seiner Meinung nach mit unserem bisherigen Verständnis der Welt nicht mehr weiter machen können. Dabei hat er nicht das Bildungsystem vor Augen, sondern spricht aus seiner Erfahrungen als Physiker (Träger des alternativen Nobelpreises). Hans-Peter Dürr hat lange Zeit mit Werner Heisenberg zusammengearbeitet und war sein Nachfolger als Vorsitzender des Max-Planck-Instituts. Er ist also relativ unverbraucht für die pädagogische Diskussion.</p>
<p style="text-align: justify;">Umso interessanter ist es, dass er ganz ähnlicher Prozesse aufzeigt, wie sie in der educational-shift Debatte formuliert werden. Seine Expertise ist dabei jedoch die Teilchenphysik&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Er berichtet, dass sich die Physiker mit der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie anscheinend ihrer Grundannahme beraubt haben, dass Materie eine unverrückbare Konstante unserer Welt ist. Die Annahme für die Materie war, dass ein Atom, das unteilbare Teilchen, immer ein und das gleiche ist &#8211; gestern, heute und morgen. Nimmt man beliebig viele dieser Atome, so entstehen Gebilde, die bei genügend feiner Untersuchung vorhersagbares Verhalten an den Tag legen sollten. Alles ist ja begrenzt auf eine bestimmte Anzahl von Elementen und unterscheidet sich nur in der Art der Zusammensetzung. Es wäre also alles mathematisch exakt zu fassen, wenn es sich nur mit einer genügend komplexen Rechnung simulieren ließe.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit der Quantenmechanik &#8211; und eigentlich schon mit den Erkenntnissen aus Rutherfords Streuversuch &#8211; war klar, dass das Atom als unteilbares Teilchen nicht mehr als Vorstellung haltbar war. Atome bestehen aus einzelnen &#8211; noch kleineren Bauteilen.<br />
Am Beispiel des Elektrons kann man dabei eine tiefgreifende Erkenntnis zeigen: es besteht nicht aus einem stofflichen Teilchen, sondern aus einer elektrischen Ladung, die &#8216;da ist&#8217;. Einen übergroßen Teil eines Atoms nimmt also ein Etwas ein, welches keine Materie trägt. Dürr fuhrt dazu den Begriff des Wirks ein. Ein Wirks als Gedankenkonstrukt besteht nicht aus stofflicher Materie, ist aber für den Aufbau der Welt unabdingbar. Alles besteht eben aus Wirks.<br />
Ausgehend davon formuliert er:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;"><em> Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig. Und die Materie ist gewissermaßen die Schlacke des Geistes, sie bildet sich hinterher durch eine Art Gerinnungsprozess. (Dürr, S. 106)<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;">Wer weiter in die Überlegungen zum Teilchenmodell einsteigen möchte, möge bitte im Buch nachlesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ausgehend von dieser Relativierung steht für Dürr auch das scheinbar exakte, mathematische Modell der Wissenschaft in Frage:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;"><em>Wissenschaft kann nicht mehr an der Objektivität aufgehängt werden. Die Isolation und Fragmentierung hat sich als falscher Weg erwiesen. Stattdessen wissen wir heute von der prinzipiellen Einheit des Universums. Daraus folgt, dass die Spaltung von Mensch und Natur nur in unserer Vorstellung gegeben ist. (Dürr, S. 166)<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;">&#8230; womit auch die von uns praktizierte Form des Warenhandels fraglich wird:<br />
<em> </em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;"><em>Unsere westliche Konsumkultur, unser [...] wirtschaftliches Wettrennen stellt nur eine winzige Nische innerhalb unserer Möglichkeiten dar. Trotzdem glauben viele Menschen, dass die wirtschaftlichen Sachzwänge Naturgesetze seien. Nein, es sind menschengemachte Zwänge. (Dürr, S. 112)<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;">Dürr formuliert, ausgehend von der Relativierung des Materiebegriffes, dass die Annahme, es gäbe nur &#8216;ja&#8217; oder &#8216;nein&#8217;, nicht mehr zuträglich für eine moderne Problemlösung sei. Auch bei mehr und mehr Wissen und steigender Exaktheit wird es nicht möglich sein, eine unverrückbare Einteilung der Dinge vorzunehmen. Vielmehr ergeben sich bei näherer Betrachtung immer größere Unsicherheiten.</p>
<p style="text-align: justify;">An dieser Stelle fühlte ich mich an das triadische Denken von Michael Giesecke erinnert, welches er in seinem Aufsatz “Triadisches Denken und posttypographische Erkenntnistheorie” ausführt [<a href="http://www.michael-giesecke.de/giesecke/dokumente/261/Triadisches_Denken.pdf">PDF</a>].</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;"><em>Das triadische Denken versteht sich als Ergänzung und Alternative zum elementaren logischen Denken mit ‘Ja/Nein’- Entscheidungen, bei dem nach der Regel ‘tertium non datur’ verfahren wird. Es sucht Alternativen sowohl zu binären Schematisierung als auch zu einem systemischen Netzwerkdenken, welches beliebig viele, meist ad hoc konstruierte Perspektiven auf die Phänomene vorschlägt. Möglicherweise hängt alles mit allem anderen zusammen (Holographieprinzip), aber es ist gewiss, dass wir in unserem Denken die Komplexität dieser Zusammenhänge reduzieren (müssen). [Giesecke, S. 6]<br />
[…]<br />
Das neue triadische Denken geht konsequent von drei Faktoren aus, die gleichwertig sind und deshalb auf derselben logischen Ebene anzusiedeln sind. Das vierte Element ist das Ergebnis ihres Zusammenwirkens und liegt auf einer andern logischen Ebene. [Giesecke, S. 9]</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die genannten Personen seien nur beispielhaft genannt für alternative Betrachtungsweisen auf unsere bisherigen Strukturen. Wir hätten also auch ohne Sir Ken Robinson &#8211; der ohne Zweifel über eine mitreißende Rhetorik verfügt &#8211; genügend Ansätze, um die Gedanken über einen Paradigmenwechsel zu formulieren. Auch für die Schule. Leider werden im deutschen Sprachraum die Vertreter einer alternativen Betrachtung schnell zu (intellektuellen?) Spinnern abgestempelt. Schade, dass die Strukturen des binären Denkens in unserer Sprache noch so intakt sind&#8230;</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1414&amp;md5=676db680ddff360215d841086b45d303" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leitmedienwechsel</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 11:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[leitmedienwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Auf dem <a href="http://www.adz-netzwerk.de/2.-adz-Regionalkonferenz-in-NRW.php">2. ADZnrw</a> Treffen in Köln ergab sich für mich die Gelegenheit, eine Session über den Leitmedienwechsel und das Ende der Handschrift zu halten.<br /> Ich habe in der Session die Veränderung in der Bedeutung der Handschrift zum Anlass genommen, auf einen sich abzeichnenden Wandel des Leitmediums zu verweisen. Das Popplet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Auf dem <a href="http://www.adz-netzwerk.de/2.-adz-Regionalkonferenz-in-NRW.php">2. ADZnrw</a> Treffen in Köln ergab sich für mich die Gelegenheit, eine  Session über den Leitmedienwechsel und das Ende der Handschrift zu halten.<br />
Ich habe in der Session die Veränderung in der Bedeutung der Handschrift zum Anlass genommen, auf einen sich abzeichnenden Wandel des Leitmediums zu verweisen. Das Popplet findet sich <a href="http://www.bluemac.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/popplet_handschrift.pdf">hier als PDF</a>, die drei erwähnten Artikel über die Bedeutung der Handschrift finden sich <a href="http://instapaper.com/zNxzcv51Q">hier</a>, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23745/1.html">hier</a> und <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/die_handschrift_ist_eine_unnatuerliche_art_zu_schreiben_wir_sollten_sie_auf_den_muellhaufen_der_geschichte_werfen_und_nicht_mehr_unsere_kinder_drangsalieren_1.4475414.html">hier</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.bluemac.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/popplet_handschrift.pdf"><img class="size-full wp-image-1397 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2010-10-20 um 13.01.44" src="http://www.bluemac.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Bildschirmfoto-2010-10-20-um-13.01.44.png" alt="" width="336" height="251" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden möchte ich nun weniger auf das Ende der Handschrift eingehen, sondern vielmehr die bisherigen Gedanken zum <span style="text-decoration: underline;">Leitmedienwechsel</span> zusammentragen und verknüpfen.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Der Leitmedienwechsel</h4>
<p style="text-align: justify;">Das erste Mal bin ich bei <a href="http://twitter.com/lisarosa">Lisa Rosa</a> auf den Begriff &#8216;Leitmedienwechsel&#8221; gestoßen. Sie formuliert beispielsweise in ihrem <a href="http://shiftingschool.wordpress.com/2010/01/15/educamp-2010-in-hamburg-ec10hh/">Beitrag</a> zum EduCamp 2010 in Hamburg die These, dass sich die Struktur des Gehirns durch die Nutzung des Mediums grundlegend ändern kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Was sind Leitmedien?</em></p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Alles, was wir über die Welt wissen, wissen wir aus den Medien&#8221; (nach N. Luhmann, &#8220;Die Realität der Massenmedien&#8221;).<br />
Kommunikation ohne Medien ist nicht möglich. Daher ist das Medium auch nicht nur als &#8216;Neue Technologie&#8217; zu verstehen, sondern als jede Form, in der Menschen miteinander in Interaktion treten und kommunizieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Werkzeug der Kommunikation, also das Medium, ermöglicht einerseits den Informationsaustausch, andererseits begrenzt es aber auch gleichzeitig die Art und Weise, wie wir kommunizieren können. Wir können uns nur über Inhalte austauschen, die begrifflich im Medium beschrieben werden können, also gesetzt sind. Dinge, für die wir keinen Begriff haben, sind nicht kommunizierbar oder können nur über Gleichnisse dargestellt werden &#8211; womit sie einem noch höheren Fehler unterliegen als die gemeine Kommunikation selber.<br />
Wenn im Medium die Begriffsbildung eingeschränkt ist und damit die Art, wie wir uns über die Umwelt austauschen können, dann bedingt die Limitierung des Mediums auch unsere Wahrnehmunug der Realtität. Wir können nur sehen und erklären, worüber wir uns kollektiv schon einen Begriff gebildet haben.<br />
Dies hat weitreichende Folgen für die Perspektive, wie wir die Entwicklungsschritte der Menschheitsgeschichte sehen. Die Entwicklung der Technologien beispielsweise ist damit direkt abhängig von dem verwendeten Medium.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Welche Leitmedien haben uns in der Geschichte bisher begleitet?<br />
</em>Dazu hat M. Giesecke vier wesentliche Abschnitte definiert:</p>
<h5 style="text-align: justify;">Deiktische und orale Phase</h5>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Kommunikation über Gestik, dann über Sprache &#8211; Frühzeit bis Jungsteinzeit.<br />
Ohne die Abstimmung zwischen Jagenden war die Versorgung einer größeren Gruppe nicht möglich. Erst durch die &#8216;Erfindung&#8217; der Sprache waren die möglichen Absprachen genügend differenziert, um komplexe Abläufe wie die Vorratshaltung und Herrschaftsansprüche zu formulieren und koordinieren, ohne die es keine Seßhaftwerdung der Menschen gegeben hätte.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Skriptographische Phase</h5>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Kommunikation über Schrift &#8211; erstmals ~3000 v. Chr. in Mesopotanien.<br />
Schrift ermöglichte es den Menschen, Planungen und komplexe Berechnungen über einen momentanen Einfall hinaus zu konservieren und so auch Prozesse an unterschiedlichen Orten sinnvoll zu koordinieren. Auch die zuverlässige Weitergabe von Informationen über die generationalen Begrenzungen waren durch die Erfindung einer Schrift möglich. Einen gesicherten Informationsstand konnte man von Generation zu Generation übertragen.<br />
Hätten die Ägypter das schriftliche Medium nicht beherrscht, wäre ihre Hochkultur unmöglich gewesen. Die Pyramiden sind ohne die Schriftkultur nicht vorstellbar.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Typographische Phase</h5>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert.<br />
Durch den Buchdruck wird die massenweise Verbreitung von Gedanken ermöglicht, sodass auch Menschen, die bisher nicht zur Elite gehörten, grundsätzlich Zugriff auf Gedanken anderer Menschen haben, denen sie nicht persönlich begegnet sind. In erster Konsequenz betraf das die Kirche, die ihre alleinige Deutungshoheit über die Bibel verloren hat (Übersetzung und Vervielfältigung).<br />
Im Fortgang der Geschichte wurde durch den Buchdruck, die Erweiterung der gebildeten Bevölkerungsschichten und den Gedankenaustausch über die lokale Sphäre hinaus aber auch die Industrialisierung ermöglicht. Ohne den Burchdruck hätte es die Entwicklung der Dampfmaschine und damit die Industrialisierung der europäischen Gesellschaft nicht gegeben.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Digitale Phase</h5>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Mit den Datenbanken und der digitalen Datenverarbeitung beginnt diese Phase, bei der sich dann, durch die Vernetzung von Informationen, ein ganz neuer Nutzen zeigte: Das nicht lokal gebundene, vernetzte Denken entstand durch die Einführung des ARPANET und wurde besonders durch die Einführung des WWW einer breiteren Öffentlichkeit verfügbar gemacht und wurde mit der begrifflichen Umschreibung des &#8216;Web 2.0&#8242; auch als breiteres Mitmach-Medium aufgefasst.</p>
<p style="text-align: justify;">Interessant an der Einteilung von Giesecke ist, dass sich die Verfügbarkeit des Leitmediums im Laufe der Zeit gravierend geändert hat.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Oral<br />
Jeder hat in gleicher Weise partizipiert. Die Sprache stand allen zur Verfügung.</li>
<li>Skriptographisch<br />
Nur Eliten hatten Zugriff, waren Eingeweihte. Vor allem religiös genutzt.</li>
<li>Typographisch<br />
Wiederentdeckung des &#8216;Massen&#8217;mediums. Ordnungsmacht liegt jedoch bei den Sendern. Empfänger/Leser können nur aus unterschiedlichen Angeboten wählen, die ökonomisch geregelt und damit begrenzt sind.</li>
<li>Digital<br />
Im &#8216;Web 2.0&#8242; vermischen sich Sender und Empfänger und es entsteht eine neue Form der Öffentlichkeit. Das Medium eignet sich grundsätzlich als generalisiertes Kommunikationsmedium, wird aber noch nicht als solches genutzt.<br />
Einige gehen  soweit, dass sie von einer neuen Kultur der Polis, also einer potentiell hierachiefreien Kommunikation unter Gleichen, sprechen, die sich entwickeln könnte.<br />
(Zur Verfolgung dieser These bitte bei <a href="http://twitter.com/mspro">mspro</a> nachlesen: &#8216;<a href="http://www.ctrl-verlust.net/vortrag-das-radikale-recht-des-anderen/">Das radikale Recht des Anderen</a>&#8216;)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><em>Was bedeutet das &#8216;digitale&#8217; Leitmedium für die heutige Gesellschaft?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das &#8216;digitale&#8217; in der Bezeichnung täuscht darüber hinweg, um was es eigentlich geht: Netzwerke, Beziehungen, Formen, Strukturen und Prozesse. Es geht nicht mehr nur alleine um die Weiterreichung einer Information, sondern die Einbettung derselben in ein Netzwerk und damit um einen Entwicklungsprozess, über dessen Verlauf man mal mehr, mal weniger exakte Aussagen treffen kann. Gelegentlich wird der Prozess auch erst durch einen &#8216;Anderen&#8217; sichtbar gemacht, der Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu einer neuen Information verknüpft.<br />
Es geht bei dieser neuen Entwicklung um ein neues, nicht-lineares Denken, welches man vielleicht als organische Kommunikation bezeichnen könnte. Die Welt befindet sich in einem beständigen Wandlungsprozess, über den man heute noch keine Aussagen machen kann. Dies betrifft auch die Sinneinbettung von Informationen, die morgen eine andere sein kann als heute beabsichtigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das WWW ist selber kein überraschendes Gottesgeschenk, das wir nun irgendwie nutzen lernen dürfen, sondern steht in einem Erkenntnisprozess, der in einzelnen Disziplinen bereits vor gut 100 Jahren angestoßen worden ist. Dies gilt auch für den Buchdruck und die anderen Leitmedien, die im Rahmen einer gesellschaftlichen Entwicklung entstanden sind und durch Einzelprozesse vorbereitet worden sind. Zwei Beispiele für den &#8216;digitalen&#8217; Shift:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Die Systemtheorie in der Soziologie ist ein Beispiel fur die Ansätze eines &#8216;neuen&#8217; Denkens. In der Systemtheorie geht es immer um die Beziehung des Einzelnen zum Gesamten. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, aus welcher Perspektive und mit welcher Zoom-Stufe ich einen sozialen Sachverhalt betrachte und was in der jeweiligen Situation das &#8216;Gesamte&#8217; und das &#8216;Einzelne&#8217; sind. Dabei geht es nicht um &#8216;Richtig&#8217; oder &#8216;Falsch&#8217;, sondern um eine Komplexitätsreduktion zum Zwecke einer Differenzierung. Das Individuum als zentrales Element der Soziologie hat ausgedient und wird zu einem System-Geflecht von sozialen und physischen Systemen.</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;">Die Physik hat diesen Paradigmenwechsel bereits Anfang des letzten Jahrhunderts vollzogen und unter viel Gegenwind postuliert, dass Materie nicht aus &#8216;Materie&#8217; besteht, sondern aus nicht fassbaren Formen, die nur als Materie begriffen werden kann. Das Atom als kleine Einheit wurde verworfen. &#8220;Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig&#8221; (H-P Dürr, s.u.). Die Quantenmechanik und die Relativitätstheorie sind Kennzeichen dieser Entwicklung. Da ich auf diesem Bereich kein Experte bin, verweise ich gerne auf das lesenswerte Buch von Hans-Peter Dürr: &#8216;Warum es ums Ganze geht&#8217;, in dem er ausgehend von seiner Zusammenarbeit mit Heisenberg die Möglichkeiten einer &#8216;anderen&#8217; Gesellschaft aufzeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Und was bedeutet das für die Schule? Ich weiß es nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Änderung ist erkennbar &#8211; ja für das System notwendig. Einfach nur so weiter &#8211; geht es sicher nicht&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><em><span style="text-decoration: underline;">Hinweis:<br />
</span>Den Entwurf für den Artikel habe ich im Urlaub geschrieben, als ich offline und damit der Netzwelt ein wenig entrückt war. Umso erstaunlicher war es, dass ich nach der Rückkehr sehen durfte, dass auch </em><a href="http://twitter.com/jmm_hamburg"><em>Jöran Muuß-Merholz</em></a><em> ebenfalls zeitgleich (?) an einem Artikel zum Leitmedienwechsel geschrieben hat. Wer hier durch ist, sollte dort unbedingt weiter machen: &#8220;</em><a href="http://www.joeran.de/leitmedienwechsel"><em>Leitmedienwechsel – Schule und Lernen in digitaler Vernetzung</em></a><em>&#8220;.</em></p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1391&amp;md5=20fddc5663989b552300967dc081115c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kompetenzorientierung geht nur mit Reformen</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/09/01/kompetenzorientierung-geht-nur-mit-reformen/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 08:57:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle ein nicht weiter kommentierter Hinweis auf einen Artikel von Claas Triebel mit dem Titel &#8220;Recht auf Internet und Reform des Bildungssystems&#8221;. </p> <p>Mit allen anderen Aspekten von Computerkompetenz scheinen System und Personal unseres Input-orientierten Bildungssystems jedoch grundsätzlich überfordert zu sein: das Interesse, sich kulturell, beruflich und sozial zu engagieren, die kritische Reflexion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle ein nicht weiter kommentierter Hinweis auf einen Artikel von Claas Triebel mit dem Titel &#8220;Recht auf Internet und Reform des Bildungssystems&#8221;. </p>
<blockquote><p>Mit allen anderen Aspekten von Computerkompetenz scheinen System und Personal unseres Input-orientierten Bildungssystems jedoch grundsätzlich überfordert zu sein: das Interesse, sich kulturell, beruflich und sozial zu engagieren, die kritische Reflexion der Nutzung, die Beurteilung von guten und schlechten Inhalten &#8211; das alles sind erstrebenswerte Ziele, deren konkrete Umsetzung in der Schul- und Hochschulpraxis jedoch gegenwärtig illusorisch erscheinen. </p>
<p>Notwendig wären Projektunterricht, Abkehr von zentralisierten Lehrplänen und generell die Ermächtigung der Belehrten gegenüber den Lehrenden, um die Förderung von Computerkompetenz im skizzierten Sinne zu gewährleisten. <i>Nichts andere wäre also notwendig, als eine fast vollständige Abkehr vom derzeit geltenden Paradigma.</i></p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32985/1.html">http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32985/1.html</a></p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1326&amp;md5=db0558833c717a08a7dca5dd76ab1027" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sitzordnung für das neue Schuljahr</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/08/29/sitzordnung-fur-das-neue-schuljahr/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 14:59:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Für das neue Schuljahr werden wir das in den letzten beiden Jahren gewählte Prinzip für eine Sitzordnung weiter verwenden. Wir &#8211; das Klassenlehrerteam &#8211; erstellen die Sitzordnung nicht über die Köpfe der SchülerInnen hinweg. Die Argumentation &#8220;So lernt jeder mit jedem zu arbeiten und man mischt alle mal&#8221; halte ich für nicht sehr lernförderlich. Vielmehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für das neue Schuljahr werden wir das in den letzten beiden Jahren gewählte Prinzip für eine Sitzordnung weiter verwenden. Wir &#8211; das Klassenlehrerteam &#8211; erstellen die Sitzordnung nicht über die Köpfe der SchülerInnen hinweg. Die Argumentation &#8220;So lernt jeder mit jedem zu arbeiten und man mischt alle mal&#8221; halte ich für nicht sehr lernförderlich. Vielmehr möchte ich, dass sich feste soziale Beziehungen finden. Aus Erfahrung weiß jede/r SchülerIn, mit wem er/sie gut zusammen lernen kann. Diese Paarbindung soll beibehalten und gestärkt werden. Gleichzeitig ist es natürlich in der Verantwortung des Lehrenden, die Bestrebungen nach Abkapselung etwas aufzubrechen. Um beides zu verbinden, haben wir uns an dem Konzept der &#8220;Freundschaftsgruppe&#8221; von Siga Diepol orientiert.</p>
<ol>
<li>Jede Schülerin (und Schüler &#8211; ich bleibe jetzt aber bei der weiblichen Form) wählt sich eine Lernpartnerin aus. Dabei ist wichtig zu formulieren, dass die Wahl der Partnerin keine Freunschaftsansage ist &#8211; und vor allem keine Absage an eine andere Freundin. Es geht darum, einen Lernpartner zu finden, mit dem man in möglichst vielen Fächern gemeinsam lernen kann und mit dem man sich dahingehend gut versteht.<br />
Es gilt die feste Zusage, dass diese Zweiergruppen von den Klassenlehrern nicht angerührt werden. Hier haben die Schülerinnen vollste Autonomie.</li>
<li>Im zweiten Schritt setzen sich alle Schülerinnen an die Gruppentische. Bei der Tischgruppenbildung muss nur die Vorgabe beachtet werden, dass an jeder Tischgruppe mindestens ein Mädchen bzw. Junge sitzt.<br />
Da die meisten Lernpartner homogen zusammengesetzt sind, bilden sich so gemischte Gruppen. Da die Schülerinnen sich diese Gruppen selber suchen, gibt es keine Diskussionen darum, dass man &#8220;mit dem ja überhaupt nicht zusammenarbeiten kann&#8221;. Man wählt sich auch die Tischpartner.<br />
Die Klassenlehrer halten sich aber in dieser Phase das Recht vor, nach Absprache eine Veränderung der Tischgruppen vorzunehmen, falls dies aus pädagogischen Gründen sinnvoll ist.</li>
<li>Die Tischgruppen bleiben so quartalsweise oder halbjahresweise bestehen. In den letzten zwei Jahren haben die Schülerinnen gelegentlich den Wunsch geäußert, die Sitzordnung zu ändern. Wenn die Klasse damit einverstanden war, wurde dies durchgeführt.<br />
Jedoch bleibt jede neue Sitzordnung erstmal für mindestens vier Wochen konstant. Ein ständiger Wechsel führt nur zu großer Unruhe.</li>
</ol>
<p>Das Vorteil der Methode: Die Schülerinnen haben entscheidenden Einfluss auf ihre Nachbarn und können sich so im Rahmen des Möglichen eine angenehme Lernumgebung schaffen. Wir haben in unserer Klasse keine Diskussionen darüber gehabt, dass der Sitznachbar ja eigentlich daran Schuld ist, dass man sich nicht konzentrieren kann und für alle Ablenkungen verantwortlich ist.</p>
<p>Siga Diepold formuliert als Vorteile:</p>
<ol>
<li>Eine Freundin an seiner Seite zu haben schafft ein Gefühl von <em>Sicherheit</em>.</li>
<li>Die Gruppentische mit einer anderen Freundschaftsgruppe sorgt für <em>Akzeptanz</em> von anderen.</li>
<li>Durch die gemischten Gruppen aus Jungen und Mädchen wird die <em>Koedukation</em> gefördert.</li>
</ol>
<p>Ein flexibler Klassenraum ohne feste Sitzplätze, mit freien Plätzen, Kissen und einer kleinen Studierecke ist räumlich und personell leider nicht möglich. Man unterrichtet in einer Klasse nicht alleine und muss sich an die Wünsche der Kollegen/innen anpassen. Immerhin sind wir inzwischen so weit, dass alle die Anordnung der Tische akzeptieren, bei denen das Lehrerpult nicht zentral steht und in der Mitte viel Platz ist, um in den Stunden aktiv zu arbeiten und sich viel zu bewegen.</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1315&amp;md5=d3095448d23c7f51598daf6cffe3819b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Von guten und schlechten Lehrern</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/08/22/von-guten-und-schlechten-lehrern/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 18:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Besoldung]]></category>
		<category><![CDATA[edushift]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen hat sich in <a href="http://pisaversteher.de/index.php?id=11&#38;tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=72&#38;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&#38;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=08&#38;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=21&#38;cHash=134d33c85b">Blogs</a> und bei Twitter (<a href="http://twitter.com/ciffi/status/21649250013">hier</a>, <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21738514455">hier</a>, <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21670201437">hier</a>, <a href="http://twitter.com/ciffi/status/21671710020">hier</a> <a href="http://twitter.com/cervus/status/21774626171">oder</a> <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21775146981">hier</a>) eine angeregte Diskussion ergeben, was &#8220;gute&#8221; Lehrer sein und wie man ihnen den Weg frei hält, die scheinbar/offensichtlich notwendigen Reformen an Schule durchzuführen. Sind &#8220;schlechte&#8221; Lehrer aus dem System zu entfernen, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen hat sich in <a href="http://pisaversteher.de/index.php?id=11&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=72&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=08&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=21&amp;cHash=134d33c85b">Blogs</a> und bei Twitter (<a href="http://twitter.com/ciffi/status/21649250013">hier</a>, <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21738514455">hier</a>, <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21670201437">hier</a>, <a href="http://twitter.com/ciffi/status/21671710020">hier</a> <a href="http://twitter.com/cervus/status/21774626171">oder</a> <a href="http://twitter.com/lisarosa/status/21775146981">hier</a>) eine angeregte Diskussion ergeben, was &#8220;gute&#8221; Lehrer sein und wie man ihnen den Weg frei hält, die scheinbar/offensichtlich notwendigen Reformen an Schule durchzuführen. Sind &#8220;schlechte&#8221; Lehrer aus dem System zu entfernen, wie <a href="http://twitter.com/ciffi/status/21823110223">@ciffi</a> meint? Oder ist das Problem doch eher systemischer Natur und nicht per Dekret von oben oder unten zu lösen?</p>
<p>Bei der Debatte ist vor allem die Definition problematisch, was unter &#8220;guten&#8221; und &#8220;schlechten&#8221; Lehrenden zu verstehen ist. Nicht, dass man nicht im Gefühl habe, welche Lehrenden im Besonderen die Schülerinnen und Schüler erreichen und welche bessere Lernumgebungen bereiten können. Diese &#8211; oft emotionalen &#8211; Meinungen jedoch in eine Kriterienliste zu packen und so eine Klassifizierung von Lehrenden vorzunehmen, ist fragwürdig.</p>
<p>Zwei zentrale Probleme sind:</p>
<ol>
<li><em>Legitimationsproblematik<br />
</em>Wer definiert, was gut und was schlecht ist? Kann eine Definition von gut (z.B.: innovativ, kooperativ, kommunikativ, teilt offen sein Wissen, …) Allgemeingültigkeit haben? Haben andere Lehrende mit anderen Vorstellungen von Schule (Wissenskanon, klassische Bildung, Werteerziehung) nicht ebenso das Recht, ihre Arbeit als &#8220;gut&#8221; zu bezeichnen?<br />
Die Frage nach &#8220;gut&#8221; und &#8220;schlecht&#8221; führt in der Konsequenz dazu, dass die Frage der Meinungsführerschaft, also die subjektive Meinung von &#8220;gut&#8221; und &#8220;schlecht&#8221;, die Frage der inhaltichen Ausgestaltung verdrängt. Offen bleibt die Antwort auf die Frage: &#8220;Was macht einen guten bzw. schlechten Lehrerenden aus?&#8221;</li>
<li><em>Kriterienlisten<br />
</em>Der Versuch, eine Liste mit Kriterien für &#8220;gute Lehrer&#8221; zu finden, ist seit langem ein Wunsch der Erziehungswissenschaften und bis dato nicht gefunden worden. Viel zu heterogen gestalten sich die Lehrerpersönlichkeiten und die SchülerInnen, als dass unter diesen Umständen eindeutige Items gefunden werden könnten, was unter einem &#8220;guten&#8221; Lehrerenden zu verstehen sei. Außerdem müssten Stichproben von professionellen und &#8220;objektiven&#8221; externen Personen vorgenommen werden (Prüfungssituation), was zusätzlich problematisch ist.<br />
Jetzt werden einige fragen: &#8220;Warum? Es gibt doch Kriterien?&#8221;.<br />
Die &#8220;Zehn Kriterien guten Unterrichts&#8221; von H. Meyer und andere Listen über &#8220;gute&#8221; Lehrertätigkeit (schöne Übersicht bei Sebastian Dorok [<a href="http://web.mac.com/sebastian.dorok/iWeb/projekte/Seminardownloads_files/Empirie-1.pdf">PDF</a>]) eignen sich nur eingeschränkt als Indikatoren. Zum einen lassen sich nicht alle Kriterien in jeder Unterrichtsphase gleichermaßen erfüllen. Zum anderen liegen formulierten Kriterien immer die Gefahr inne, dass sie als Handlungs<em>ziel</em> definiert werden. Lehrende verlieren dann möglicherweise den Lernprozess selber aus den Augen und konzentrieren sich darauf, ein Kriterium besonders gut zu erfüllen. Wenn dies auch in einer Prüfungssituation gut gelingen sollte, so bedeutet dies nicht, dass es auch im alltäglichen Unterricht zur Anwendung kommt. Noch weniger bedeutet es, dass ein Kriterium isoliert betrachtet auch für &#8220;gutes&#8221; Lernen steht.<br />
Der Lehrende wird bei definierten Kriterienkatalogen versuchen, diese zu erfüllen ohne dass er dabei wirklich ein &#8220;guter&#8221; Lehrender wird (siehe Qualitätsanalyse NRW). Erfahrung mit diesem Vorgehen machen viele Referendare, die vor allen Dingen &#8220;für den Unterrichtsbesuch&#8221; Unterricht planen und die Vorbereitung auf das Examenskolloquiums in erster Linie an den vermuteten Vorlieben der Prüfungskommisionsmitgliedern erarbeiten. Solche Lehrende sind gut, keine Frage &#8211; aber bezogen auf Prüfungssituationen. Eine hervorragende Noten im Examen stellt keine Kausalität zu &#8220;gutem Unterricht&#8221; her. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit &#8211; aber reicht das aus?<br />
Im Unterricht werden &#8220;Soft Skills&#8221; gefragt, um dem Lernenden ein authentischer und verlässlicher Partner zu sein. Leider wird es Studienseminaren immer wieder erschwert, darauf einen Schwerpunkt der Lehrerausbildung zu legen. Die Diskussionen über die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen nur mit Fremdprüfern zur Erhöhung der Objektivität sei hier nur erwähnt.<br />
Bleibt die Frage, ob Schulen besser wären, wenn man &#8220;schlechte&#8221; Lehrer rauswerfen würde. Wie oben dargestellt, ist die Unterscheidung zwischen &#8220;gut&#8221; und &#8220;schlecht&#8221; kein hinreichendes Selektionkriterium.</li>
</ol>
<p>Welche anderen Wege stehen aber zur Verfügung, um innovationshemmende Strukturen abzubauen?</p>
<ol>
<li><em>Mehr Konkurrenz zwischen Schulen<br />
</em>Eine Frage, die für mich immer wieder ein Dilemma hervorbringt: Wie verteile ich Lehrende auf verschiedene Schulen? Konzentriere ich gleichdenkende Lehrende an einer Schule in einem Bezirk um Leuchttürme zu schaffen? Oder verteile ich sie möglichst auf alle Schulen um überall eine ausgleichende Kultur zu erhalten. Letzteres scheint die bisherige Praxis zu sein. Sie darf hinterfragt werden.<br />
Mehr Konkurrenz zwischen den Schulen würde die Schulen dazu zwingen, Schulprofile jenseits pädagogischer Absichtserklärungen zu formulieren und umzusetzen. Alle Beteiligten einer Schule müssten auf demokratischem Wege einen Konsens finden, wie ihre Schule gestaltet werden soll. Diese Profilierung würde dann SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen die Möglichkeit geben, sich Schulen auch entsprechend ihrer eigenen Vorstellung von &#8220;Lernen&#8221; zu wählen.<br />
Freilich darf die Konkurrenz nicht so weit gehen, dass sich Schulen aus finanziellen Gründen aus einzelnen Stadtteilen herausziehen müssen. Das Ziel sollte eine wohl gemeinte Konkurrenz um Konzepte sein, und weniger um das Geld.</li>
<li><em>Arbeit an der Schulkultur<br />
</em>Schulkultur spielt auch ohne offene Konkurrenz (siehe vorheriger Punkt) eine Rolle. Ist das Kollegium zusammen mit der Schulleitung in der Lage, gemeinsame pädagogische Grundsätze zu finden? Werden diese Grundsätze auch im organisatorischen Ablauf der Schule berücksichtig und Zeiten und Räume geschaffen, in denen pädagogisch gearbeitet werden kann? Wichtiger noch: Ist eine Schule in der Lage, gemeinsam Ziele zu formulieren, an denen gearbeitet werden soll &#8211; und an denen auch alle KollegenInnen arbeiten?<br />
Eine Steuergruppe oder offene (Schulleitungs-)Konferenzen können ein Baustein sein, die kollegiale Identifikation mit der eigenen Schule zu stärken und Kooperationen &#8211; die immer auf Vertrauen basieren &#8211; zu ermöglichen.</li>
<li><em>Seminarausbildung<br />
</em>Mit <a href="http://shiftingschool.wordpress.com/">Lisa Rosa</a> konnte ich vor ein paar Tagen über die Prozesse der Schulerneuerung sprechen. Dabei haben wir festgestellt, dass der Versuch, Schule zu verändern, schon an vielen Stellen unternommen worden ist. Wahrscheinlich sind die Studienseminare und die Lehrerausbildung die einzigen Stellen, um noch nachhaltig an einer Veränderung der Schule zu arbeiten um die kritische Masse von veränderungswilligen KollegenInnen nach und nach zu erzeugen.<br />
Die derzeitigen Reformen der Referendarsausbildung sind unter dieser Perspektive kritisch zu begleiten und bei jeder Verkürzung der Ausbildung oder Erhöhung des &#8220;workloads&#8221; die Frage zu formulieren: Cui bono?</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1146&amp;md5=1ea705bff68095960264fc170dbaf67a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Kopfnoten als Gretchenfrage für die Schule?</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/05/07/die-kopfnoten-als-gretchenfrage-fur-die-schule/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 06:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfnoten]]></category>
		<category><![CDATA[Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Dienstag hat es an der Gesamtschule Barmen eine &#8211; spärlich besuchte &#8211; <a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/04/16/kopfnoten-zur-diskussion-in-wuppertal/">Podiumsdiskussion</a> gegeben, bei der über die Kopfnoten gesprochen wurde. Die fehlende Motivation, sich an der Diskussion zu beteiligen, und die Art und Weise, wie über die Kopfnoten diskutiert werden, haben einen Gedanken reifen lassen:</p> <p>Die Diskussion über die neu eingeführten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Dienstag hat es an der Gesamtschule Barmen eine &#8211; spärlich besuchte &#8211; <a href="http://www.bluemac.de/blog/2010/04/16/kopfnoten-zur-diskussion-in-wuppertal/">Podiumsdiskussion</a> gegeben, bei der über die Kopfnoten gesprochen wurde. Die fehlende Motivation, sich an der Diskussion zu beteiligen, und die Art und Weise, wie über die Kopfnoten diskutiert werden, haben einen Gedanken reifen lassen:</p>
<blockquote><p>Die Diskussion über die neu eingeführten Kopfnoten sind überflüssig, will man nicht grundsätzlich etwas an der Art überdenken, wie in der Schule Zertifikate verteilen werden.</p></blockquote>
<p>Notengebung &#8211; mit welchem Ziel auch immer &#8211; engt ein und missachtet individuelle Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern. Noten sind eine Zahl, die kaum Interpretationsspielraum bietet; bei gleichzeitiger Undurchschaubarkeit. Diese Zahl gibt vor, Vergleichbarkeit und Objektivität zu produzieren und scheitert daran. Wir haben uns inzwischen anscheinend daran gewöhnt.</p>
<p>Daher stellt sich die Frage, ob die Diskussion um die Kopfnoten nicht eigentlich eine Scheindebatte ist, bei der pädagogische Argumentationen hervorgeholt werden, die die eigentliche Problematik aber nicht berühren? Wenn wir die Kopfnoten ernsthaft in Frage stellen, sind die Argumente in gleicher Weise auch auf die fachlichen Noten anzuwenden. Und das kann ja nun nicht sein.<br />
Also führen wir die Diskussion halbherzig, wissend, dass man sich zwar über neu eingeführte Kopfnoten brüskieren kann, sie aber lieber nicht gänzlich in Frage stellt. Am Ende wackelt möglicherweise das Selbstkonzept der Schule als Selektionsinstrument einer Gesellschaft.</p>
<p>Das Problem hinter den Kopfnoten würde ich daher als strukturelles bezeichnen, das sich nur durch einen Kulturshift aushebeln lassen könnte. Und dieser ist nicht abzusehen.<br />
Wir haben ein Dilemma: Die pädagogischen Ziele, die in der Administration der Landesbehörden formuliert werden, sind im wesentlichen konsensfähig. Rückmeldungen zum Arbeits- und Sozialverhalten zu geben halte auch ich für sinnvoll.<br />
Der nächste Schritt der Landesregierung ist nun der fatale: Sie beginnt, Kriterien für die Vergabe der Noten zu entwickeln, um Messbarkeit, Vergleichbarkeit und das größtmögliche Maß an Objektivität zu garantieren. Dies liegt in dem Anspruch unserer Gesellschaft, durch Regelungen und Gesetze Gleichheit aller Beteiligten zu sichern. An sich kein schlechter Gedanke, fußt doch die gesamte bürgerliche Gesellschaft auf dem Prinzip der für alle gültigen und einklagbaren Rechte.</p>
<p>Im pädagogischen Kontext beinhalten die Kriterienkataloge aber eine enorme Gefahr. Sie werden zu Knebeln des hoch ausgebildeten pädagogischen Fachpersonals. Dadurch, dass sie Noten für das Arbeits- und Sozialverhalten geben müssen, beeinflussen die Vorgaben den eigenen persönlichen Handlungsspielraum. Eine Lehrperson kann nun nicht mehr nach ihrer pädagogischen Verantwortung Gespräche führen und erzieherisch tätig werden, sondern muss im Grunde am Ende jede persönliche Entwicklung eines Lernenden in ein Raster von vier Noten pressen.</p>
<p>Das bedeutet: Durch die bürokratisch-technologischen Glauben der Gesellschaft, dass man, wenn man nur fein genug misst, der Wirklichkeit nahe kommt, werden die eigentlich vernünftigen Ziele einer scheinbaren Vergleichbarkeit geopfert. Die Fixierung auf Vorgaben und Richtlinien verhärtet Schule. Es geht immer weniger um pädagogische Vernunft als um Justiziabilität.</p>
<p>Deshalb spielt es keine Rolle, ob wir die Kopfnoten haben oder nicht. Zwar wird es als politischer Erfolg gewertet, wenn man sie einführt &#8211; oder abschafft -, das eigentliche Problem bleibt davon unberührt: Welches Vertrauen hat die Landesregierung in die Qualifikation ihrer gut ausgebildeten Lehrkräfte?</p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=1006&amp;md5=56f3fccecb4105a856f45f2e06c06f3e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lernen und Sinn</title>
		<link>http://www.edushift.de/2010/03/05/lernen-und-sinn/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 06:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Schaumburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>”Warum müssen wir diesen (anstrengenden, langweiligen, …) Stoff lernen?”  fragen die Schüler. Und das System antwortet: “Weil es gut für euch ist, weil ihr es später – im richtigen Leben – brauchen werdet, weil wir es euch so sagen, weil es im Lehrplan steht …)”.</p> <p>Und dann werden “Leistungsvereinbarungen”, “Lernzielvereinbarungen” usw. mit den Schülern geschlossen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>”Warum müssen wir diesen (anstrengenden, langweiligen, …) Stoff lernen?”  fragen die Schüler. Und das System antwortet: “Weil es gut für euch ist, weil ihr es später – im richtigen Leben – brauchen werdet, weil wir es euch so sagen, weil es im Lehrplan steht …)”.</p>
<p>Und dann werden “Leistungsvereinbarungen”, “Lernzielvereinbarungen” usw. mit den Schülern geschlossen wie ein Vertrag, in dem sich die Lernenden verpflichten, “Verantwortung für ihr Lernen” zu übernehmen,  d.h. für Lernziele, die ihnen verordnet werden zusammen mit ihrer angeblich unstrittigen gesellschaftlichen Bedeutung.</p></blockquote>
<p>An dieser Stelle nur ein Verweis auf den Beitrag von Lisa Rosa zum Thema Lernen und Sinn: <a href="http://shiftingschool.wordpress.com/2010/03/04/lernen-und-sinn/">http://shiftingschool.wordpress.com/2010/03/04/lernen-und-sinn/</a></p>
 <p><a href="http://www.edushift.de/?flattrss_redirect&amp;id=870&amp;md5=86a7032d5951fe8fe72bf66692078c7c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.edushift.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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