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Berufe ändern sich – andere nicht

Als ich am letzten Schultag vor den Sommerferien mit der Klasse 12 einen Rückblick auf die Themen des letzten Jahres im Fach Sozialwissenschaften durchgeführt habe, hat eine Schülerin als Beispiel für den Sozialen Wandel folgendes berichtet:

„Stell Dir mal vor, ein Landarzt, der das ganze Leben lang auf dem Land rumgefahren ist und Leute untersucht hat, wird alt und möchte gerne seine letzten Berufsjahre in der Stadt in einem Krankenhaus verbringen. Das schafft er doch gar nicht mehr, da er mit den ganzen Maschinen nicht mehr zurecht kommt! Die Technik hat sich so entwickelt, dass er wahrscheinlich nur noch Landarzt sein kann. Er wird also arbeitslos – oder macht noch ein paar Jahre weiter.“
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Wie lässt sich Lehrerleistung messen

Im Folgenden möchte ich ein paar Gedanken zur Lehrerbezahlung formulieren. Ausgangspunkt dazu ist die Diskussion um die „guten und schlechten“ Lehrer und ein Video, welches mir vor ein paar Tagen zwischen die Finger gekommen ist. Es soll keine abschließende Betrachtung vorgenommen, sondern Gedanken formuliert werden.

  • Ist es gerecht, dass Lehrenden unabhängig von ihrem schulischen Engagement das gleiche Gehalt bekommen?
  • Motiviert man auf diese Weise Lehrende, Schule zu verbessern, wenn es sich finanziell für sie nicht auszahlt?
  • Zieht man mit einem sicheren Gehalt auf Lebenszeit nicht Menschen an, die mehr an Sicherheit denn an Verbesserung interessiert sind?

Das Problem hinter jeder diesem Argument ist die Messbarkeit von „Lehrerleistung“.

Da wären zum einen die Kriterien (die ich an anderer Stelle schon thematisiert habe).  Welche Kriterien möchte man im Schulalltag und im Unterricht ansetzen, um eine höhere oder niedrigere Bezahlung zu legitimieren?

  • Beliebtheit bei den Schülern?
  • Anzahl der Unterrichtsstunden?
  • Notendurchschnitte der Lerngruppen?
  • Leistungszuwächse einzelner SchülerInnen?

Wenn man sich auf Kriterien geeinigt hat, muss man diese auch messen können.

  • Wie messe ich Lehrkompetenz?
  • Wie messe ich Leistungszuwächse bei Schülerinnen abhängig von ihrer Ausgangslage?
  • Wie bewerte ich schulischen Engagement?
  • Leistet der stille Lehrer mehr oder der, der alles und jedes laut hinausruft?

Und dann noch die Kostenfrage:

  • Wieviel verdient man mit einem LK Chemie gegenüber einer AG zum Thema „Extraktion von Duftstoffen?“.
  • Wieviel kostet eine Lernzielkontrolle oder die Begleitung einer Jahresarbeit?
  • Welchen Anreiz gibt es für eine schnelle Abgabe der Notenbücher?

Um diesen Fragen aus dem Weg zu gehen, werden verbeamtete Lehrende heute pauschal bezahlt.

  • Ist die Beamtenbesoldung noch zeitgemäß?
  • Müssen Lehrende noch den Beamtenstatus erhalten, um Demokratie zu sichern?
  • Ruhen sich Lehrende nicht vielmehr auf dem Status aus und vermeiden es, darüber zu sprechen?

Dabei böte die große Versorgungssicherheit enorme Freiräume:
Ist es durch die sichere Bezahlung nicht möglich, auch das ein oder andere Experiment zu wagen?
Warum wird das Privileg der sicheren Bezahlung nicht genutzt, um davon ausgehend die Arbeitssituation zu verbessern? Die Argumentation „Sicheres Einkommen = mehr kreatives Potential“ wird als großer Vorteil für die Einführung des Grundeinkommens angeführt und prallt an den Lehrenden scheinbar vollständig ab.

Auf folgendes Video bin ich über @cervus gestoßen und möchte es passend verlinken:

Von guten und schlechten Lehrern

In den vergangenen Tagen hat sich in Blogs und bei Twitter (hier, hier, hierhier oder hier) eine angeregte Diskussion ergeben, was „gute“ Lehrer sein und wie man ihnen den Weg frei hält, die scheinbar/offensichtlich notwendigen Reformen an Schule durchzuführen. Sind „schlechte“ Lehrer aus dem System zu entfernen, wie @ciffi meint? Oder ist das Problem doch eher systemischer Natur und nicht per Dekret von oben oder unten zu lösen?

Bei der Debatte ist vor allem die Definition problematisch, was unter „guten“ und „schlechten“ Lehrenden zu verstehen ist. Nicht, dass man nicht im Gefühl habe, welche Lehrenden im Besonderen die Schülerinnen und Schüler erreichen und welche bessere Lernumgebungen bereiten können. Diese – oft emotionalen – Meinungen jedoch in eine Kriterienliste zu packen und so eine Klassifizierung von Lehrenden vorzunehmen, ist fragwürdig.

Zwei zentrale Probleme sind:

  1. Legitimationsproblematik
    Wer definiert, was gut und was schlecht ist? Kann eine Definition von gut (z.B.: innovativ, kooperativ, kommunikativ, teilt offen sein Wissen, …) Allgemeingültigkeit haben? Haben andere Lehrende mit anderen Vorstellungen von Schule (Wissenskanon, klassische Bildung, Werteerziehung) nicht ebenso das Recht, ihre Arbeit als „gut“ zu bezeichnen?
    Die Frage nach „gut“ und „schlecht“ führt in der Konsequenz dazu, dass die Frage der Meinungsführerschaft, also die subjektive Meinung von „gut“ und „schlecht“, die Frage der inhaltichen Ausgestaltung verdrängt. Offen bleibt die Antwort auf die Frage: „Was macht einen guten bzw. schlechten Lehrerenden aus?“
  2. Kriterienlisten
    Der Versuch, eine Liste mit Kriterien für „gute Lehrer“ zu finden, ist seit langem ein Wunsch der Erziehungswissenschaften und bis dato nicht gefunden worden. Viel zu heterogen gestalten sich die Lehrerpersönlichkeiten und die SchülerInnen, als dass unter diesen Umständen eindeutige Items gefunden werden könnten, was unter einem „guten“ Lehrerenden zu verstehen sei. Außerdem müssten Stichproben von professionellen und „objektiven“ externen Personen vorgenommen werden (Prüfungssituation), was zusätzlich problematisch ist.
    Jetzt werden einige fragen: „Warum? Es gibt doch Kriterien?“.
    Die „Zehn Kriterien guten Unterrichts“ von H. Meyer und andere Listen über „gute“ Lehrertätigkeit (schöne Übersicht bei Sebastian Dorok [PDF]) eignen sich nur eingeschränkt als Indikatoren. Zum einen lassen sich nicht alle Kriterien in jeder Unterrichtsphase gleichermaßen erfüllen. Zum anderen liegen formulierten Kriterien immer die Gefahr inne, dass sie als Handlungsziel definiert werden. Lehrende verlieren dann möglicherweise den Lernprozess selber aus den Augen und konzentrieren sich darauf, ein Kriterium besonders gut zu erfüllen. Wenn dies auch in einer Prüfungssituation gut gelingen sollte, so bedeutet dies nicht, dass es auch im alltäglichen Unterricht zur Anwendung kommt. Noch weniger bedeutet es, dass ein Kriterium isoliert betrachtet auch für „gutes“ Lernen steht.
    Der Lehrende wird bei definierten Kriterienkatalogen versuchen, diese zu erfüllen ohne dass er dabei wirklich ein „guter“ Lehrender wird (siehe Qualitätsanalyse NRW). Erfahrung mit diesem Vorgehen machen viele Referendare, die vor allen Dingen „für den Unterrichtsbesuch“ Unterricht planen und die Vorbereitung auf das Examenskolloquiums in erster Linie an den vermuteten Vorlieben der Prüfungskommisionsmitgliedern erarbeiten. Solche Lehrende sind gut, keine Frage – aber bezogen auf Prüfungssituationen. Eine hervorragende Noten im Examen stellt keine Kausalität zu „gutem Unterricht“ her. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit – aber reicht das aus?
    Im Unterricht werden „Soft Skills“ gefragt, um dem Lernenden ein authentischer und verlässlicher Partner zu sein. Leider wird es Studienseminaren immer wieder erschwert, darauf einen Schwerpunkt der Lehrerausbildung zu legen. Die Diskussionen über die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen nur mit Fremdprüfern zur Erhöhung der Objektivität sei hier nur erwähnt.
    Bleibt die Frage, ob Schulen besser wären, wenn man „schlechte“ Lehrer rauswerfen würde. Wie oben dargestellt, ist die Unterscheidung zwischen „gut“ und „schlecht“ kein hinreichendes Selektionkriterium.

Welche anderen Wege stehen aber zur Verfügung, um innovationshemmende Strukturen abzubauen?

  1. Mehr Konkurrenz zwischen Schulen
    Eine Frage, die für mich immer wieder ein Dilemma hervorbringt: Wie verteile ich Lehrende auf verschiedene Schulen? Konzentriere ich gleichdenkende Lehrende an einer Schule in einem Bezirk um Leuchttürme zu schaffen? Oder verteile ich sie möglichst auf alle Schulen um überall eine ausgleichende Kultur zu erhalten. Letzteres scheint die bisherige Praxis zu sein. Sie darf hinterfragt werden.
    Mehr Konkurrenz zwischen den Schulen würde die Schulen dazu zwingen, Schulprofile jenseits pädagogischer Absichtserklärungen zu formulieren und umzusetzen. Alle Beteiligten einer Schule müssten auf demokratischem Wege einen Konsens finden, wie ihre Schule gestaltet werden soll. Diese Profilierung würde dann SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen die Möglichkeit geben, sich Schulen auch entsprechend ihrer eigenen Vorstellung von „Lernen“ zu wählen.
    Freilich darf die Konkurrenz nicht so weit gehen, dass sich Schulen aus finanziellen Gründen aus einzelnen Stadtteilen herausziehen müssen. Das Ziel sollte eine wohl gemeinte Konkurrenz um Konzepte sein, und weniger um das Geld.
  2. Arbeit an der Schulkultur
    Schulkultur spielt auch ohne offene Konkurrenz (siehe vorheriger Punkt) eine Rolle. Ist das Kollegium zusammen mit der Schulleitung in der Lage, gemeinsame pädagogische Grundsätze zu finden? Werden diese Grundsätze auch im organisatorischen Ablauf der Schule berücksichtig und Zeiten und Räume geschaffen, in denen pädagogisch gearbeitet werden kann? Wichtiger noch: Ist eine Schule in der Lage, gemeinsam Ziele zu formulieren, an denen gearbeitet werden soll – und an denen auch alle KollegenInnen arbeiten?
    Eine Steuergruppe oder offene (Schulleitungs-)Konferenzen können ein Baustein sein, die kollegiale Identifikation mit der eigenen Schule zu stärken und Kooperationen – die immer auf Vertrauen basieren – zu ermöglichen.
  3. Seminarausbildung
    Mit Lisa Rosa konnte ich vor ein paar Tagen über die Prozesse der Schulerneuerung sprechen. Dabei haben wir festgestellt, dass der Versuch, Schule zu verändern, schon an vielen Stellen unternommen worden ist. Wahrscheinlich sind die Studienseminare und die Lehrerausbildung die einzigen Stellen, um noch nachhaltig an einer Veränderung der Schule zu arbeiten um die kritische Masse von veränderungswilligen KollegenInnen nach und nach zu erzeugen.
    Die derzeitigen Reformen der Referendarsausbildung sind unter dieser Perspektive kritisch zu begleiten und bei jeder Verkürzung der Ausbildung oder Erhöhung des „workloads“ die Frage zu formulieren: Cui bono?

Lehrerblogs – nur wer und wo?

Gestern Abend gabs erst das:

Wie viele bloggende Lehrer/innen gibt es eigentlich, die NICHT Deutsch als Unterrichtsfach haben?less than a minute ago via web

dann das:

@schb hmm, das weiß ich nicht. Aber eine Liste mit bloggenden Lehrern die auch Schulform, Bundesland und Fächer listet wäre sicher spannend.less than a minute ago via Echofon

und dann das:
http://www.bit.ly/bloggendelehrer

Das iPhone im Schulalltag

Nach der kurzen Vorstellung oft verwendeter Tools lenken wir heute den Blick auf das iPhone.

Meine iPhone Bildschirme sehen wie folgt aus:

iPhone1

  • BeejiveIM (App-Store)
    Um zwischendurch online gehen zu können oder bei Tagungen und Aktionen in der Schule schnell ansprechbar zu sein nutze ich BeejiveIM. Der Messenger unterstützt Push-Dienste und verrichtet seit dem letzten Update vollkommen problemlos seinen Dienst. Auch der Wechsel von WLAN zum GSM-Netz funktioniert tadellos.
    Für meinen öffentlichen Account, den auch viele Schülerinnen und Schüler kennen, habe ich mir dazu als Statusmeldungen die Raumnummern eingerichtet. Auf diese Weise wissen die Kontakte schnell, wo man mich ggf. auffinden kann.
  • Tweetie (App-Store)
    Als Twitter-Client der Wahl kristallisiert sich gerade Tweetie heraus – nachdem es vorher lange Zeit Twitterfic gewesen war. Was ist an Tweetie mag: sieht schick aus, lädt zügig und hat den Vorteil, dass man Nachrichten auch zwischenspeichern kann. Tweetie merkt sich die letzte Ansicht beim Verlassen des Programms und lädt exakt die gleiche Stelle wieder. Dass das Programm nicht ständig im Hintergrund läuft merke ich daher gar nicht.
  • Wikipanion (App-Store)
    Schon oft hatte ich im Unterricht die Situation, dass man einige Daten (Geschichte), Formeln (Chemie) oder Zahlen (Politik) nicht parat hatte. Dann ist es ungemein praktisch, wenn man „Google (hier: Wikipedia) in der Hosentasche hat“ (@cervus)
    Meine letzen Sucheinträge: Weinbrand, Tortilla, Exekutive, Citronensäure, Weltbevölkerung, Brasilien, Vandalen, schwarze Oliven, Porzellantiegel.
  • DownTime (App-Store)
    Das kleine Programm macht einen Countdown. Genial für kurze Arbeitsphasen, die zeitlich begrenzt werden. Hält man das iPhone waagerecht erscheint die Anzeige größer, sodass man die Zeit auch an den hinteren Gruppentischen erkennen kann. Vorne an der Tafel positioniert ersetzt es die magnetische Eieruhr.
  • TeacherTool (App-Store)
    TeacherTool 1.5 ersetzt seit diesem Schuljahr meine Kurs- und Klassenbücher. Sowohl Notenlisten, Wiedervorlagen wie Themenübersichten verwalte ich mit dem Programm. Das Aufkommen von Papierlisten hat sich seitdem erheblich reduziert.
  • Byline (App-Store)
    Mein RSS-Reader mit GoogleSync. Bisher habe ich keinen anderen Reader gefunden, der schnell arbeitet und elegant ausschaut. Was mir leider noch fehlt: die Instapaper Integration. Hoffentlich kommt das bald. Solange helfe ich mir mit diesem (http://gettingsoftware.posterous.com/google-reader-instapaper-killer-combo-for-pro) Trick aus.
  • Instapaper (App-Store)
    Während der Woche komme ich oft nicht dazu, interessante Artikel immer gleich zu lesen. Daher notiere ich mir die Artikel in Instapaper. Der Sync zwischen iPhone-App und Webseite funktioniert gut. Vorteil iPhone: Die Daten werden beim Synchronisieren komplett geladen, sodass man auch offline arbeiten kann.
  • OmniFocus (App-Store)
    OmniFocus gehört seit mehr als zwei Jahren zu dem am meisten genutzten Programmen und hat meinen Alltag maßgeblich verändert. Es synchronisiert über einen Server die Todo Listen vom MacBook direkt aufs iPhone und arbeitet – wenn man denn möchte – nach den Ideen von GTD.

iPhone2

  • Circulator (App-Store)
    Verliehene und ausgeliehende Bücher, Arbeitsmaterialien & Co. notiere ich mir in Circulator. Praktisch: Direkte Anbindung ans Adressbuch, sodass man die Personen schnell kontaktieren kann.
  • SplashID (App-Store)
    Passwörter und Zugangsdaten gibt es privat und in der Schule genug. SplashID synchronisiert sich mit dem entsprechenden Programm auf dem Laptop über eine WLAN-Verbindung. Man muss also nicht alle Daten auf dem iPhone eintragen und kann im Notfall alles als Tabellendokument exportieren.
  • DropBox (App-Store)
    Endlich auch nativ fürs iPhone verfügbar! Habe bereits an anderer Stelle beschrieben, wie wir in den Arbeitsgruppen damit arbeiten.
  • MindMeister (App-Store)
    MindMeister ist ein webbasiertes, kollaboratives MindMapping Angebot. Normalerweise kann man es über den Browser bedienen – mit dem App läuft es auch vollständig auf dem iPhone. Praktisch, da wir in der Schule Projektplanungen damit machen und man unterwegs die ein oder andere Idee schnell eintippen kann. Dazu gibt es auch die Funktion „Geistesblitz“. Da die Daten synchronisiert werden, kann man die MindMaps auch offline ansehen.
  • iTranslate (App-Store)
    Vokabeln gängiger Sprachen hin und her übersetzen. Muss man nicht mehr zu sagen. Wer das Widget von Mac OS X kennt, wird sich sofort zurechtfinden.
  • The Chemical Touch (App-Store)
    Obligatorisch für den NW-Lehrer. Das Periodensystem mit allerhand zusätzlichen Infos immer in der Jackentasche.
  • Solutions (App-Store)
    Eine Lösung mit eine bestimmten Konzentration ansetzen ist mit Solutions kein Problem mehr. Erleichtert die zeitlich oft knappe Vorbereitung vor der Stunde.
  • Convertbot (App-Store)
    Umrechnung von Meilen in Kilometern und allerhand mehr.

iPhone3

  • Prowl (App-Store)
    Prowl ist die Verbindung zwischen Growl auf dem Desktop mit den Push-Diensten vom iPhone OS. Genial, wenn man sich sowohl den aktuellen Status vom Server, fertige Up- und Downloads oder geänderte Dateien in der DropBox direkt anzeigen lassen kann. Wer gerne über neue Twitter-Nachrichten informiert werden möchte, kann dies auch mit Prowl und dem Dienst Prey Fetcher erledigen.
    Einfacher ist dies aber über die App Boxcar, die neben Twitter noch Infos aus Facebook und neue E-mails aufs iPhone pushed.
  • StarMap (App-Store)
    Exzellente App für den virtuellen Sternenhimmel, um die in der Schule gelernten Sternbilder in einer – seltenen – sternklaren Nacht aufzufrischen.
  • MacTracker (App-Store)
    Da wir an der Schule verschiedene Generationen von Geräten haben, ist MacTracker ein hilfreiches Tool. Die Datenbank listet alle je gebauten Apple Rechner mit ihren technischen Spezifikationen auf.
  • Feiertage (App-Store)
    Mit dem Progrämmchen habe ich schnell einen Überblick über die Lage der Feiertage und Ferien innerhalb des Schuljahres. Das geht leider mit dem integrierten Kalender auf dem iPhone nicht ganz so komfortabel.

Lehrerbesoldung

In dem Beitrag „Boni für die Besten“ (ZEIT Online) stellt Ludger Wössmann, studierter VWLer und zur Zeit Professor für Bildungsökonomie an der LMU, mögliche Ansatzpunkte vor, wie man das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf auch für gute Abiturienten attraktiver gestalten kann. Lösung ist die leistungsbezogene Bezahlung von Lehrkräften.

Das Prinzip „mehr Geld = mehr Anerkennung“ funktioniert in vielen Bereichen der Wirtschaft gut . Es lässt aber außer Acht, dass eine Motivation und Identifikation mit der Arbeit eben nicht immer von der Bezahlung abhängig ist, sondern von weicheren Faktoren wie Anerkennung und Vertrauen bestimmt wird.

Springen Lehrer überhaupt auf die leistungsbezogene Bezahlung an – unabhängig von den Schwierigkeiten, die sich durch bei der Bemessung dieser Art der Vergütung ergeben (hier und hier). Sicherlich, aber nicht in der Art, wie man es sich in Kreisen von Bildungsökonomen erhofft.

Wenn ich nach dem Abi das Ziel gehabt hätte, viel Geld zu verdienen, wäre ich nicht Lehrer geworden. Die scheinbar sichere Bezahlung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei gleiche Qualifikation und Motivation in der freien Wirtschaft mehr monetäre Anerkennung geerntet wird.

Den Ansatz, den Lisa Rosa in den Kommentaren des Beitrags von Matthias Heil macht, halte ich für nachhaltiger:

Eine sinnvolle Kontextsteuerung von außen (”Anreiz” zur Veränderung) könnte sein: Abwrack”prämie” für veraltete Tätigkeitssysteme (Schulen). Und diese nicht in Form von Geld, was Lehrer am wenigsten reizt, sondern in Form von besseren Arbeitsbedingungen: kleine Gruppen, weniger Unterrichtsstunden, mehr Zeit zur Reflexion dessen, was man da tut, und mehr Zeit für die Kommunikation und Kollaboration mit Schülern, Eltern und Kollegen.

Das kostet Geld, wohingegen die leistungsbezogene Bezahlung nicht unbedingt für die Anhebung der Gehälter sorgt, sondern ausgehend von einem niedrigen Grundgehalt + Bonuszahlungen auch Einsparungseffekte zur Folge hätte (mehr…). Wird mit dieser Diskussion ausgelotet, wie die Öffentlichkeit auf das Thema reagiert?

Lehrer bloggen

Überraschend habe ich – auf der Rückfahrt vom ADE Meeting in München – festgestellt, dass man bluemac.de als Lehrerblog eingeordnet hat. Im Rahmen der Initiative „Lehrerblogs 2009“ wurde dieser kleine Blog von Lehrerfreund in der Kategorie „Etablierte“ geführt. Wow. Hätte damit nun wirklich nicht im geringsten gerechnet.

Ist denn das hier überhaupt ein Lehrerblog? In der Tat arbeite ich als Lehrer und versuche den ein oder anderen Gedanken aus dem Bildungsbereich zu bloggen. Die Themen haben in den letzten drei Jahren unregelmäßiger Beiträge oft gewechselt. Mal ging um Bologna, dann um den schulischen Einsatz der Computer und zwischendurch gab immer wieder Hilfen, die ich selber gerade für meinen Alltag gebastelt habe.

Leider ist es nicht immer problemlos, die aktuellen Themen der Schulgemeinschaft auch ins Web zu tragen. Bei den (zugegeben wenigen) kritischeren Beiträgen, die auch eine eigene Meinung implizierten, gab es oft innerhalb der darauffolgenden Tage ein Gespräch auf dem Flur der Schulleitung – glücklicherweise immer konstruktiv.

Es scheint kein Einfaches zu sein, aus dem Schulalltag etwas anderes als normierte Meldungen zu berichten. Zu sensibel ist das System Schule trotz aller Stabilität, die es im Inneren auszeichnet.

Ich freue mich, dass mein kleines Experiment hier zur Kenntnis genommen wird.