Auf Twitter hatte ich nach einer längeren Diskussion zwischen Sabine Czerny und Christian Füller eingeworfen, dass der Systemwechsel von Schule zwar eine schulische Angelegenheit ist, er aber nur kulturell, also von außen, angestoßen werden kann. Daraufhin hat Christian Füller in seinem Blog pisaversteher.de in der ihm eigenen Art der liebevoll gesetzten Provokation beschrieben, wie es sich mit dem “innen” und “außen” von Schule verhält.

Er ist zu dem Schluss gekommen, dass es ein Zusammenspiel von gesellschaftlicher Entwicklung und schulischen Strukturen geben muss, wenn sich Schule verändern wird:

“Schulreform oder, grundsätzlicher, Systemwechsel, entsteht durch ein wechselseitiges Aufschaukeln der Reformer drinnen und draußen, oben und unten.”

Wie kann man dem widersprechen?

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Als ich am letzten Schultag vor den Sommerferien mit der Klasse 12 einen Rückblick auf die Themen des letzten Jahres im Fach Sozialwissenschaften durchgeführt habe, hat eine Schülerin als Beispiel für den Sozialen Wandel folgendes berichtet:

“Stell Dir mal vor, ein Landarzt, der das ganze Leben lang auf dem Land rumgefahren ist und Leute untersucht hat, wird alt und möchte gerne seine letzten Berufsjahre in der Stadt in einem Krankenhaus verbringen. Das schafft er doch gar nicht mehr, da er mit den ganzen Maschinen nicht mehr zurecht kommt! Die Technik hat sich so entwickelt, dass er wahrscheinlich nur noch Landarzt sein kann. Er wird also arbeitslos – oder macht noch ein paar Jahre weiter.”

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Vergangenen Freitag war ich mit einer Lerngruppe wieder an dem Punkt: Wir hatten das Thema von vor den Ferien in Erinnerung gerufen und uns die Bedeutung für die kommenden Themen klar gemacht. Viele Informationen dazu fand man in den eigenen Aufzeichnungen und den Schulbüchern, aber einiges eben auch nicht. Wie konnten wir jetzt das Problem lösen, ohne es auf die nächste Stunde zu verschieben und damit vielleicht der Bedeutungslosigkeit auszuliefern? Bisher habe ich dann das “Klassen-iBook” aus dem Schrank geholt oder das iPad an eine Schülergruppe gegeben, dass sie sich drum kümmern solle. Eine Gruppe für alle – die anderen machten weiter oder warteten. Beides nicht sinnvoll für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Am Freitag habe ich einfach mal wieder in die Klasse gefragt, an welchen Tischen denn überall ein Smartphone, iPod o.ä. verfügbar ist, mit dem man über WLAN ins Internet gehen könne. Bis auf einen Tisch waren an allen Tischen mindestens zwei Geräte verfügbar.

Warum also nicht nutzen?

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Wenn sich ein Schuljahr dem Ende neigt, ist die Zeit für ein kleines Resümee gekommen. Das Projekt der ‘papierfreien Lehrertasche‘ mit dem iPad jährt sich dieser Tage.

Was kann man als Erfahrung festhalten? Wo hakt es noch, was funktioniert schon gut? Ich habe mal ein paar Gedanken zusammengetragen…

Digitale Lehrertasche

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Mit ihren Statements haben Jöran Muuß-Merholz und Lisa Rosa im Hyperland Blog des ZDF das Thema “Medienkompetenz? WTF?!” bereichert. Es geht in dem Beitrag um eine “neue digitale Gesellschaft”, die Rolle der Medienkompetenz als Lebenskompetenz und darum, dass die Lehrenden den Lernenden ins Netz folgen müssen.

Den Netzspirit kann man nicht vermitteln, den muss man gemeinsam erleben.
(Lisa Rosa)

 

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Eine vertrackte Situation: Dieser Tage müssen die politischen Entscheidungsträger das weitere Vorgehen festlegen, wie mit der Schuldenkrise in Griechenland umzugehen sei. Und es ist ja potentiell nicht nur Griechenland. Andere europäische Staaten sind ebenso gefährdet wie Städte und Kommunen in Deutschland.

Was bedeutet dies strukturell betrachtet? Ein System, das offensichtliche Schwächen zeigt, soll mit den bestehenden Methoden erfolgreich saniert werden? Ist eine Selbstheilung im jetzigen Stadium noch möglich?

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Man korrigiere mich, aber ich gehe fest davon aus, dass sich keine Schule mehr in Deutschland finden wird, bei der sich nicht irgendwo im Schulhaus eine Computerecke als Lernort finden lässt (ausgenommen der bewusste Verzicht auf Technologie aufgrund [überholter] pädagogischer Konzepte). Jede Schule hat sich in den letzten fünf Jahren ein Konzept überlegt, wie man den Computer als Lern-Medium in den Unterricht und Schulalltag integrieren kann. Da die Ausstattung an Computern in der Regel unterhalb der Schülerzahlen liegt, müssen sich mehrere SchülerInnen einen Rechner teilen – oder viele SchülerInnen verzichten zugunsten einer kleineren, ausgewählten Gruppe.

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Vor ein paar Wochen habe ich die Gemeinschafts-Hauptschule Effey in Ennepetal besucht und ein ausführliches Gespräch mit Herrn Hillebrandt über das Medienkonzept seiner Schule führen können. Ein paar Infos zur Schule und Gedanken, die mir dabei durch den Kopf gegangen sind, möchte ich gerne vorstellen.

Seit einem Jahr setzt die Effey als eine der ersten Schulen in Deutschland eine iPad Klasse ein.

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Wer den Vortrag von Gunter Dueck (wilddueck) im Rahmen der re:learn bisher noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen. Er fasste auf der re:publica 2011 viele seiner Gedanken zusammen und besticht dabei vor allem durch seine Art, Geschichten zu erzählen. Nach der re:publica 2011 hat er seinen Vortrag als den “vielleicht besten in meinem Leben” bezeichnet.

Kleine Appetithäppchen:

  • Wer hat heute einen Job, den man nicht durch eine Webrecherche erfüllen könnte?
  • Was können Sie einem Menschen noch sagen, wenn der andere sich 2 Stunden vorbereitet hat?
  • Welche Berufe bleiben in Zukunft noch übrig?
  • Das Internet macht fachliches Wissen obsolet! Der Lehrer muss wirklich pädagogisch arbeiten – der Rest ist wertlos geworden.
  • Als Lehrer haben Sie doch nichts mehr in der Hand. Nur noch: Sie müssen es SO interpretieren.
  • Das Wissen der Welt muss in Youtube – von den “echten” Denkern, wir brauchen keine Amateur-Intelligenz mehr.

Kurz: anschauen.

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Das war sie also, die re:publica 2011 und ich sitze jetzt im Zug zurück aus Berlin [inzwischen wieder zu Hause...]. Drei wirklich tolle Tage, die ich zusammenfassen könnte unter:
Hab’ mich total wohl gefühlt.

Da es meine erste re:publica gewesen ist, war ich in meinen Erwartungen und Befürchtungen etwas vorsichtig. Hätte ich aber nicht sein müssen, da man sich nach kurzer Zeit irgendwie zu Hause fühlt. Das mag ich an EduCamps – und habe es auch bei der re:publica gefunden.

FSP

Besuchte Sessions

Meine Notizen aus den Sessions habe ich hier als GoogleDocs bereit gestellt.
Ein paar Bilder gibts hier bei Flickr.

Über die Aktivitäten der re:learn wird es in den nächsten Tagen noch was geben…

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