Warum im digitalen Wandel das Urheberrecht das verbietet, was pädagogisch geboten ist. Den Schulen droht ein Kulturkampf.

oder:

Das Schulbuch, König der alten Schulmedien, stirbt. Sein Nachfolger steht bereit – wird aber vom aktuellen Urheberrecht blockiert.

Ungekürzte Version des Artikels in der taz vom 2.5.2012.
Von Felix Schaumburg und Jöran Muuß-Merholz

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Seit Ende vergangenen Jahres erfreuen sich die Open Educational Resources, kurz “OER”, einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit. Grund dafür war die Diskussion um den “Schultrojaner“, in deren Folge auch die Problematik der Lizenzierung von Materialien, die an Schulen und Universitäten für “Bildungszwecke” eingesetzt werden, thematisiert wurde.

Im März diesen Jahres haben Jöran Muuß-Merholz, Mirjam Bretschneider und ich uns die Situation rund um das Thema OER an Schulen genauer angeschaut und eine Bestandsaufnahme gemacht. Das “Whitepaper Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland” ist im Auftrag des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory entstanden.

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Zurück nach Hamburg! Nach einem Abstecher nach Köln findet das nächste Bildungsbier wieder in Hamburg statt.

Jede/r, der sich berufen fühlt, ein Bildungsbier zu trinken, kann sich den

11. Februar 2012 ab 19 Uhr

schonmal freihalten. Einen Ort haben wir noch nicht, citynah und nett wird es aber sein.

Wir treffen uns im La Paz, Heussweg 49: http://www.lapaz-hamburg.de/

Näheres zur Planung und zur “Anmeldung” findest Du auf plancast.com: http://plancast.com/p/9kc4

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Apple hat soeben seine Ideen für Schulbücher auf einem education announcement [Keynote Aufzeichnung] vorgestellt. Dass diese Ideen digital sind und natürlich auf dem iPad basieren, ist nicht überraschend.

Eigentlich war die gesamte Veranstaltung nicht überraschend – und genau deshalb wäre es möglich, dass sie sehr nachhaltig wirken wird. Wenn die Strategie von Apple aufgeht, könnte sich die Art, wie wir Bücher konsumieren, bald ändern. Das betrifft natürlich in erster Linie die in der Schule genutzten Bücher und “Materialien”.

Was wurde vorgestellt:
• iBooks 2 (App Store Link)
• iBooks Author (Mac App Store Link)
• iTunes (App Store Link)

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Ein Kindle erweitert seit Kurzem auch hier den digitalen Leseraum mit einem tollen eInk Display. Wie Thomas Knüwer aber schon so treffend schrieb, gestaltet sich das Verhältnis zum Kindle sehr ambivalent. Einerseits ist das Display für längeres Lesen ausgesprochen angenehm und unterscheidet sich für die Augen nicht mehr von einem Papierbuch. Andererseits ist das Handling und das Gehäuse – also das ganze Produkt um das Display herum – noch echt entwicklungsfähig / grottig.

Das Füttern des Kindle funktioniert über verschiedene Mails oder direkt. Archiviert wird, was gelöscht wird – oder auch nicht – mal auf dem Kindle, mal auch nicht. Eine Tastatur fehlt, sodass man per Cursor Eingaben tätigen muss und einen stufenloser Zoom für PDFs gibt’s auch nicht. Grrr.

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Eine kurze Momentaufnahme hat mir eben wieder vor Augen geführt, wie abgeschnitten von allen Informationen die SchülerInnen im Unterricht sitzen und “lernen” müssen.

Wir hatten in der Stunde vorher noch mit dem Notebooks an Artikeln geschrieben. Weil einige SchülerInnen mit dem Einbinden von Fotos in die Blogs noch Schwierigkeiten hatten, haben wir uns dem Problem am Anfang der nächsten Stunde angenommen.

Das eigentliche Thema der Stunde waren die Arbeiten von Bertolt Brecht in der Phase zwischen Nationalsozialismus und DDR. Die Rechner blieben, weil es keinen harten Phasenwechsel gab – oder ich es einfach vergaß? – auf den Tischen stehen.

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Auf der offenen Tagung “Fair, open & sustainable: Ein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft!”  des Aktionsbündnisses “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” habe ich einen kleinen Einblick bekommen, wie an den Unis – leider ohne bedeutende Beteiligung der Schulen – für eine praktikable Umsetzung des Urheberrechtes gerungen wird. Ein paar Überlegungen zur Tagung sollen im Folgenden notiert sein.

Vielleicht tut an dieser Stelle – auch zum Verständnis des Folgenden – ein kurzer Disclaimer not: Ich stehe der Idee des “Urheberrechts” durchaus kritisch gegenüber und glaube, dass durch das digitale Leitmedium eine “kleine Reform” nicht mehr ausreichen wird, um die unterschiedlichen Interessen von Urhebern, Rechteinhabern und Verbrauchern zu befriedigen. Möglicherweise ist ein Reset und “zurück auf null” der einzige Weg, der mittelfristig Lösung schafft.

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Am letzten Donnerstag habe ich an der Uni Oldenburg auf der offenen Tagung “Fair, open & sustainable: Ein Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft!” des Aktionsbündnisses “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” über den Schultrojaner und den Leitmedienwechsel gesprochen.

Nicht wissend, um welches Publikum es sich handeln würde, habe ich im Vortrag sowohl wissenschaftliche Bezüge wie auch alltägliche Beobachtungen einbezogen. So ließ sich – hoffe ich – für alle Anwesenden etwas mitnehmen.

Die zentralen Theses des Vortags:

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Ist der Schultrojaner eine Antwort auf den Leitmedienwechsel?

Die von den Schulbuchverlagen angedachte Software zur Durchsuchung von schulischen Computern - allgemein als “Schultrojaner” bezeichnet -  ist der zunehmenden Digitalisierung des schulischen Alltages geschuldet und eine verständliche Antwort. Über diese – seltsam anmutende – Maßnahme versuchen die Verlage offenbar, ihre Pfründe zu sichern.

Wir leben aber in einer Zeit des Wandels, in dem für alle spürbar wird, dass durch den Computer und das Internet unzählige Veränderungsprozesse angestoßen werden, die unsere kulturellen Errungenschaften in Frage stellen und unsere Kreativität herausfordern.
Von diesem Wandel sind die Verlage ebenso betroffen wie auch Schulen und die Vorstellung von Lernen.

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Hintergrund

In der Session “Show me your Apps” von @ralfa und @alextee auf dem EduCamp Bielefeld ist die Idee entstanden, das iPad als Dokumentenkamera zu verwenden. @alextee hatte einen AppleTV dabei, um über AirPlay das Bild des iPads auf den Beamer zu übertragen. Weil dies mit älteren Geräten aber nicht ging, haben wir auf einem iPad2 die Kamera-App gestartet und dann das Bild über AirPlay an den Beamer weitergeleitet. Fertig war die mobile Dokumentenkamera.

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