EduCamp: Wir sind ein BarCamp #ecil12

Am Wochenende fand im Ilmenau das 10. EduCamp unter dem Motto „back to the roots“ statt. Wieder zu Hause, möchte ich ein paar Gedanken dazu festhalten.

Das EduCamp scheint mit seiner 10. Inkarnation in seine Pubertät einzutreten. Die unterschiedlichen Vorstellungen über das Format, die Ausrichtung, die Finanzierung oder die Themengestaltung sind bisher hinter der zu spürenden Aufbruchsstimmung zurückgetreten. Jetzt treten sie mehr und mehr zu Tage und das führt dazu, dass es hin und wieder knarrt. Das EduCamp konsolidiert sich.

Ich selber bin mit gemischten Gefühlen aus Ilmenau zurück gekommen. Für die, die vor Ort waren, eine sicherlich wenig überraschende Information.

Die Unzufriedenheit bezieht sich auf zwei Ebenen:
Zum Einen die Themengestaltung, die für mich wenig inspirierend war und die – entgegen der früherer Camps – mir keine nachhaltigen Irritationen verschafft hat. Da das EduCamp aber eine Mitmach-Konferenz ist, ist jede Kritik und Unzufriedenheit über die Themensetzung auf dem Camp vor allem an einen adressiert: an mich.
Zum Anderen gab es Probleme mit den administratorischen Prozessen hinter dem eigentlichen EduCamp. Diese Probleme deuten sich bereits seit einiger Zeit an und werden uns sicherlich im EduCamp e.V. noch weiter begleiten.
Ich hoffe darauf, dass sich die notwendigen Diskussionen konstruktiv entwickeln werden. Es wäre zu schade für das Format, wenn man die großartige Idee dahinter aus den Augen verlieren würde, nur weil man sich über das Sponsoring oder (un-)gewollte Kooperationen uneinig ist.

 

Ein Punkt ist in den Diskussionen auf dem Camp immer wieder deutlich geworden. Wir müssen uns mehr bewusst darüber sein, dass das EduCamp ein BarCamp ist!

Wir sind ein BarCamp!

Das EduCamp ist als Auskopplung des BarCamp-Formates an gewisse Rahmenbedingungen gebunden. Es ist sinnvoll, sich diese Regeln immer wieder bewusst zu machen und auch vor den einzelnen Camps nochmal in Erinnerung zu rufen. Wir hatten in Ilmenau 2012 mehr als die Hälfte Neulinge – die sich offenbar nur unzureichend informiert fühlten, wie man in den abendlichen Gesprächen vernehmen konnte. Daher:

Die 8. Regeln des EduCamps

  1. Regel: Sprich über das EduCamp.
  2. Regel: Blogge/schreibe über das EduCamp.
  3. Regel: Wenn Du etwas besprechen möchtest, musst Du Dein Anliegen in der Sessionplanung zu Beginn des Tages vorstellen.
  4. Regel: Bei der Vorstellung stellen sich alle mit drei Stichworten vor. Nicht mehr.
  5. Regel: Es finden so viele Sessions zur gleichen Zeit statt wie Räume verfügbar sind.
  6. Regel: Keine Session wird vorher festgelegt.
  7. Regel: Eine Session dauert so lange wie sie dauert und endet spätestens dann, wenn die nächste Session beginnt. Du kannst auch jederzeit eine Session verlassen.
  8. Regel: Wenn es Dein erstes EduCamp ist, MUSST du präsentieren.
    (Ok, Du wirst nicht gezwungen, aber wenn Du jemanden findest, mit dem Du etwas zusammen präsentieren oder eine Frage besprechen möchtest, solltest Du es machen. Stelle zumindest in den Sessions Fragen und sei ein Teilgeber – nicht nur ein Besucher.)

(frei nach: http://barcamp.org/TheRulesOfBarCamp)

Eine animierte Erklärung, was ein EduCamp ist, ist auf dem EduCamp in Köln von von @ralfa und Anderen erstellt worden:

Auf dem EduCamp 2010 an der RTWH in Aachen haben Marcel und Thomas das Format EduCamp so erklärt:

Das nächste EduCamp findet im Frühjahr in Hamburg statt. Lasst uns dort wieder mehr BarCamp machen! Ich nehme es mir vor.

9 Gedanken zu „EduCamp: Wir sind ein BarCamp #ecil12

  1. scheppler

    Das klingt – wie so viele Tweets, die es zu lesen gab – sehr ernüchternd.
    Ich fand es schade, dass ich es dieses Mal nicht zum EduCamp geschafft habe. Aber ich freue mich auf Hamburg und werde mir die 10 Regeln als Notiz an den Kalendereintrag eintragen.
    Nach dem BarCamp ist vor dem BarCamp – oder wie war das nochmal?

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  2. Ruth

    Ich finde das nicht ernüchternd. Eigentlich finde ich es logisch, genauso logisch wie die Tatsache, dass die Pubertät im Entwicklungsprozess irgendwann einsetzt – auch wenn sie für Eltern und Kindern eine enorme Herausforderung darstellt. Darauf verzichten zu wollen, käme dem Wunsch gleich, Entwicklung zu stoppen.
    Die Frage lautet: wie gehen wir damit um? Das ist natürlich nicht einfach! Welche Eltern wollten schon gerne mit anderen Eltern diskutieren wie mit der Pubertät der Kinder umzugehen wäre – also den Erziehungsstil diskutieren?!?
    Ich bin der Meinung, auch wenn es anstrengend ist, wir sollten uns darauf einlassen. Eine weitere Frage lautet dann: wie diskutieren wir das? Denn die begrenzte Zeit spielt hier eine große Rolle. Die oben aufgeführten Regeln können bei der Diskussion schon sehr helfen. Wir könnten an dieser Stelle weitere Konstanten (?) festhalten. Bin mir nicht sicher, ob ich hier das richtige Wort benutze. Was ich meine ist: Wer nimmt am EduCamp teil? Mit welcher Intention?

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