Die Sache mit dem Podcast…

Ein schon lange angedachtes, aber immmer wieder verschobenes Projekt geht an den Start: Unser Podcast über die „Bildung, Zukunft und Technik“.
Erst war das Equipment nicht da, dann waren wir noch nicht bereit. Aber jetzt sind wir fertig.
Guido Brombach (@gibro) und ich haben uns erstmalig Headsets aufgesetzt und ins Mikro gesprochen. Es sind 105 Minuten geworden. Wir sprechen über das Podcasten, das OERCamp, das Educamp und über die Digitale Demenz.

Weitere Infos zum Podcast gibt es ab jetzt drüben im Blog: „Bildung – Zukunft – Technik“ – oder in iTunes.

5 Gedanken zu „Die Sache mit dem Podcast…

  1. Sebastian

    Lieber Felix,

    als Du vor einiger Zeit auf Twitter Dein „Geheimprojekt“ andeutetest und dann nach und nach klar wurde, worum es ging, dachte ich, ganz ehrlich: „Och nöö, jetzt machen diese ganze EduCampBildungsHackerTwitterOERLehrer auch noch einen Podcast, das will man doch eh nicht hören.“

    Du weißt, dass ich Eure „Szene“ eher ein bisschen mit Abstand betrachte und ganz bewusst bisher auf keinem Edu-, OER- oder Sonstwascamp gewesen bin und wohl auch nicht dort hingehen werde. Gerade eben stand aber die Reinigung eines meiner Aquarien auf dem Programm, die Downcast war leer gehört und ich dachte „Komm, hörst Du mal in dem Felix sein Podcast rein“ und ich muss sagen: Das konnte man sich gut anhören.

    Zwar bin ich noch immer nicht der Meinung, dass Barcamps und Twitter und Blogs und Facebook und iPad und OER die Bildungslandschaft tatsächlich nachhaltig verändern werden, aber ich fand es sehr angenehm in diesem Podcast (meine ich), herausgehört zu haben, dass in 140 Twitterzeichen manches Mal vielleicht Dinge doch viel zugespitzter und absoluter formuliert werden, als sie tatsächlich gemeint scheinen. Das fand ich sehr angenehm und versöhnt mich gerade ein bisschen mit „Euch“.

    Deshalb wollte ich einfach mal einen längeren Kommentar und kein „Felix sein Podcast #megusta #ilike“ posten. Ich bin gespannt, ob ihr weitere Episoden produzieren werdet – jedenfalls habe ich den Feed abonniert und harre der Dinge, die da kommen mögen. Weitermachen! 😉

    Liebe Grüße,
    Sebastian

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    1. Felix Schaumburg Beitragsautor

      @Sebastian:
      Hallo Sebastian,

      ich freue mich, dass Du Dir unseren ersten Versuch angetan hast und es sogar „hörbar“ fandest. Wir arbeiten aber trotzdem weiter an uns… 🙂

      Dass oft nicht so heiß gegessen wird, wie man gekocht hat (wobei Twitter da die Herdplatte symbolisieren soll), ist klar. Dennoch gibt es Dinge, über die wir gerne nochmal sprechen können 😉
      Ich glaube nämlich schon, dass viele der aktuellen „Trends“, die Du aufführst, auf eine neue Kultur / ein neues Medium zurückzuführen sind. Und diese Veränderungen werden auch Schule nachhaltig verändern müssen – wenn Schule auch weiterhin ihre wichtige Rolle im gesellschaftlichen Gefüge einnehmen möchte.

      Antworten
      1. Sebastian

        Ich glaube, es wäre sehr spannend, wenn man die Beiträge der aktuellen Diskussion (damit meine ich nicht nur uns beide hier, sondern alles, was sich derzeit so im Bereich EduCamp, OER und Co so tut) so in 10 oder 15 Jahren nochmal anschauen würde. Dann werden wir vielleicht wissen, ob es in die eine oder in die andere Richtung gegangen ist.

        Was mich immer wieder aufs Neue nachdenklich stimmt: Mindestens 80% der Menschen um mich herum (privat und beruflich) sind vom Internet und vor allem von der ganzen angeblichen Netzrevolution vollkommen untangiert. Davon ausgehend fällt es mir schwer, zu glauben, dass wir es tatsächlich mit einer gesellschaftsverändernden Sache zu tun haben – vielleicht ist es doch nur ein Trend – und zwar ein Trend, dem eine relativ kleine Gruppe nachhängt. Durch Twitter und Co scheint es so, als sei das ein wahnsinnig großer Teil – zumindest in MEINER Realität bzw. in der Realität der Menschen, mit denen ich beruflich und privat zu tun habe spielen Medien längst nicht DIE zentrale Rolle, wie es bei den EduCampern und OERlern und den Flauschtwitteristi und den Piraten zu sein scheint.

        Bestes Beispiel ist die Suche nach Autoren für die nächste Ausgabe der „Musikunterricht und Computer“. Obwohl ich zig Musiklehrer aller Schulstufen sowie etliche Referendare kenne und ja über den Berufsverband auch Kontakt zu mehreren hundert Kollegen pflege finde ich immer wieder die gleichen fünf bis sieben Autoren, die wirklich neuartige und – ganz wichtig – didaktisch sinnvolle(!) Vorgehensweisen mit Computer/iPad/etc im MU entwickelt haben.

        Hinzu kommt eine Handvoll Menschen, die sich als Autoren anbieten, die aber Dinge beschreiben wollen, die schlichtweg als digitaler Aktionismus zu bezeichnen sind und die den Unterricht bestenfalls modernistisch aufhübschen – aber keinerlei didaktischen Mehrwert bieten. Hier geht es nach meinem Geschmack allzu oft um „ich mache das weil ich’s kann“ anstatt „ich mache das, weil es meinen Unterricht zentral nach vorne bringt“.

        Schaue ich meine Schüler an, haben die zwar zu großen Teilen Smartphones – aber ist das alleine ausreichend, Smartphones als Gerät zur Revolution des Unterrichts nutzen zu wollen? Zu meiner Zeit hatten ja alle Walkmen… 😉 Wenn Schüler heute Facebook als zentrale Kommunikationsplattform nutzen, muss man daraus dann zwingend folgern, dass das auch Teil des Unterrichts werden muss? Hätten meine Lehrer das damals gemacht, hätten wir unsere Klassenarbeiten auf kleinen, aus den Heften herausgerissenen Papierzettelchen geschrieben… 😉 (ja, ich überspitze)

        Kann es nicht sein, dass es nur ein Wunschtraum einiger weniger, technikaffiner, junger, begeisterter, optimistischer, kreativer „Spinner“ (im Steve Job’schen Wortsinn) ist, dass wir am Anfang einer Revolution stehen?

        Ich bin schon seit so vielen Jahren im Bereich Lehreraus- und -fortbildung im Bereich „Computereinsatz im Musikunterricht“ tätig. Und noch immer habe ich in jeder Fortbildung die „Huch-wo-ist-denn-das-Fenster-plötzlich-hin?“-Kollegen sitzen. Diese Kollegen machen wahrscheinlich richtig guten Unterricht – ich unterstelle das jedenfalls einfach mal – aber von eBooks, Twitter, Soundcloud, Smartphones, Tablet und Co im Unterricht sind diese Kollegen so weit entfernt wie die „Weil jedes Handy Bluetooth eingebaut hat muss der Austausch von Musik darüber legal sein, sonst gäbe es ja kein Bluetooth“-Schüler von der Auseinandersetzung mit CC-lizensierter Musik.

        Wie gesagt, vielleicht habt „ihr“ Recht – wenn ja, dann haben sich meine Bemühungen von vor über 10 Jahren im Unisemnar „Digital ist besser!? Computereinsatz im Musikunterricht“ doch gelohnt. Vielleicht habt „ihr“ aber auch nicht Recht und dann geht es OER und Co so wie der Piratenpartei: Aufstieg in der Blase, dann aber zerschellt an der Realität.

        Wir werden sehen. Und – hoffentlich – in der nächsten Folge von Guido und Dir auch hören!

        Nun aber viel Spaß in Illmenau. Möge das Camp „euch“ weiterbringen!

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        1. Felix Schaumburg Beitragsautor

          @Sebastian:

          1. Der Rückblick in 10 bis 15 Jahren wird eh spannend… Bisher bin ich einerseits ernüchtert, wenn ich mir die Diskurse in Foren und Blogs von 2009 ansehe – andererseits sehe ich Fortschritte. Allein die informelle Mediennutzung in der Schule hat sich enorm verändert. Mit Laptop und Tablet im Lehrerzimmer ist heute „normal“. Vor 4 Jahren wurde man noch von der Seite angesprochen, was man denn da machen würde.

          2. Was den Einfluss der digitalen Medien angeht, scheinen wir unterschiedliche Erfahrungen und Einschätzungen zu haben. Ich merke deutlich, dass das „Internet“ Veränderungen herbeiführt. Das betrifft einerseits die Kommunikation innerhalb der Familie, aber auch die Kontakt und Projekte, die sich weit über den normalen Aktionsradius hinaus etablieren.
          Mit dem digitalen Medium verändern sich nachhaltig auch die Prozesse der Aushandlung von Konflikten und die Lösung von Problemen. Bisher haben wir diese Prozesse an analoge Medien knüpfen müssen. Du kennst die Vergleiche mit den Umbrüchen, die die Erfindung des Buchdruckes (genauer: der beweglichen Lettern) herbeigeführt hat. Mag sein, dass mich die Geschichte Lügen straft, aber ich bin sicher, dass wir zur Zeit eine ähnliche Phase erleben und mitten drin stecken. Ausgang insgesamt ungewiss – nur ein ist klar: es ändert sich etwas.

          3. Was den Einfluss der digitalen Geräte auf die Schule angeht, kann ich Deine Einschätzung nachvollziehen. Ich glaube aber, dass diese Beobachtungen daran liegen, dass die Schule als System extrem stabil ist und auf Veränderungen nicht oder nur sehr verzögert reagiert / reagieren kann. Zu eng ist es an die Entwicklung der Buchkultur gebunden und lehrt weiterhin in Disziplinen, nach Curricula und auf ein einheitlich-vergleichendes Ziel. Es ist erstaunlich, dass sich „Schule“ kaum verändert, wenn man die Veränderungen in ihrer Umwelt anschaut.

          Wenn man in dieser Situation mit Kollaboration und pbl kommt, wird dies meist schwer in den regulären Schulbetrieb zu integrieren sein. Und sicherlich haben sich bisher wenige Lehrende damit beschäftigt…

          Würdest du nicht aber selber lieber „anders“ lehren und lernen? Ich habe meine intensivsten Lernerfahrungen gemacht, wenn ich mich für eine Sache begeistert habe. Der „normale“ Unterricht bot dazu meist keinen Raum…

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