Das iPad als Dokumentenkamera

Hintergrund

In der Session „Show me your Apps“ von @ralfa und @alextee auf dem EduCamp Bielefeld ist die Idee entstanden, das iPad als Dokumentenkamera zu verwenden. @alextee hatte einen AppleTV dabei, um über AirPlay das Bild des iPads auf den Beamer zu übertragen. Weil dies mit älteren Geräten aber nicht ging, haben wir auf einem iPad2 die Kamera-App gestartet und dann das Bild über AirPlay an den Beamer weitergeleitet. Fertig war die mobile Dokumentenkamera.

In der Schule

Im Unterricht gibt es öfter die Situation, dass gemeinsame Aufgaben besprochen werden sollen. Im konkreten Fall des Chemie LK sollte die Azo-Kupplung durchgearbeitet werden. Bei der Besprechung in der Klasse wird dann zumeist der Reaktionsmechanismus nochmal an der Tafel notiert. Weil alle SchülerInnen sich in der Regel auf die Stunden vorbereiten und die Notizen deshalb vor sich haben, ist dieser Prozess langweilig und langatmig. Dennoch ist er nicht unwichtig, um eine gemeinsame Besprechung und Kontrolle zu ermöglichen, die bei Reaktionsmechanismen visuell unterstützt sein sollte.

In der letzten Stunde habe ich daher den Beamer aus dem Vorbereitungsraum geholt und das iPad zwischen zwei Stativen eingeklemmt. Durch die Kork-Beschichtung der Klammern bleibt es unversehrt. Das iPad wurde über den VGA-Adapter an den Beamer angeschlossen und die Kamera-App gestartet (das Apple-TV steht noch aus..)
Innerhalb von 2 Minuten stand die Dokumentenkamera und die SchülerInnen konnten ihre Überlegungen allen vorstellen und gemeinsam die Ergebnisse besprechen.

Sicherlich nicht zum letzten Mal.

19 Gedanken zu „Das iPad als Dokumentenkamera

  1. Birgit Lachner

    Sicherlich ne lustige Idee, aber wer hat schon immer zwei Stative mit Zubehör, ein Beamer, das Gekabel und noch ein i-Pad dabei. Okay … in der Chemie-Sammlung hat man einen Teil vielleicht da.

    Ich empfehle da eine andere leichte Lösung: es gibt eine billige Schwanenhals-Kamera, die man an USB anschließen kann. Allerdings braucht es einen Laptop. Name: Hue-Cam

    Im Grunde genommen müsste man dafür sorgen, dass es mindestens einen Beamer und Laptop in jedem Klassenraum gibt. Ich hoffe ich kann demnächst in unseren Chemie-Räumen mal die Beamer in betrieb nehmen.

    Birgit

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    1. Felix Schaumburg Beitragsautor

      @Birgit Lachner: Ja, wir haben das Glück, dass wir in den Vorbereitungsräumen einen Beamer-Wagen stehen haben, den man sich „mal eben“ holen kann. Da das iPad eh in der Tasche ist, ist es eine praktikable Lösung – aber sicherlich noch nicht optimal.

      Ideal wäre ein fest installierter Beamer, der via AirPlay direkt bespielt werden kann… 🙂

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  2. Matthias Heil

    Sehr genial – gibt es nicht noch Alternativen zu den beiden Stativen? …mit irgendetwas, was in jedem Klassenraum vorhanden ist? Fällt momentan nur ein, zwei gleichhohe Bücherstapel bauen zu lassen…-)

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    1. Felix Schaumburg Beitragsautor

      @Matthias Heil:
      Bücherstapel – immerhin haben die Bücher dann endlich mal eine vernünftige Funktion. 🙂

      Man könnte das iPad auch auf den OHP legen und hinten beschweren, sodass die Kamera vorsteht. Dann kann man vor dem OHP auf dem Tisch ein Blatt zur Präsentation legen. Müsste gehen.

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  3. thustron

    Tja, eine praktikable Lösung soll her. Ich mache das so: Kurz vor Ende der Erarbeitungsphase gehe ich herum und frage einen Schüler, ob ich seine Lösung mit dem Smartphone fotografieren darf. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten, das schnell online zu bekommen: Z.B. Evernote. Dann kann man das Bild recht schnell am interaktiven Whiteboard sehen und bearbeiten.

    Bei Euren Lösungen verstehe ich nicht, warum ihr nicht einfach ohne Stativ fotografiert. Ich vermute, dass Ihr mit dem Rotstift live auf dem Papier herumschreiben wollt? Wie gesagt, mit entsprechender Ausstattung kann man das auch direkt am interaktiven Whiteboard.

    Alles, was dauerhaft praktikabel sein soll, muss schnell gehen und darf nicht von den SuS zerstörbar sein. Dokumentenkamerastative halte ich (an einer staatlichen SChule) für nicht praktikabel (wg. Vandalismus).

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    1. Felix Schaumburg Beitragsautor

      @thustron:
      Der Reiz der genannten Kombi aus Stativ und iPad ist, dass man auch Experimente zeigen kann oder in Mathe eine geometrische Form ‚live‘ zeichnen kann. Das Photo ist statisch und kann nur ggf. durch Sizzen ergänzt werden. Wenn das reicht, kann man es sich in der Tat noch einfacher machen ;-). Ja.

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  4. reinhard

    „… um über AirPlay das Bild des iPads auf den Beamer zu übertragen.“
    Was genau übertägt AirPlay? Sieht man auch den iPad-Schreibtisch, den „Inhalt“ aller Apps?
    Dank vorab!

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  5. Maurice

    Apple TV ist einfach klasse, da, wenn mehrere iOS Geräte im Raum sind, es problemlos möglich ist, via AirPlay die verschiedenen Inhalte auf den Beamer zu bringen (nicht gleichzeitig). Die Schüler müssen nicht aufstehen, Kabel anstecken etc.

    Eine Mischung aus Dokumentenkamera, BoardCam und Whiteboard ist mit der App Explain Everything möglich. Noch nicht so mächtig wie Whiteboard Software, aber dafür m. E. schon sehr gut.
    M. E. liegt der Mehrwert der Whiteboards sowieso in der Software und nicht in der Hardware. Und ein recht nettes Whiteboard mit iPad, Beamer und App kommt auch nicht schlecht.

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  7. Daniel Schumacher

    Sehr geehrter Herr Schaumburg,
    Ich bin momentan in der ersten Phase des Refs und bin am überlegen mir ein iPad anzuschaffen (kaufenn werde ich mir in jedem Fall eins)
    Meinen Sie, das iPad eignet sich, um Versuche mit der Kamera auf den Beamer zu bringen.
    Mir fällt da spontan der Versuch mit Natrium im Wasser ein, den ich bisher nur mit Overhead gesehen habe. Einfach in Zukunft das iPad drüber mit zwei Klemmen festspannan (da gibts bestimmt noch mehr Versuche – hauptsächlich die, bei denen man immer einzelne Schüler vor holen muss, da es nicht alle von ihrem Platz aus sehen)
    Die Frage ist – riskiere ich beim iPad-Einsatz bei Versuchen nicht auch die „Gesundheit“ meines iPads (Spritzer auf das Gerät)
    Wie sind da Ihre bisherigen Erfahrungen?

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    1. Felix Schaumburg Beitragsautor

      @Daniel Schumacher:
      Ich habe es noch nicht getestet, zumindest nicht mit dem oben genannten Setting. Allerdings nehmen wir oft im Chemieunterricht die Versuche oder die Ergebnisse mit iPods auf, die ja die gleiche Kamera wie das iPad haben. Die Qualität ist nicht berauschend, aber ausreichend. Ich gehe daher davon aus, dass es mit dem iPad gut funktionieren würde. Werde es auch bei nächster Gelegenheit einfach mal testen.

      (Das „Du“ ist mir im Übrigen lieber…:) ).

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  8. Jana Dankwart

    Lieber felix Schaumburg,
    In Mathe eine geom. Form live zeichnen können, meinen Sie.
    Das ist doch absoluter Schwachsinn, dafür solche verrenkungen zu machen.
    das geht doch mit der Kreidetafel ideal.
    Mann, seid ihr Lehrer hilflose Geisteskrüppel

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  9. Norbert Heucke

    An alle iPAd-Nutzer,
    einen genialen iPad-Halter (iPad+iPAd2) gibt es von K&M (Musikzubehör ca. 40€) Diese kann man an eine beliebige Rundstange (Holz oder Stativstangen 10-14mm)klemmen und biete so ein sichere Fixierung des iPads und richtig viel Handlungsraum unter der iPad-Kamera. Ich nutze diese Version regelmäßig im Unterricht für Mathe-Apps und die Kamera als Vorlagenkamera im Fotomodus oder im Videostream direkt auf die fest installierten Beamer, die wir in jedem Raum haben. Wer ein Foto der Variante möchte melde sich bei mir, hier kann ich nichts hochladen. Unser Schulträger hat inzwischen auch erkannt, dass ein iPAd oder Androide-TAblet deutlich preisgünster ist als eine Smart-Vorlagenkamera oder ähnliche Modelle und noch dazu um Längen flexibler.

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