Der Lehrer als WLAN Hotspot

Vergangenen Freitag war ich mit einer Lerngruppe wieder an dem Punkt: Wir hatten das Thema von vor den Ferien in Erinnerung gerufen und uns die Bedeutung für die kommenden Themen klar gemacht. Viele Informationen dazu fand man in den eigenen Aufzeichnungen und den Schulbüchern, aber einiges eben auch nicht. Wie konnten wir jetzt das Problem lösen, ohne es auf die nächste Stunde zu verschieben und damit vielleicht der Bedeutungslosigkeit auszuliefern? Bisher habe ich dann das „Klassen-iBook“ aus dem Schrank geholt oder das iPad an eine Schülergruppe gegeben, dass sie sich drum kümmern solle. Eine Gruppe für alle – die anderen machten weiter oder warteten. Beides nicht sinnvoll für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Am Freitag habe ich einfach mal wieder in die Klasse gefragt, an welchen Tischen denn überall ein Smartphone, iPod o.ä. verfügbar ist, mit dem man über WLAN ins Internet gehen könne. Bis auf einen Tisch waren an allen Tischen mindestens zwei Geräte verfügbar.

Warum also nicht nutzen? Wir sind zwar keine iPad Schule und fahren auch nicht 1-to-1, aber die Schüler haben die Geräte doch dabei! Einzig der Internetzugang fehlt, weil die Schule – aus verschiedenen Gründen – das WLAN noch nicht für die SchülerInnen geöffnet hat. Also habe ich kurzerhand ein WLAN aufgespannt und den Schülern den Weg ins Internet geebnet. Die Gruppe ohne Internet-Gerät hat das iBook bekommen.

Die Arbeitsphase war toll, da die SchülerInnen ihrer normale Informationsbeschaffung nachgehen konnten und jede/r einzelne ihre/seine Fragen zielgerichtet recherchieren konnte. „Warum soll ich mich auf nächste Stunde vertrösten, wenn ich doch weiß, dass ich die Antwort bei Wikipedia finden kann – wenn man mich nur lässt!“

Daher: Der Lehrer als WLAN-Hotspot. Die SchülerInnen haben die Geräte, ich sorge für die Infrastruktur. Möglichkeiten gibt es dazu viele, zum Beispiel der ans Ethernet der Schule angeschlossene Laptop als WLAN Hotspot oder ein UMTS-WLAN-Hotspot wie der Huawei E5 oder ein Smartphone mit Tethering (für sehr kleine Lerngruppen…).

Wissend, dass das bei der gegebenen Verfügbarkeit von Endgeräten inzwischen möglich ist, werde ich es wohl öfter anwenden. Erfahrungen beziehen sich bislang auf die Klassen 10 und 13.

3 Gedanken zu „Der Lehrer als WLAN Hotspot

  1. Pingback: Tech talk: Der Lehrer als Wifi-“Not“spot? | Das iPad im Unterricht an der KAS

  2. Johannes

    Selbst wenn ich dass wollte, darf ich die Endgeräte der Schüler nicht in das Netz der Schule einbinden – es ist von oben (jenseits der Schule) verboten. Ich bin mir nicht sicher, ob es der Datenschutzbeauftragte der Stadt oder die Schulbehörde oder der ISP (auch eine Art Behörde, zumindest so halbstaatlich) verbietet. Jeder im Netz muss etwas unterschreiben und verpflichtet sich, ein Antivirenprogramm zu verwenden und aktuell zu halten. Das amüsante ist: auf keinem unserer iPads läuft eine Antivirenlösung 🙂

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  3. ConnyLo

    Wer sagt denn, dass ein Antivirenprogramm genutzt werden muss? Was tut der Netzwerkadministrator zur Bekämpfung von Viren?
    Es muss möglich sein, normalen Internetzugang für alle Schüler zu erreichen. Es wäre so, als ob man jemand von der Benutzung der Bibliothek ausschließen wollte, weil er Eselsohren in Bücher machen kann.

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