Papierfreie Schultasche – November 2010

Wie läuft es denn so mit dem iPad im Schulalltag? Kann man die papierlose Schultasche noch aufrecht halten, oder ist es auf Dauer doch zu aufwändig?

Es läuft gut, und es wird besser.

Seit meinem Bericht im Mai 2010 hat sich einiges verändert. Das Setting ist kleiner geworden und die Handhabung wird zunehmend runder. Das liegt sowohl an dem Update für das iPad, welches vor einer Woche veröffentlicht wurde. Und auch an der Aktualisierung von Google, die es endlich erlaubt, die GoogleDoc Dokumente auch auf mobilen Endgeräten zu editieren.
Für die, die sich auch mit dem Gedanken einer papierfreien (Schul-)tasche beschäftigen, folgende Tipps aus den bisherigen Erfahrungen. Ich freue mich über einen Erfahrungsaustausch.

Unterrichtsplanung
Man muss bereit sein, auch gegen anfängliche Schwierigkeiten und gegen die eigene Gewohnheit, die Unterrichtsplanung auf digitalem „Papier“ zu machen. Das geht, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, gut von der Hand. Zwei bis drei Wochen sollte man sich Zeit geben, bevor man sich entscheidet, ob man es machen kann oder nicht. Gerade in scheinbar stressigen Zeiten möchte man gerne zurück zu Gewohntem, was aber dann eben auch das GoogleDocs Dokument sein kann. Ein Beispiel für eine Unterrichtsplanung in GoogleDoc habe ich hier bereit gestellt.
Während des Unterrichts liegt das iPad meistens auf dem Tisch mit geöffnetem GoogleDoc, im Hintergrund läuft GoodReader und TeacherTool.

Material
Hier blockieren die Verlage leider immer noch den digitalen Workflow… Nur wenige Verlage bieten Aufgabensammlungen und Lösungshefte als PDF Dokumente an. Für die Schulbücher selber gibt es bisher keine mir bekannten löblichen Beispiele, wo es den Lehrenden möglich ist, auf auf ein PDF zurückzugreifen.
Daher bleibt hier nur: Auf unkonventionellen Pfaden wandeln oder zu Hause wie in der Schule ein Schulbuch bereithalten, sodass man es zumindest nicht mit sich herumtragen muss.
Für eingescannte Auszüge aus Zeitungen oder digitale Artikel eignet sich der GoodReader hervorragend. Mit ihm lassen sich die Dokumente auf dem iPad verwalten, kommentieren und auch über den Beamer anzeigen (Herr Larbig hat das Programm vor Kurzem rezensiert).
Videos von chemischen Experimenten lagern ebenfalls in GoodReader. Thomas Seilnacht hat dazu eine umfangreiche Sammlung erstellt. Nicht ganz günstig, aber als Schulversion eine Investition allemal wert.

Endgerät
Natürlich braucht man ein digitales Endgerät, das einem überall den Zugriff auf die Unterlagen und Notizen ermöglicht. Je nach Schule ist dafür nicht nur ein einfacher Computer notwendig, sondern man braucht auch eine UMTS Karte, wenn die Schule nicht flächendeckend mit WLAN ausgestattet ist.
Ich halte daher ein iPad für das derzeit beste Endgerät. Es ist eine ausreichend guter Kompromiss zwischen Mobilität, Batterielaufzeit (hält einen Tag) und Anschlussfähigkeit (Beamer etc.).
Das iPad hat selbstverständlich (noch) einige Einschränkungen, die ich jetzt nicht ausführlich darstellen brauche. Das beginnt bei der geschlossenen Plattform, Inkompatibilität zu Java-Programmen und unflexibler Benutzerverwaltung. Alles Dinge, die in der Schule gebraucht werden.

Arbeit im Lehrerzimmer / Orga
Die Arbeit spielt sich für den Lehrenden nicht nur im Unterricht ab, sondern auch im Lehrerzimmer. Aushänge müssen notiert, Absprachen zur richtigen Zeit getroffen und Termine verschoben werden.
Für ToDo Listen, Projektplanungen und sonstige Fristen hat sich OmniFocus bewährt. Hier wird alles reingefüttert, was noch zu tun ist und dann tagsüber abgearbeitet. OmniFocus sieht auf dem iPad klasse aus, funktioniert aber auch auf dem iPhone und dem Mac.
Aushänge von Relevanz fotografiere ich grundsätzlich ab. Dafür nutze ich JotNot. JotNot macht ein Foto, schneidet es aus und konvertiert es bei Wunsch direkt in ein schwarz-weiß Bild. Anschließend wird es in die DropBox geschickt, sodass ich es auf allen Geräten zur Verfügung habe und wegsortieren kann. Der Prozess dauert etwa 4 Klicks – je nachdem, ob man noch die Freistellung des Dokuments nachjustieren muss.
Klausurtermine und Besprechungen trage ich direkt in den Kalender im iPad ein. Dabei ist es eigentlich egal, ob Mobiltelefon, iPad oder Computer, da alle Kalender über MobileMe synchronisiert werden. Theoretisch ließe sich dieser Abgleich aber auch über GoogleCalendar bewerkstelligen, sodass man hier nicht an eine Plattform gebunden ist.

Drucken
Sicher gehört das Drucken nicht zu den geliebten Arbeitsprozessen, aber es ist immer wieder nötig. Dank AirPrint auf dem iPad und einem Rechner mit Mac OS X 10.6 geht das aber ganz vortrefflich. Auch im Lehrerzimmer, was immer zu einem kleinen Staunen bei den KollegenInnen führt. Anleitung und Software gibt es bei lisanet.de.

Und sonst? In den letzten Tagen sind hier im Feedreader weitere Artikel aufgetaucht, in denen Lehrende von ihren Erfahrungen berichten: kubiwahn und herrlarbig und relaxecke und herr-rau. Wer bloggt noch zum Thema?

12 Gedanken zu „Papierfreie Schultasche – November 2010“

  1. Nutze seit diesem Schuljahr auch das iPad zur Unterrichtsvorbereitung und setze es im Unterricht ein. Was spricht für dich für GoogleDocs und gegen Pages?
    Kennst du eine Möglichkeit, dass die Lautstärke erhöht. Selbst bei angeschlossenen, aktiven Boxen ist die Lautstärke (v.a. bei Filmen) teilweise doch sehr bescheiden.

    1. GoogleDocs synchronisiert, Pages ist nur lokal und muss manuell hin- und her geschoben werden. Finde ich nicht optimal gelöst, wobei ich hoffe, dass Apple sich da noch was elegantes ausdenken wird.

      Zur Lautstärke: Nein, leider nicht. Ich habe bisher aber auch keine Probleme gehabt. Sind die Filme vielleicht einfach leise vertont? :/

  2. Meine Tasche ist erheblich leichter geworden.

    Arbeitsblätter in der Dropbox und auf dem iPad.
    Anstatt zu kopieren, schick ich ne PDF an den Schulassitenten.

    Alle schulinternen Blätter scanne ich gleich in der Schule mit nem Handscanner ein und dann nach Devonthink.

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