Apps im Unterricht

Lässt sich das iPad sinnvoll als Endgerät im Unterricht einsetzen? Diese Frage beschäftigt gerade die KAS in Köln, die in der Steuergruppe darüber lebhaft diskutiert hat. Ich habe mich an der genannten Stelle bereits über die Vor- und Nachteile des iPads ausgelassen und möchte nun ein paar Programme nennen, mit denen man das iPad sinnvoll als Endgerät einsetzen kann.

Durch die Programme wie Pages und Keynote ist mit dem iPad eigentlich alles möglich, was auch mit einem normalen Computer möglich wäre. Selbst das kollaborative Arbeiten geht seit dem letzten Update von GoogleDocs problemlos, sodass Gruppen gleichzeitig an unterschiedlichen Geräten an einem Dokument arbeiten können.

Beispiel Präsentationen:
Für den ersten Kontakt der SchülerInnen mit Keynote habe ich vor einiger Zeit ein Aufgabenblatt erstellt, mit dem sie mit Keynote eine Präsentation erstellen sollten. Das ganze sollte so durchgeführt werden, dass es auch von einem Lehrenden genutzt werden kann, der sich selber mit Keynote überhaupt nicht auskennt. Ich habe daher auf weitere Einführungen verzichtet, um zu sehen, ob die Schülerinnen und Schüler mit den genannten Schritten zurecht kommen. Es sind in einer Stunde ansehbare Ergebnisse entstanden und die SchülerInnen haben sich die weiteren Funktionen des Programms (Übergänge, Musikhintergrund etc.) selber erschlossen.
Gleiches wird sich auch auf dem iPad mit Keynote bewerkstelligen lassen. Aus Ermangelung an Geräten konnte ich das leider noch nicht selber testen…

Auf meinem iPad sind folgende Programme installiert, die ich im Unterricht aktiv einsetze.
(Alle Links gehen in den iTunes Store.)

  • Pages, Numbers und Keynote
    Apples iWork Suite für das iPad
  • GoodReader
    Sammelbecken für PDF Dokumente und Videos zur Präsentation über den Beamer. Mit der Möglichkeit, innerhalb von PDF Dokumenten Kommentare zu notieren und Lesezeichen anzulegen.
  • DevonThink
    Notizen und Artikel, die auf dem Mac in DevonThink gespeichert sind, lassen sich damit auch unterwegs einsehen. Noch nicht ganz komfortabel, aber das Programm ist auch frisch auf dem Markt.
  • Penultimate
    Notizen und Skizzen auf dem iPad zeichnen und in fast echten Papiernotizbüchern ablegen.
  • Calcbot
    Ersatz für den nicht vorhandenen Taschenrechner. Apple?!
  • PeriodicTable, PSE HD und “Die Elemente
    Unterschiedliche Ausführungen von Periodensystemen.
  • Solutions und Molecules
    Apps für die Laborarbeit. Strukturen und Mischungen lassen sich so mal eben schnell durchrechnen/ansehen.
  • iTranslate
    “Herr Schaumburg? Was heisst eigentlich ‘Vereinbarung’ auf Französisch?”….
  • GoogleEarth, WorldAtlas und ArcGIS
    Drei unterschiedliche Apps mit Landkarten und verschiedenen Schwerpunkten. ArcGIS bietet Entfernungsmessungen, WorldAtlas hat “klassische Landkarten” und GoogleEarth ist der neue Standard.
  • HistoryMaps World
    Ältere Karten, die sich sonst nur in den Sammlungen der  Karten-Archive in den Schulen finden…
  • TimeronFire
    Für zeitliche Vorgaben eine große Stoppuhr, die auf dem iPad auch wirklich jeder sehen kann. Keine Eieruhr an der Tafel…
  • MindMeister
    Kollaborative MindMaps. Gerne in Arbeitsgruppen mit Kollegen oder auch als Sammlung mit den SchülerInnen. Sowohl in der Sekundarstufe I zur Reihenplanung wie auch in der Sekundarstufe II zur Abiturvorbereitung.
  • FileApp
    Damit lassen sich auch OpenOffice Dokumente auf dem iPad anzeigen. Leider gibt es bisherher keine Möglichkeit, .odt Dateien auch zu editieren.
  • VNC, Server Admin
    Administration des Servers in der Schule
  • MultiPong
    Spielt die Kundschaft gerne, wenn sie das iPad dann mal erwischt hat…

Habe ich ein Programm vergessen oder übersehen? Freue mich über Kommentare und einen Erfahrungsaustausch.

9 Gedanken zu „Apps im Unterricht

  1. Gibro

    Ich konnte doch kommentieren, war wohl nur ein Problem mit meinem Android. Danke für die tolle Aufstellung. Ich wollte noch iMemento ergänzen. Funktioniert nach dem Karteikartensystem, wie cobocards, aber die haben schon fertige Kartensätze

    Antworten
  2. Pingback: Lehrerzimmer » Archiv » Also jetzt endlich: mein iPad

  3. B.Lachner

    Hmmm …

    im Prinzip sind die ganze Informationen rund um die digitale und papierlose Schultasche ja ganz interessant.
    Ich bin selber sehr digital tätig. Aber als Halbzeit-Lehrerin habe ich nicht so die Mengen, so dass ich mir eine schnelle Umstellung vornehmen werden. Die Idee mit den Photos mit dem Smartphone habe ich schon vorher genutzt. Und wurde von den Kollegen ziemlich belächelt.

    Schade ist nur, dass hier alles so Apple-zentriert ist. Klar, das ist ja Ihr Blog und Sie haben eben diese iDinger. Ich fände es interessant, wenn man solche Informationen Betriebssystem-übergreifend sammeln könnte. Denn ich werde mir sicher nichts von Apple kaufen ;-)

    Ich lade deshalb alle, auch die Apple-Nutzer ein, gemeinsam zu sammeln und zwar auf der Seite des ZUM-Wiki:
    http://wiki.zum.de/Papierlose_Schultasche

    Grüße aus der verschneiten Westen … B.Lachner

    Antworten
    1. Felix Schaumburg

      Hallo B. Lachner,

      ja, in der Tat ist das hier sehr i-zentriert. Darf man mir nicht böse nehmen :)
      Allerdings gilt das vor allem die Hardware. Und die ist zur Zeit einfach noch ungeschlagen.

      Die genannten Apps sind funktional nicht einmalig, sondern werden in ähnlicher Form sicherlich auf den anderen Plattformen zu finden sein. Wenn es Lehrende gibt, die ihre digitale Schultasche mit Android realisieren, freue ich mich über die Links dazu.

      Da wir uns mit dem Computer mehr und mehr von den Systemen weg bewegen hin zu Web-Apps, ist die Plattform auch nicht mehr so entscheidend wie noch vor 10 Jahren. Die meinsten Programme laufen im Browser. Ich zitiere mich mal selber:

      Die Bewertung um den Einsatz der Betriebssysteme ist in einem Veränderungsprozess begriffen. Das Denken in Windows, Linux oder Mac OS X wird nicht mehr lange sinnvoll sein, da mehr und mehr plattformübergreifende Applikationen eingesetzt werden.

      Dies betrifft nicht nur die sytemnahen Programme wir Microsoft Office oder OpenOffice, sondern zukünftig auch viele Web-Apps wie GoogleDocs oder die Microsoft OfficeWebApps.

      Auf welchem System letztere genutzt werden, spielt keine Rolle, da sich die Browser heute alle (mehr oder weniger genau) an den HTML Standards orientieren.
      via steuergruppe.wordpress.com/

      Herzliche Grüße,

      Felix Schaumburg

      Antworten
    1. Felix Schaumburg

      Danke! :) Wie ich vermutet hatte, sind die meisten Apps inzwischen plattformübergreifend und es ergeben sich nur wenig Unterschiede im Setting.
      Nach all den System- und Browser-Wars der letzten 20 Jahre doch eine positive Entwicklung, von der alle profitieren.

      Antworten

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