Von guten und schlechten Lehrern

In den vergangenen Tagen hat sich in Blogs und bei Twitter (hier, hier, hierhier oder hier) eine angeregte Diskussion ergeben, was „gute“ Lehrer sein und wie man ihnen den Weg frei hält, die scheinbar/offensichtlich notwendigen Reformen an Schule durchzuführen. Sind „schlechte“ Lehrer aus dem System zu entfernen, wie @ciffi meint? Oder ist das Problem doch eher systemischer Natur und nicht per Dekret von oben oder unten zu lösen?

Bei der Debatte ist vor allem die Definition problematisch, was unter „guten“ und „schlechten“ Lehrenden zu verstehen ist. Nicht, dass man nicht im Gefühl habe, welche Lehrenden im Besonderen die Schülerinnen und Schüler erreichen und welche bessere Lernumgebungen bereiten können. Diese – oft emotionalen – Meinungen jedoch in eine Kriterienliste zu packen und so eine Klassifizierung von Lehrenden vorzunehmen, ist fragwürdig.

Zwei zentrale Probleme sind:

  1. Legitimationsproblematik
    Wer definiert, was gut und was schlecht ist? Kann eine Definition von gut (z.B.: innovativ, kooperativ, kommunikativ, teilt offen sein Wissen, …) Allgemeingültigkeit haben? Haben andere Lehrende mit anderen Vorstellungen von Schule (Wissenskanon, klassische Bildung, Werteerziehung) nicht ebenso das Recht, ihre Arbeit als „gut“ zu bezeichnen?
    Die Frage nach „gut“ und „schlecht“ führt in der Konsequenz dazu, dass die Frage der Meinungsführerschaft, also die subjektive Meinung von „gut“ und „schlecht“, die Frage der inhaltichen Ausgestaltung verdrängt. Offen bleibt die Antwort auf die Frage: „Was macht einen guten bzw. schlechten Lehrerenden aus?“
  2. Kriterienlisten
    Der Versuch, eine Liste mit Kriterien für „gute Lehrer“ zu finden, ist seit langem ein Wunsch der Erziehungswissenschaften und bis dato nicht gefunden worden. Viel zu heterogen gestalten sich die Lehrerpersönlichkeiten und die SchülerInnen, als dass unter diesen Umständen eindeutige Items gefunden werden könnten, was unter einem „guten“ Lehrerenden zu verstehen sei. Außerdem müssten Stichproben von professionellen und „objektiven“ externen Personen vorgenommen werden (Prüfungssituation), was zusätzlich problematisch ist.
    Jetzt werden einige fragen: „Warum? Es gibt doch Kriterien?“.
    Die „Zehn Kriterien guten Unterrichts“ von H. Meyer und andere Listen über „gute“ Lehrertätigkeit (schöne Übersicht bei Sebastian Dorok [PDF]) eignen sich nur eingeschränkt als Indikatoren. Zum einen lassen sich nicht alle Kriterien in jeder Unterrichtsphase gleichermaßen erfüllen. Zum anderen liegen formulierten Kriterien immer die Gefahr inne, dass sie als Handlungsziel definiert werden. Lehrende verlieren dann möglicherweise den Lernprozess selber aus den Augen und konzentrieren sich darauf, ein Kriterium besonders gut zu erfüllen. Wenn dies auch in einer Prüfungssituation gut gelingen sollte, so bedeutet dies nicht, dass es auch im alltäglichen Unterricht zur Anwendung kommt. Noch weniger bedeutet es, dass ein Kriterium isoliert betrachtet auch für „gutes“ Lernen steht.
    Der Lehrende wird bei definierten Kriterienkatalogen versuchen, diese zu erfüllen ohne dass er dabei wirklich ein „guter“ Lehrender wird (siehe Qualitätsanalyse NRW). Erfahrung mit diesem Vorgehen machen viele Referendare, die vor allen Dingen „für den Unterrichtsbesuch“ Unterricht planen und die Vorbereitung auf das Examenskolloquiums in erster Linie an den vermuteten Vorlieben der Prüfungskommisionsmitgliedern erarbeiten. Solche Lehrende sind gut, keine Frage – aber bezogen auf Prüfungssituationen. Eine hervorragende Noten im Examen stellt keine Kausalität zu „gutem Unterricht“ her. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit – aber reicht das aus?
    Im Unterricht werden „Soft Skills“ gefragt, um dem Lernenden ein authentischer und verlässlicher Partner zu sein. Leider wird es Studienseminaren immer wieder erschwert, darauf einen Schwerpunkt der Lehrerausbildung zu legen. Die Diskussionen über die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen nur mit Fremdprüfern zur Erhöhung der Objektivität sei hier nur erwähnt.
    Bleibt die Frage, ob Schulen besser wären, wenn man „schlechte“ Lehrer rauswerfen würde. Wie oben dargestellt, ist die Unterscheidung zwischen „gut“ und „schlecht“ kein hinreichendes Selektionkriterium.

Welche anderen Wege stehen aber zur Verfügung, um innovationshemmende Strukturen abzubauen?

  1. Mehr Konkurrenz zwischen Schulen
    Eine Frage, die für mich immer wieder ein Dilemma hervorbringt: Wie verteile ich Lehrende auf verschiedene Schulen? Konzentriere ich gleichdenkende Lehrende an einer Schule in einem Bezirk um Leuchttürme zu schaffen? Oder verteile ich sie möglichst auf alle Schulen um überall eine ausgleichende Kultur zu erhalten. Letzteres scheint die bisherige Praxis zu sein. Sie darf hinterfragt werden.
    Mehr Konkurrenz zwischen den Schulen würde die Schulen dazu zwingen, Schulprofile jenseits pädagogischer Absichtserklärungen zu formulieren und umzusetzen. Alle Beteiligten einer Schule müssten auf demokratischem Wege einen Konsens finden, wie ihre Schule gestaltet werden soll. Diese Profilierung würde dann SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen die Möglichkeit geben, sich Schulen auch entsprechend ihrer eigenen Vorstellung von „Lernen“ zu wählen.
    Freilich darf die Konkurrenz nicht so weit gehen, dass sich Schulen aus finanziellen Gründen aus einzelnen Stadtteilen herausziehen müssen. Das Ziel sollte eine wohl gemeinte Konkurrenz um Konzepte sein, und weniger um das Geld.
  2. Arbeit an der Schulkultur
    Schulkultur spielt auch ohne offene Konkurrenz (siehe vorheriger Punkt) eine Rolle. Ist das Kollegium zusammen mit der Schulleitung in der Lage, gemeinsame pädagogische Grundsätze zu finden? Werden diese Grundsätze auch im organisatorischen Ablauf der Schule berücksichtig und Zeiten und Räume geschaffen, in denen pädagogisch gearbeitet werden kann? Wichtiger noch: Ist eine Schule in der Lage, gemeinsam Ziele zu formulieren, an denen gearbeitet werden soll – und an denen auch alle KollegenInnen arbeiten?
    Eine Steuergruppe oder offene (Schulleitungs-)Konferenzen können ein Baustein sein, die kollegiale Identifikation mit der eigenen Schule zu stärken und Kooperationen – die immer auf Vertrauen basieren – zu ermöglichen.
  3. Seminarausbildung
    Mit Lisa Rosa konnte ich vor ein paar Tagen über die Prozesse der Schulerneuerung sprechen. Dabei haben wir festgestellt, dass der Versuch, Schule zu verändern, schon an vielen Stellen unternommen worden ist. Wahrscheinlich sind die Studienseminare und die Lehrerausbildung die einzigen Stellen, um noch nachhaltig an einer Veränderung der Schule zu arbeiten um die kritische Masse von veränderungswilligen KollegenInnen nach und nach zu erzeugen.
    Die derzeitigen Reformen der Referendarsausbildung sind unter dieser Perspektive kritisch zu begleiten und bei jeder Verkürzung der Ausbildung oder Erhöhung des „workloads“ die Frage zu formulieren: Cui bono?

10 Gedanken zu „Von guten und schlechten Lehrern

  1. donaldtownsend

    Gute und schlechte Lehrer, das ist immer wieder ein Diskussionspunkt.

    Ich für meinen Teil glaube, man kann als einen guten Lehrer jemanden bezeichnen, der in der Lage ist, in anderen Menschen Lernprozesse in Gang zu setzen. Das ist sehr allgemein formuliert und trifft auf jede Lebenslage zu.

    Für Schule muss man es sicherlich erweitern um das schulspezifische Fachwissen. Demnach wäre ein guter Lehrer dann ein Mensch, der in der Lage ist in Schülern Lernprozesse in Gang zu setzen, mittels derer sie sich den von den jeweiligen Lehrplänen vorgegebenen Stoff aneignen können.

    Es bleibt dabei relativ offen, wie der Lehrer dies bewerkstelligt. Das finde ich wichtig, da das Wie von vielen Faktoren abhängig, variabel ist und zeitlichen Veränderungen unterliegt. Faktoren wären für mich Schule, Schulform, Klientel, Fach, usw. und zeitliche Veränderungen, darunter verstehe ich langfristige Wandel im Schulsystem allgemein, der Gesellschaft und in der Schülerpopulation.

    Nach meinen Erfahrungen ist für die Veränderung von Schule eine Veränderung der Ausbildung defintiv eine Voraussetzung. Gegenwärtig reicht das jedoch nicht, zumindest nicht, solange in den Schulen vielfach konservativ eingestellte ältere Lehrer in der Mehrheit sind und Veränderungen blockieren. Veränderung von oben per Dekret funktioniert nur, wenn es mit enormem Druck und der notwendigen Konsequenz durchgezogen wird. Alte Hasen im Geschäft des Unterrichtens sitzen die neue Reform sonst so aus wie die vorhergehenden.

    Das englische Modell funktioniert da in einer Hinsicht besser, da es einen echten Druckfaktor gibt (was nicht bedeuten soll, das ich es genau so haben will bei uns). Funktioniert eine Schule nicht, sprich sie liefert nur schlechte Ergebnisse und zeigt sich veränderungsunwillig oder -unfähig, wird sie einfach geschlossen und mit komplett neuem Personal wiedereröffnet.

    Just my two cents.

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  2. Lisa Rosa

    „man kann als einen guten Lehrer jemanden bezeichnen, der in der Lage ist, in anderen Menschen Lernprozesse in Gang zu setzen“ würde ich auch so allgemein formulieren. Denn Unterrichten ist nur ein Spezialfall von Lernprozessgestaltung, der leider viele andere ausschließt. Aber nicht nur in Gang setzen, sondern auch begleiten mit allem drum und dran (beobachten, für Fragen und Probleme des Lernens da sein, an nötiger Stelle adäquat intervenieren, als Sparringspartner dienen, ohne Ende Hilfsdienste leisten wie Material/Geräte/Räume beischleppen, Kontakte zu anderen Experten vermitteln, bei der Metareflexion helfen usw. usf.)
    Und ein guter Lehrer ist nicht nur für das verordnete Curriculum zuständig, sondern auch dafür „the Element“ zu finden, das möglicherweise im Curriculum gar nicht enthalten ist …
    Ein guter Lehrer ist … ist sicher ein endloses Fragespiel.
    Aber eins finde ich klar: (Fast) jede(r), der (die) sich entschlossen hat, den größten Teil seines/ihres Lebens als Lehrer zu verbringen, ist zumindest der Potenzialität (wenn auch beileibe nicht immer der Wirklichkeit) nach ein guter Lehrer. Um aus der Potenzialität Wirklichkeit werden zu lassen braucht es lernen, lernen, lernen, genau wie bei allen anderen Kompetenz-Potenzialitäten auch. Es kommt also darauf an, diejenigen, die freiwillig Lehrer sein wollen in solche Zusammenhänge zu bringen, dass sie es auch werden und sein können. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die noch lange nicht genutzt werden. Lehrerbildung und -fortbildung hat Felix als wichtigstes genannt. Denn den „geborenen“ Lehrer gibt es genauso viel und genausowenig wie den „geborenen“ Zahnarzt, Computerexperten, Klempner. Auch wenn trotzdem der Satz von HvH (ganz wurscht, wie unmöglich er sich aktuell anderweitig gemacht hat) gilt: Das wichtigste Curriculum des Lehrers ist seine eigene Person!

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  3. Maik Riecken

    Mich stört wieder und wieder die Polarität „alt“ vs. „jung“. Ich kenne auch junge Kollegen, die nach dem Grundsatz leben: „Eine Seite mehr als die SuS reicht als Wissensvorsprung“, ich kenne junge Kollegen, die sich den neuen Medien beharrlich verweigern. Für mich ist das kein Problem des Alters, sondern der Persönlichkeit.
    Wie Lisa es bereits in ihrem Kommentar zu deinem nächsten Artikel sagte: Geld ist gut, aber es nützt mir überhaupt nichts, wenn ich mich aufreibe und meine Gesundheit riskieren muss. Da nehme ich lieber die Zeit und verzichte auf das Amt.
    Was mir für den Anfang etwas nützen würde, wäre z.B. ein bedarfsgerechtes Supervisionsangebot für Lehrkräfte – also Persönlichkeitsbildung – daran lohnt es sich zu arbeiten… Ein Leben lang.

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  4. donaldtownsend

    Natürlich gibt es auch die jüngeren Lehrerinnen und Lehrer, die wenig Engagement in ihrer Schule zeigen. Meiner Erfahrung nach sind es aber tatsächlich eher ältere Mitglieder des Kollegiums, die blockieren. Vielleicht ist es in anderen Kollegien anders.
    Mir ist aber auch klar, dass mit einer radikalen Verjüngung der Kollegien nicht gleich alles eitel Sonnenschein ist.

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  5. Felix Schaumburg

    Schwierig wird es, wenn ein Mensch das „lernen, lernen, lernen“ aufgibt und damit sein persönliches Curriculum (HvH) in der Ecke versauern lässt. Wie geht man damit um?
    Die Motivation hinter dieser Passivität kann unterschiedlich sein. Einerseits kann Resignation der Grund sein, andererseits aber auch Zufriedenheit mit dem Erreichten und ein offengetragenes Desinteresse an einer weiteren Verbesserung.

    Fraglich ist jedoch, ob beides wirklich so massiv in einem Kollegium auftreten kann, wenn man bedenkt, dass Lehrer in ihrer Qualifikationsphase so intensiv geprüft und durchreflektiert wurden wie nur wenige andere Berufsgruppen (Staatsexamen). Um diesen Prozess erfolgreich zu überstehen muss das von Dir genannte Begeisterungspotential vorhanden gewesen sein. Sonst würde man das nicht durchziehen.

    Oder ist der Mensch wirklich so einfach gestrickt, dass er für ein mittelmäßiges und sicheres Beamtengehalt und 38 Jahre jeden Tag 6 Stunden Kindergeschrei das auf sich nimmt? Das möchte ich nicht glauben.

    Bedeutet das jetzt, dass wir Lehrende zu Fortbildungen zwingen müssen: Entweder Du weist x Fortbildungen oder Qualifikationen nach oder du gehst?

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  6. Felix Schaumburg

    Wer hat denn die Polarität „alt“ vs. „jung“ aufgemacht? Ich habe die nicht im Kopf gehabt und wollte nichts in dieser Richtung formulieren. Vielmehr sehe ich gerade bei der Frage, wie motiviert Lehrende sein können, sowohl bei Jungen wie Alten ähnliche Strukturen – so und so.

    Die Supervisionskultur an den Schulen hat meiner bisherigen Erfahrung nach gelitten, da sie meinst in „Problemfällen“ eingesetzt worden ist. Die Idee dahinter ist aber gut und könnte mit dem Begriff „Coaching“ durch Externe vielleicht besser und positiver umschrieben werden.

    Aus eigener Erfahrung weiß wahrscheinlich jeder, dass einem Gespräch, welches sich mit den gleichen Menschen irgendwann im Kreise dreht, durch einen Impuls von außen zu neuem Schwung verholfen werden kann.

    Ja, vielleicht ist der Punkt Coaching im Sinne der Persönlichkeitsbildung/Professionalisierung noch als Unterpunkt zu den Fortbildung und der Seminararbeit zu formulieren.

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  7. donaldtownsend

    Da ist aber auch noch der Faktor Einbahnstraße. Bisher steigen doch nur die wenigsten aus, wenn es nicht mehr so richtig klappt, denn Aussteiger aus dem Lehrerberuf sind nur schwierig zu vermitteln. Also bleibt nichts anderes als zu sehen, dass man irgendwie durchhält und dann vielleicht früher raus kommt.
    Mit dem Bachelor Studiengang, so umstritten er sein mag, will man da Abhilfe schaffen.

    Warum sollte man Lehrer nicht zur Fortbildung verpflichten? Wenn du sagst, ihr unterrichtet ab sofort zwei Wochenstunden weniger und bildet euch dafür fort. Das wäre ein Weg. In anderen Berufsgruppen werden Mitarbeiter auch zu Fortbildungen verpflichtet, um eine Zertifikation zu erhalten oder zu bewahren, um Auflagen von Berufsverbänden zu erfüllen, um auf dem Stand zu bleiben, usw. Da fragt keiner. Und wie viele Arbeitnehmer müssen sich in ihrer Freizeit auf eigene Kosten fortbilden?

    Zumindest in NRW (Regbez. Arnsberg) funktioniert die Fortbildung derzeit nur sehr schlecht. Konstanz gab es nur bei den Verlagsangeboten. Und das kann es wohl nicht sein.

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  8. Lisa Rosa

    Naja, es gibt schon Lehrer, die denken, sie haben ausgelernt, und jetzt sind nur noch „die Anderen“, also die Schüler zum Lernen da, und die Lehrer können an ihnen zurückexekutieren, was sie selbst als Schüler unter ihren Kasernenhofdrill-Pädagogen gelitten haben … natürlich gibt es die noch, sie sind systemproduziert, weil Schule wie Kaserne Befehl & Gehorsam als Prinzip hatten und Machtmißbrauch ermöglichten und förderten. Aber die Tendenz ist doch immer mehr weg davon. Dass Lernen inzwischen lebenslanges Lernen ist, das Pfeifen doch die Spatzen von den Dächern. Und dass Lernen kein Drill ist, sondern Verstehen und freiwillig, doch auch. Ein Lehrer, der nicht selbst gerne lernt, ist wie ein Sportler, der sich nicht gerne bewegt. In HH sind 30 Stunden Fortbildung pro Jahr Pflicht. Die Lehrer rennen uns die Bude ein. Aber sie sind sauer – und zurecht! – wenn die Fortbildung funktioniert wie alte Schule, nämlich im Belehrungsmodus und ohne wirklichen Praxisbezug zu der eigenen Praxis der Teilnehmer (nicht zu einer fiktiven).
    ich glaube schon, dass sich mancher „vertan“ hat, als er dachte, wenn er Lehrer wird, hat er ein sicheres, leichtes Leben, und manchmal stellt sich heraus, dass ein Lehrer nicht gut aufgestellt ist für die Aufgabe. Manche davon können dazu lernen und werden dann auch besser, fühlen sich wohler und wachsen sozusagen in die Aufgabe hinein. Bei anderen ist vielleicht mit den Möglichkeiten, die die Lehrerfortbildung und -beratung momentan hat, nichts mehr zu verbessern. Dann müsste ein Umschulung, eine Hilfe zum Aus- und Umstieg möglich sein. Auch so etwas käme die Gesellschaft allemal billiger, als Lehrer einfach zu entlassen. Ich glaube aber, dass man gar nicht bloß auf die einzelne Person gucken darf, sondern durch Kontextsteuerung ganz viel über Kollegien machen kann. Nicht – wie ciffi meint – ziehen ein paar resignierte zynische (er nennt sie „doofe“) Lehrer ein Kollegium von motivierten kompetenten Lehrern „runter“, sondern: ein mehrheitlich kollaborativ funktionierendes Kollegium mit einer kompetenten Leitung in einer Schule mit demokratischer Schulkultur hat die besten Chancen, aus schlechten Lehrern bessere Lehrer zu machen.

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  9. Maik Riecken

    „Wer hat denn die Polarität „alt“ vs. „jung“ aufgemacht?“

    Du nicht, aber der Vorkommentator in Ansätzen und ein bestimmter Journalist sowieso – von daher bin ich da etwas eingefärbt.

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