Zwischenbericht „Digitale Schultasche“

Mich erreichte gerade eine Mail:

Kannst Du mal die Vorteile des iPads gegenüber einem Laptop zusammenzufassen, die sich nicht auf „das Surfgefühl ist einfach toll“ oder „im Bett kann man damit besser Mails tippen als mit dem iPhone“ beschränken?

Die beiden Punkte sind aber relevant, auch wenn sie überall runtergebetet werden. Ich sitze weniger am Schreibtisch und nutze inzwischen auch mal Sofa und Stühle… die bisher ein unbeachtetes Dasein geführt haben.

Aber darüber hinaus:

Das Schreiben von längeren Texten am iPad ist schwierig/gewöhnungsbedürftig. Es geht zwar, aber eine richtige Tastatur ist definitiv besser und schneller. Andererseits ist es deutlich angenehmer als am iPhone – ein Zwischending eben.

In der Schule nutze ich das iPad jetzt seit zwei Tagen:

  • Die Notizen, die ich während des Tages machen muss, sind oft kurz und „Merkzettel“. Dafür eignet sich zum einen ein Stück Papier in der Hosentasche, oder das schöne Programm Penultimate.
  • Sollte es Änderungen und Ergänzungen an der Unterrichtsplanung geben, so kann ich das über das iPad gut machen. Ich habe das entsprechende Word-Dokument über die DropBox verfügbar und kann es mit Office2 HD bearbeiten.
  • Bücher und Co. bleiben auch zu Hause, da ich inzwischen alle aktuell genutzten Werke eingescannt und über den GoodReader verfügbar habe. Werden Arbeitsblätter oder Unterlagen für eine Stunde gebraucht, werden diese in einer blauen Mappe mitgenommen.
  • Den Server kann ich über VNC verwalten.

Meine (fast) papierlose Schultasche besteht also aus 1. dem iPad (700 g), 2. einer blauen Mappe mit ein paar weißen Blättern und ggf. den Arbeitsblätter (250 g) und 3. einem Kugelschreiber. Find ich angenehm.

Ist das nun ein Bruch und alles wird anders? Mhh… Für ein erstes Fazit müssen wohl noch ein paar Wochen ins Land ziehen. In den letzten beiden Tagen habe ich zumindest den Laptop in der Schule nicht vermisst. Wenn das so bleibt, könnte sich mein Mediennutzungsverhalten grundlegend ändern.

Was mir ganz klar noch fehlt:

  1. Ein vernünftiger Sync der Arbeitsdaten zwischen iPad-Programmen und der DropBox
  2. OmniFocus for iPad
  3. Die Möglichkeit, systemweit das Videosignal über VGA auszugeben. (Das hier ist nur eine Zwischenlösung.)
  4. Eine Benutzerverwaltung, um das iPad auch mal Schüler/innen für eine spontane Recherche in die Hand zu drücken.

25 Gedanken zu „Zwischenbericht „Digitale Schultasche“

  1. Pingback: iPad – Ja oder Nein? | schulblogger.de | dorok.info

  2. scheppler

    Vielen Dank für diesen Einblick. Ich würde mich echt über weitere Eindrücke fruen, da ich derzeit noch ähnlich dem iPhone eher auf die Second Generation des iPad setze.

    Wie steht es denn mit Handschriftenerkennung, wenn ich das Ding als großen Notizblock nutzen will?

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  3. sdorok

    Ja, vielen Dank – da habe ich ja wieder was losgetreten 😉 Du zeigst genau die Schwächen auf, die ich selber beim iPad auch sehe – und die mich bisher vom Kauf abgehalten haben. Wir haben ja auch über die fehlende Druckmöglichkeit gesprochen.

    Für mich als Musiker sind die vielen Musikapplikationen wirklich eine Überlegung wert, wie ich ja auch schon schrieb: http://www.schulblogger.de/warum-man-das-ipad-n

    Hinzu kommt, dass KORG mit der iElectribe jetzt echt genau das Spielzeug rausgebracht hat, was ich sonst auch gerne als Hardware hier stehen hätte: http://www.korg.com/ielectribe

    Letztlich ist das iPad damit aber dann doch wieder nur (Musik)Spielzeug. Und eben Surfbrett/Mailöffner/Feedreader. Hmmmm. Schwierig, schwierig, schwierig, diese Entscheidung.

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  4. sdorok

    Ich denke, das Problem dabei (Handschriftenerkennung) ist, das man ja eigentlich mit dem Finger auf dem iPad rummalen muss. Wer das mal auf dem iPhone ausprobiert, weiß, wie langsam das ist – da ist man getippt noch fixer unterwegs.

    Also müsste man sich einen dieser speziellen Stylus(se?) für das iPad besorgen – damit wirft man das Touchonzept ja aber gleich wieder über Bord.

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  5. Damian Duchamps

    Das iPad erspart mir seit Freitag viel Papier in der Schultasche. Anders als beim Notebook kann man so schneller auf digitale Bücher zugreifen. Man ist außerdem auch für Vertretungsstunden im gut gerüstet. Deine Eindrücke kann ich nur bestätigen, was das Schreiben angeht. Primär ist das iPad ein Anzeigegerät. Für mich wird es im schulischen Gebrauchswert noch einmal deutlich steigen, wenn TeacherTool in der iPad Version vorliegt. Dann werden meine Noten vom iPhone umziehen.
    Praktisch ist auch die „Lautstärke“ des iPad im Vergleich zu iPod oder iPhone, wenn man z.B. Lehrwerks Hörtexte abspielt. Wenn die Raumakustik stimmt, kann man ohne zusätzliche Lautsprecher auskommen.

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    1. Nijel

      Hallo!!Ich heidfe Lada und ich wohne in Tschechiebn.Ich habe kein Tier. Ich mf6chte ein wirklich, aber ich kann nicht . Meine Mutter ist Allergi…

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  6. Felix Schaumburg

    So ist es. Werde so einen Stift zwar mal probieren, aber Notizen mache ich mit der Tastatur oder ich notiere mich nur schnell was ins Notizbuch – vielleicht sogar einfach nur ein „Symbol“ um mich dran zu erinnern.

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  7. Scarlett

    Das klingt reizvoll. Wie lange dauert die Umstellung? Was kostet das? Wie viel Zeit verbringt man mit der neuen Soft- und Hardware? Ist das auch möglich, sich umzustellen, wenn man ein Anfängeruser ist? Anwenderfreundlich?
    Gruss Scarlett

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  8. Felix Schaumburg

    Welche Umstellung? 🙂 Im Grunde ist das ein Prozess, der seit Jahren läuft – oder seit zwei Tagen, je nach Perspektive.

    Ziel: Die Korrelation „guter Unterricht“ und „größte Schultasche“ ist zu widerlegen.

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  9. Maurice

    Hallo Felix,
    wie gestaltest du das Einscannen der Lehrwerke? In einem Rutsch ein Lehrwerk? Bei der Unterrichtsvorbereitung die entsprechenden Seiten? Hast du einen normalen Flachbettscanner? Software ist bei dir DEVONthink. Zeitaufwand für ca. 100 Seiten? Bei 5 Fächern, die ich habe, kommt mir das extrem zeitaufwändig vor.

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  10. Felix Schaumburg

    Morgen Maurice,

    in einem Rutsch – und ohne DevonThink (das nutze ich dann nur für die Texterkennung, falls gewollt).

    Ich schneide bei den Büchern die Bindung ab und lasse sie dann durch den Einzugsscanner laufen. Bei 350 Seiten sind das ca. 2 Stunden.
    Einstellungen für den Scan: Farbe, 200 dpi. Das reicht für die Wiedergabe auf dem iPad aus und nach eine Komprimierung der PDFs hat ein Buch dann ca. 150 MB (ohne OCR).

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  11. ItsLars

    Hallo Felix,

    ich lese immer wieder mal in Deinem blog und möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für Deine Artikel bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass Du mit Deinen Erfahrungen und Deinem Wissen so offen umgehst. Für mich (und viele andere) ist das absolut wertvoll.

    Ok, konkrete Frage: Welchen Scanner benutzt Du für diese großen Aufträge? Das muss ja schon ein ordentliches und zuverlässiges Teil sein.

    Nochmals 1000 Dank,
    Lars

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  12. Felix Schaumburg

    Hallo Lars,

    danke für deine Worte… 🙂 Freut mich.

    Zum Scanner: Hier arbeitet seit ca. einem Jahr der Brother 8085dn als Kopierer, Drucker und Scanner.

    http://welcome.solutions.brother.com/BSC/public

    Bin sehr zufrieden mit dem Gerät – auch wenn man erstmal die „kleine“ Hürde für die Anschaffung nehmen musste. Er ist über das Netzwerk eingebunden und kann von jedem Rechner über WLAN genutzt werden.

    Gruß,

    Felix

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  13. Andreas

    Hallo, ich sehe noch zwei Probleme, auch wenn ich die Nutzung des iPads gerade in der Schule sehr reitzvoll finde. Du nutzt sehr viele verschiedene Apps und Wege um „einfache“ Dinge wie das Editieren deiner Unterrichtsplanung zu erreichen. Ich sehe eine der Stärken des iPads gerade in der Einfachheit, die es auch ideal für Leute ohne besondere PC-Affinität machen könnte, denen sind Umwege über Dropbox und Co zuviel.
    Das andere ist die Verfügbarkeit der Inhaltsmedien, das Einscannen und Ablegen der Schulbücher im Voraus ist soweit ich informiert bin auch zum Eigengebrauch urheberrechtlich sehr bedenklich. Du müsstest jeweils nur die Seiten die du zeitnah brauchst neu einscannen.
    Beides sind zusätzliche Belastungen statt eine Vereinfachung des Alltags und diese nehmen nur „Geeks“ ganz natürlich auf sich.

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  14. Felix Schaumburg

    Vollkommen richtig. Ich würde dem Testlauf auch nicht allgemeine Gültigkeit zuschreiben wollen. Es ist der Versuch, einen weiteren Schritt hin zur papierfreien Schultasche zu gehen. Aber es bleibt ein Projekt.

    Ob das nun „geeks“ sind, die es versuchen, kann ich nicht beurteilen.

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  15. Pingback: Zufälle gibt es nicht | Formen

  16. Kopp.lowicz

    Hi Felix, ich überlege momentan, ob ich mir das ipad für den Schuleinsatz zulegen soll, ein Imac 27“ ist bereits zuhause vorhanden.
    Nun lautet die Frage: macbook 13 oder ipad?
    Es würde mich sehr freuen, wenn du mir via email, kurz mitteilen könntest wie du es nutzt, welche positiven und negativen Seiten die Nutzung hat etc etc, damit ich einen Einblick bekommen könnte.

    Danke

    kopp.lowicz@googlemail.com

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    1. Felix Schaumburg

      Wesentliche Nutzungsszenarien bei mir habe ja ich in den beiden Blog-Postings dargestellt.
      Für mich zeigt sich, dass das MacBook in der Schule absolut ersetzbar ist und ich eigentlich gänzlich darauf verzichten könnte. Ob ich zu Hause trotzdem weiter ein Notebook kaufen würde? Ich denke ja, weil es auch auf dem Schreibtisch einfach flexibler ist.

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  17. Pingback: iPad im Praxistest an der KAS « Steuergruppe der Kaiserin Augusta Schule, Köln

  18. Thomas Kuban

    Hi Felix,
    ich haue mal meinen Kommentar hier rein, weil ich nicht weiß, ob Twitter dafür ausreicht :D.
    Habe gestern oder so deine Nachricht gelesen, dass du die Verlage wegen PDF-Dateien angeschrieben hast. Als Ergänzung dazu würde ich erwähnen, dass diese PDF-Ausgaben logischerweise existieren, weil sie wohl im Druckverfahren irgendwo eine Rolle spielen.
    Ich arbeite seit Jahren an einem Geschichtsbuch mit und wir bekommen die Druckfahnen immer als PDF zugesandt. Da wir an der Schule unser Werke haben, ist das schon mal ein großer Vorteil für mich und mein iPad.
    Sollte also der Verlag mauern, schau mal, ob du die Autoren kennst ;).
    Grüße
    Thomas

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    1. Felix Schaumburg

      Hallo Thomas,

      danke für den Tipp… Ich versuche zur Zeit einen ganz offiziellen Weg zu gehen, damit das Projekt „papierfreie Lehrertasche“ nicht nur mit viel Vitamin B und geek-Faktor realisierbar ist… 🙂

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  19. Trend2010

    Hallo, ich finde die Idee der papierlosen Schultasche spitze sowie die nützlichen Hinweise zur Nutzung des Ipads im Unterricht und der Organisation. Ich habe eine kleine Frage: Du hast geschrieben, dass du deine Lehrwerke einscannst und digital für eigene Zwecke am Ipad nutzt.
    Ist das rechtlich soweit erlaubt oder gibt es da Einschränkungen?
    Würde mich über eine Antwort riesig freuen 🙂

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