Interview: cervus auf Bildungsreise #p5
Bereits im vergangenen Jahr war Basti Hirsch, der unter dem Namen cervus ッ twittert, mit der Bildungsexpedition in Deutschland unterwegs und hat an den Schulen nach der Bildungslandschaft Deutschland gesucht.
Im März hat er sich nun alleine aufgemacht, um als Botschafter von Palomar5 für fünf Wochen die USA zu bereisen. Dabei hat er sich quer durch die USA von Boston bis Seattle an “innovativen” Schulen und Universitäten auf die Suche nach den Menschen dahinter gemacht.
Ein echtes Highlight, das bereits an die Öffentlichkeit gedrungen ist, ist das Interview mit Michael Wesch: What killed their souls?
Das Interview wurde auch bereits in Auszügen in der taz gedruckt und ist online verfügbar: “Wissen vermitteln ist primitiv”.
Ende der Woche werde ich Basti zu seiner Expedition interviewen können. Danke dafür!
Damit ich ihn nicht nur mit meinen Fragen löchere, haben wir vereinbart, vorher eine kleine Abfrage zu machen: Welche Fragen habt ihr an Basti und zu seiner Expedition? Hinterlasst in den Kommentaren Eure Gedanken, wir werden sie einarbeiten.
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8 Responses to Interview: cervus auf Bildungsreise #p5
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Der Basti ist ja so busy, da stelle ich ihm meine Fragen über Dich:-)
1) Wo siehst du übertragbare Erfahrungen in Schulen, die wir in Deutschland adaptieren könnten?
2) Wo siehst du die größten Herausforderungen für dt. Schulen?
3) Wie willst du deine Stationen/Erfahrungen dokumentieren – es wäre spannend, für jede Station eine kleine Beschreibung zum nachschlagen zu haben (gut wäre auch Text, als Wiki zum ergänzen und weiterarbeiten, nicht nur Video)
4) Was hälst du von der Idee, ausgehend von Deinen Erfahrungen, denen anderer eine Art Learning-Lab mit Angeboten für Schulen (Schul- und Organisationsentwicklung) aufzubauen und damit als flexible Taskforce Veränderungen im Schulalltag zu unterstützen? Oder einfacher: Wie soll's weiter gehen?
Hi Felix, das ist eine tolle Abfrage und eine tolle Initiative, um Sebastians gesammeltes Expeditionswissen verfügbar zu machen, indem es weiterverarbeitet wird.
Mich interessiert z.B. folgendes:
Diese wunderbaren good practices und diese wunderbaren Edu-Akteure (wie z.B. Mike Wesch) – welchen Einfluss haben sie in den USA auf die offizielle Bildungspolitik mit Arne Duncan usw?
Welche Strategien sind angedacht oder sogar entwickelt, um die Leuchtturm-Projekte und das Avantgarde-Wissen über Edu2.0 aus den Piloträumen in die Fläche zu bringen? – Wir haben in D. auch tolle good practices, einzelne tolle early innovators unter den Edu-Leuten (Lehrer, Lehrerbildner, Psychologen, Erziehungswissenschaftler u.a.). Aber wir sind noch ziemlich ratlos, wie man die guten innovativen Produkte und das Wissen und Verhalten der innovativen Akteure ins Bildungssystem so hineinbringt, dass es zu einer wirklichen Transformationen führt. Es scheint, als fräße das bestehende System die Innovationen und good practice-Beispiele entweder einfach auf, ohne sich zu verwandeln, oder es stößt sie ab und drängt sie wieder an den Rand. Gelingt es in den USA z.B. durch Web 2.0-Bypässe und Hacking-Strategien oder auch durch andere Interprenetations-Strategien die Begrenzungen durch das bestehende Top-Down-Politiksystem in der Bildung zu knacken? Und wenn ja, wie?
Besser als Lisa kann ich meine Fragen nicht formulieren. Gedacht ist mir schon zu viel. Umgesetzt ist mir entschieden zu wenig.
Womit wir wieder bei einer alten Frage wären: Wie lassen sich Innovationen und neue Methoden im Unterricht installieren, sodass sie nachhaltig wirken. Überzeugung? Fortbildungen? Vorschriften? Best-practice?
Frage zurück: Wie geht man mit einer Transformation um, die möglicherweise nicht durch Adaption durchgeführt werden kann? Vielleicht bildet sich neben der Schule eine andere Instanz, die als wichtiges Bildungshub funktioniert. Schule wird nur über die Schulpflicht und Grundlagenlernen (was auch immer das beinhaltet) erhalten bleiben.
Idee kommt daher, dass sich überall in den Städten Co-Working Plätze bilden wie das betahaus in Berlin oder das unperfekthaus in Essen gründen. Was, wenn in dieser offenen Struktur in Zukunft Bildung möglich wäre.
Auch wenn das nicht direkt in die Fragesammlung für cervus gehört, wollte ich es anmerken.
“Womit wir wieder bei einer alten Frage wären: Wie lassen sich Innovationen und neue Methoden im Unterricht installieren, sodass sie nachhaltig wirken.”
Erst muss man mal sicherstellen, dass die Innovationen tatsächlich nachhaltiger sind – dann kann man sich überlegen, wie man sie verbreitet. Erklärung meiner generellen Skepsis: Im Moment sitze ich dienstlich über der Art und Weise, wie eine Innovation eingeführt wird und bin aber überhaupt nicht davon überzeugt, dass sie tatsächlich etwas bringt.
(Ich habe die Aufnahme oben nicht angeschaut; ich mag Videos nicht. Wessen Seelen sind denn gemeuchelt worden?)
Wesch sprach von seinen Studenten, die sich zu Semesterbeginn angeregt unterhalten und dann plötzlich verstummen, sobald er ans Pult tritt. Er sagt er sehne sich nach dem Tag, an dem sie dies nicht mehr zulassen.
Das Interview gibts gekürzt & übersetzt bei der taz: http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-uni/art…
Vielen Dank! (Tut mir leid, aber ich schaue Videos eben nur selten an und bin dankbar, wenn ich Inhalte auch als Text finde.)
[...] was genau zu Sebastian Hirschs Arbeit gehört und wer ihn bezahlt. Trotzdem kann man seinen Spuren ganz gut [...]