Tabus über dem Lehrberuf
Mit Barbarei meine ich [...] das Äußerste: wahnhaftes Vorurteil, Unterdrückung, Völkermord und Folter; darüber soll kein Zweifel sein. Dagegen anzugehen, ist – so wie die Welt im Augenblick aussieht, in der, zumindest temporär, keine weiter reichenden Möglichkeiten sichtbar sind – vor allem anderen an der Schule. Deshalb ist es, trotz aller theoretisch-gesellschaftlichen Gegenargumente, gesellschaftlich so eminent wichtig, daß sie ihre Aufgabe erfüllt und dazu hilft, daß sie des verhängnisvollen Erbes an Vorstellungen sich bewußt wird, das auf ihr lastet.
Th. W. Adorno: Tabus über den Lehrberuf (PDF)
Warum ist das hier blogge? Weil ich den Text vor kurzem gefunden habe und ihn trotz seines Alters (1965) für hinreichend halte, um über die weiterhin bestehenden strukturellen Begebenheiten, die Schule heute noch prägen, aufzuklären und eine Perspektive zu eröffnen, wie damit umzugehen sei.
Daher mein Tipp, ihn zu lesen. Sind ja (bald) Osterferien.
Weitere Artikel
3 Responses to Tabus über dem Lehrberuf
Hinterlasse eine Antwort Antworten abbrechen
Archiv
TagCloud
ADE adz Allgemein Apps Besoldung Blog Bologna Chemie digitale schultasche Educamp edushift GEB Gesellschaft Kopfnoten Lehren Lehrer lehrertasche Leistung leitmedienwechsel Lernen Medienkompetenz Methoden Motivation Netz papierfrei Paradigma Quassel Reise schulbuch Schule schultrojaner Software Tools Transformation Twitter Umwelt Unterricht Urheberrecht Utopie Web 2.0 whiteboard Wissenschaft wochenrückblick workflow zensurTwitter
- "Dreck ist einfach mal Materie am falschen Platz." 8 hrs ago
- Zeitungen bald auch auf biegsamen Folien? Wäre was für Freunde der gefalteten Zeitung :) "E-Ink: Biegsames Farbdisplay" http://t.co/iLxI0bMz 8 hrs ago
- @scheppler Es ist was in Mache. Einen festen Termin gibts nicht. Zum nächsten Schuljahr ist es aber hoffentlich da. :-) #tt 12 hrs ago
- Nostalgie bei den @fanb0ys in #fb70 .. #omniweb #fire #versiontracker #aqua http://t.co/R7XpPxng 18 hrs ago
- Die Griechen machen jetzt einen kleinen Bankrun. 900.000.000 in den letzten Tagen. In einer Wirtschaft, die auf Giralgeld setzt, tödlich. 20 hrs ago
- More updates...
Instapaper Starred- Digitaler Minimalismus: Ein Lebensstil für die Zukunft
- heise online | EU-Rat verabschiedet Fahrplan für Digitalisierungsoffensive
- Das Urheberrecht ist keine soziale Einrichtung | Simon WeiÃ
- Gastbeitrag: Vom Tod europäischer Werte
- Wahlen in Frankreich und Griechenland - Hollande, wütende Griechen und die Vertrauenskrise
- Mein Rad
Blogs in der Schule
Blogroll Education
Aufenthaltsort
Plancast



Der Text ist zweifellos interessant, aber auch arrogant und verschwurbelt.
Dazu empfehle ich Norbert Ricken, ed. Über die Verachtung der Pädagogik: Analysen – Materialien – Perspektiven. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007. S. 23-27. Bei Google-Books zu lesen hier:
http://bit.ly/ricken
Danke für den Verweis auf Ricken. Ich hatte Adornos Text nicht als “Lehrerschelte” gesehen, wie es Ricken tut. Vielmehr war die überspitzte – und als solche ja auch intendierte – Analyse von Adorno für mich eine mögliche Perspektive (Brille), den Lehrberuf zu sehen. Dass es auch andere Wege gibt – vor allem mit mehr pädagogigischen Habitus – steht ja außer Frage. Aber man muss nicht immer alles zusammen rühren. Es darf auch ruhig gelegentlich mal “weh tun”
Mit den “Perspektiven” meinte ich nicht die zeitlichen Entwicklungsperspektiven zur beabsichtigen Verbesserung des Systems, sondern Perspektiven zur Analyse und Beschreibung des Systems mit teilweise eben auch unbequemen Ergebnissen.
Die Rolle des Lehrenden zwischen Soldat und Mönch, die Abneigung gegen alles Reglementierte, das ambivalente Verhältnis von Macht in der pädagogischen Praxis.
“Die Schule hat eine immanente Tendenz, sich als Sphäre eigenen Lebens und mit eigener Gesetzmäßigkeit zu etablieren.”
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von F. Schaumburg erwähnt. F. Schaumburg sagte: Neu im Blog: Tabus über den Lehrberuf http://bit.ly/bHHmoL [...]