Tabus über dem Lehrberuf

Mit Barbarei meine ich [...] das Äußerste: wahnhaftes Vorurteil, Unterdrückung, Völkermord und Folter; darüber soll kein Zweifel sein. Dagegen anzugehen, ist – so wie die Welt im Augenblick aussieht, in der, zumindest temporär, keine weiter reichenden Möglichkeiten sichtbar sind – vor allem anderen an der Schule. Deshalb ist es, trotz aller theoretisch-gesellschaftlichen Gegenargumente, gesellschaftlich so eminent wichtig, daß sie ihre Aufgabe erfüllt und dazu hilft, daß sie des verhängnisvollen Erbes an Vorstellungen sich bewußt wird, das auf ihr lastet.

Th. W. Adorno: Tabus über den Lehrberuf (PDF)

Warum ist das hier blogge? Weil ich den Text vor kurzem gefunden habe und ihn trotz seines Alters (1965) für hinreichend halte, um über die weiterhin bestehenden strukturellen Begebenheiten, die Schule heute noch prägen, aufzuklären und eine Perspektive zu eröffnen, wie damit umzugehen sei.

Daher mein Tipp, ihn zu lesen. Sind ja (bald) Osterferien.

3 Gedanken zu „Tabus über dem Lehrberuf

  1. rip (@vilsrip)

    Der Text ist zweifellos interessant, aber auch arrogant und verschwurbelt.

    Dazu empfehle ich Norbert Ricken, ed. Über die Verachtung der Pädagogik: Analysen – Materialien – Perspektiven. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007. S. 23-27. Bei Google-Books zu lesen hier:
    http://bit.ly/ricken

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  2. Felix Schaumburg

    Danke für den Verweis auf Ricken. Ich hatte Adornos Text nicht als “Lehrerschelte” gesehen, wie es Ricken tut. Vielmehr war die überspitzte – und als solche ja auch intendierte – Analyse von Adorno für mich eine mögliche Perspektive (Brille), den Lehrberuf zu sehen. Dass es auch andere Wege gibt – vor allem mit mehr pädagogigischen Habitus – steht ja außer Frage. Aber man muss nicht immer alles zusammen rühren. Es darf auch ruhig gelegentlich mal “weh tun” :)

    Mit den “Perspektiven” meinte ich nicht die zeitlichen Entwicklungsperspektiven zur beabsichtigen Verbesserung des Systems, sondern Perspektiven zur Analyse und Beschreibung des Systems mit teilweise eben auch unbequemen Ergebnissen.

    Die Rolle des Lehrenden zwischen Soldat und Mönch, die Abneigung gegen alles Reglementierte, das ambivalente Verhältnis von Macht in der pädagogischen Praxis.
    “Die Schule hat eine immanente Tendenz, sich als Sphäre eigenen Lebens und mit eigener Gesetzmäßigkeit zu etablieren.”

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