Die Bildung hacken

Kommende Woche startet am Donnerstag die UnKonferenz „Die Bildung hacken„, initiiert von Martin Lindner (@martinlindner) und Basti Hirsch (@cervus) in Anlehnung an den Eduhack ’09 in New York.

Das erste Mal bin ich mit den Hackern auf dem EduCamp in Ilmenau in Kontakt gekommen und war etwas irritiert. Auch jetzt noch kann ich mich mit dem Begriff nicht so ganz anfreunden. Dabei ist die eigentliche Intention durchaus sympatisch, nämlich durch koordinierte Aktivitäten in ein scheinbar geschlossenes System einzudringen, es zu öffnen und so ein wenig unter die eigene Kontrolle (zurück?) zu bringen.

Die Notwendigkeit besteht:

Lisa Rosa (@lisarosa), ebenfalls vor Ort dabei, hat in einem Kommentar in ihrem Blog shiftingschool die Herausforderung so formuliert:

Diejenigen, die im System drin sind bzw. neu hineinkommen, müssen wissen, dass sie eine Transformations- und keine bloße Reformaufgabe haben und trotzdem können wir uns dabei nur in Auseinandersetzung mit den dortigen Widersprüchen zu den Systemregeln bewegen.

Welche Rolle spielt Schule in Zukunft?

Im März ’09 hatte ich im Anschluss an den Shift-Film diese hier formuliert:

  • Welche Aufgabe hat Schule?
  • Geht es um die Tradierung von Wissen nach klassischer Vorstellung?
  • Geht es um Erziehung, die nicht mehr im doppelt-berufstätigem Elternhaus vollzogen wird?
  • Geht es darum, die Schüler/innen im Umgang mit Tools der Kommunikation fit zu machen (”Web 2.0″)?
  • Oder geht es um Grundlagen und Einblicke in das, was war, um die Zukunft zu gestalten?
  • Was ist mit Büchern – spielen diese noch eine Rolle? Oder machen wir in Zukunft nur noch Wiki?
  • Was ist mit geschützen Räumen, in denen man König sein darf (Kinderzimmer)?
  • Wie bildet sich ein kritischer Geist?

Inzwischen würde ich noch ergänzen:

  • Wenn Stundenraster wegfallen: Wo und wann kann Lernen überall stattfinden?
  • Wie begegnen wir der immer stärker werdenden Frage nach dem Sinn des Lernens?
  • Wie schaffen wir ein Selbstverständnis von Schule, dass diese keine Angst vor „Neuem“ haben muss, sondern jede neue Entwicklung und jedes neue Werkzeug bereichernd in ihr bisheriges Konzept aufnehmen kann?
    Wünschen würde ich mir ein Arbeits-Klima bei dem der Spruch „die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben“ kein Manko ist. Schule als Organisation, die für neue Entwicklungen offen ist und wo „Neues“ nicht immer alles bisherige in Frage stellen muss sondern ergänzt. (Quelle)
  • Welche Rolle spielen die Inhalte in Zukunft, wenn wir alle mit dem mobilen Internet in der Tasche herumlaufen und es kaum noch ein Monopol auf Wissen gibt.

Zukunft? Ist die nicht eigentlich schon da, wenn man sich die Schülerinnen und Schüler ansieht? Mobiltelefone mit Internet oder WLAN, auf jeden Fall aber mit Kamera haben sie alle dabei. Schule heute nimmt darauf kaum Rücksicht – im Gegenteil, sie versucht es oft sogar durch Verbote zu verhindern. Verständlich, ist ihr Selbstkonzept doch in Gefahr.

Ich freue mich, dabei zu sein und bin gespannt, was das Zusammentreffen in Berlin alles katalysieren wird.

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