Lehrerbesoldung

In dem Beitrag „Boni für die Besten“ (ZEIT Online) stellt Ludger Wössmann, studierter VWLer und zur Zeit Professor für Bildungsökonomie an der LMU, mögliche Ansatzpunkte vor, wie man das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf auch für gute Abiturienten attraktiver gestalten kann. Lösung ist die leistungsbezogene Bezahlung von Lehrkräften.

Das Prinzip „mehr Geld = mehr Anerkennung“ funktioniert in vielen Bereichen der Wirtschaft gut . Es lässt aber außer Acht, dass eine Motivation und Identifikation mit der Arbeit eben nicht immer von der Bezahlung abhängig ist, sondern von weicheren Faktoren wie Anerkennung und Vertrauen bestimmt wird.

Springen Lehrer überhaupt auf die leistungsbezogene Bezahlung an – unabhängig von den Schwierigkeiten, die sich durch bei der Bemessung dieser Art der Vergütung ergeben (hier und hier). Sicherlich, aber nicht in der Art, wie man es sich in Kreisen von Bildungsökonomen erhofft.

Wenn ich nach dem Abi das Ziel gehabt hätte, viel Geld zu verdienen, wäre ich nicht Lehrer geworden. Die scheinbar sichere Bezahlung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei gleiche Qualifikation und Motivation in der freien Wirtschaft mehr monetäre Anerkennung geerntet wird.

Den Ansatz, den Lisa Rosa in den Kommentaren des Beitrags von Matthias Heil macht, halte ich für nachhaltiger:

Eine sinnvolle Kontextsteuerung von außen (”Anreiz” zur Veränderung) könnte sein: Abwrack”prämie” für veraltete Tätigkeitssysteme (Schulen). Und diese nicht in Form von Geld, was Lehrer am wenigsten reizt, sondern in Form von besseren Arbeitsbedingungen: kleine Gruppen, weniger Unterrichtsstunden, mehr Zeit zur Reflexion dessen, was man da tut, und mehr Zeit für die Kommunikation und Kollaboration mit Schülern, Eltern und Kollegen.

Das kostet Geld, wohingegen die leistungsbezogene Bezahlung nicht unbedingt für die Anhebung der Gehälter sorgt, sondern ausgehend von einem niedrigen Grundgehalt + Bonuszahlungen auch Einsparungseffekte zur Folge hätte (mehr…). Wird mit dieser Diskussion ausgelotet, wie die Öffentlichkeit auf das Thema reagiert?

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