Whiteboard – Erste Schritte

Nach unbefriedigenden, weil verkrampften, Versuchen am Wochenende mit der Wiimote und dem IR-Pen am MacBook Pro Display konnte ich heute das „Billig-Smartboard“ mit einem Beamer in der Schule testen.

Folgende Ausstattung habe ich verwendet:

  1. WiimoteWhiteboard von uweschmidt.org
  2. Notebook Software von smarttech.com
  3. WiiPen aus den USA
  4. Wii-Remote vom lokalen Kistenschieber

Bei der Einrichtung bin ich erstmal darüber gestolpert, dass die Wii-Remote zwar als Bluetooth-Gerät erkannt worden ist, aber nicht mit der WiimoteWhiteboard-Software arbeiten wollte. Wie sich dann herausstellte, lag es an der eingestellten Java-Version, die ich für eine andere Software auf Java 6.0 umgestellt hatte.

Die Kopplung und Kalibrierung funktioniert dann eigentlich ganz gut, wenn man die Position der Wii-Remote mal ausgelotet hat. Idealerweise liegt sie direkt über dem Beamer bei einer Entfernung von ca. 2-3 Meter.

Leider lässt die Software nur eine 4-Punkte Kalibrierung zu. Dies scheint zu wenig zu sein und ich hätte gerne 6-9 Punkte wie beim „echten“ Smartboard auch. An den Ecken ist die Mauszeigerposition ziemlich exakt und deckt sich mit dem IR-Pen. Allerdings hatte ich in der Mitte des Bildes eine Abweichung von teilweise 5 cm bei einer Diagonale von ca. 1,80 m. Das ist nicht handhabbar, da man sowohl Zeichnungen wie auch Text nicht vernünftig auf die Tafel setzen kann.

Dabei hätte ich gerade für diese beiden Zwecke die neue Kombination sehr gerne genutzt. Klar, man kann Bilder und Diagramme mit dem Wii-Board prima bedienen, aber richtig genial wäre es erst geworden, wenn man auch in der Chemie sinnvoll damit arbeiten könnte. Formeln und Reaktionsmechanismen werden einmal handschriftlich an der Wand gesammelt und könnten dann beim nächsten Mal wieder hervorgeholt werden. Dafür braucht man aber wohl doch noch ein professionelles Smartboard.

Die Latenz, auf die ich bei Twitter angesprochen wurde, war in meinem Toleranzbereich. Zwar wird die Aktion nicht 1:1 übertragen, aber ich konnte flüssig schreiben und hatte dabei nur eine ganz leichte Verzögerung. Das störte in keinster Weise – verglichen mit der Positionierung…

Der Stift ist super. Skepsis bezüglich des „Knopfes“ ist unbegründet. Lässt sich intuitiv bedienen.

Ich werde es weiter testen und berichten. Der Ansatz ist viel versprechend und die ersten Schritte machten definitiv Spaß.

Update vom 01.04.’09

18 Gedanken zu „Whiteboard – Erste Schritte

  1. scheppler

    Hm, das klingt doch eigentl. ganz zuversichtlich. Wie in meinem Beitrag (http://www.blog.initiatived21.de/?p=2245) zu sehen kann, habe ich recht gute Erfahrung mit Schrift im mittleren Bildbereich gemacht. Ich konnte den Stift absetzen und exakt wieder ansetzen.
    Beim Vergleich mit einem SmartBoard, welches eine berührungsempfindliche Oberfläche mitbringt, ist diese Lösung natürlich im Hintertreffen. Ich habe es noch nicht getestet, möchte aber darauf hinweisen, dass die Kallibrierungssoftware ZWEI Wii-Remotes gleichzeitig unterstützt. Ob damit eine größere Genauigkeit erzielbar wäre? Bei einer festen Einrichtung in einem Raum evtl. erwägenswert.
    Aber ich fürchte, der ultimative test ist eh erst derjenige, der den Stift in Schülerhände gibt. Ich muss gestehen, dies aus Raumgründen bisher auch nicht geschafft zu haben.

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  2. scheppler

    Hm, das klingt doch eigentl. ganz zuversichtlich. Wie in meinem Beitrag (http://www.blog.initiatived21.de/?p=2245) zu sehen kann, habe ich recht gute Erfahrung mit Schrift im mittleren Bildbereich gemacht. Ich konnte den Stift absetzen und exakt wieder ansetzen.
    Beim Vergleich mit einem SmartBoard, welches eine berührungsempfindliche Oberfläche mitbringt, ist diese Lösung natürlich im Hintertreffen. Ich habe es noch nicht getestet, möchte aber darauf hinweisen, dass die Kallibrierungssoftware ZWEI Wii-Remotes gleichzeitig unterstützt. Ob damit eine größere Genauigkeit erzielbar wäre? Bei einer festen Einrichtung in einem Raum evtl. erwägenswert.
    Aber ich fürchte, der ultimative test ist eh erst derjenige, der den Stift in Schülerhände gibt. Ich muss gestehen, dies aus Raumgründen bisher auch nicht geschafft zu haben.

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  3. Felix Schaumburg

    Zwei Wii-Remotes? Oh. Werde mir mal eine zweite ausleihen und schauen, obs dann besser geht.

    Zu meinem Setup muss ich sagen, dass der Beamer unter der Decke hing. Vielleicht gibt es ja bei einem Tisch-Beamer, der fast senkrecht vor der Wand steht, weniger Probleme mit der Kalibrierung in der Mitte… :/

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  4. Schaumburg

    Zwei Wii-Remotes? Oh. Werde mir mal eine zweite ausleihen und schauen, obs dann besser geht.

    Zu meinem Setup muss ich sagen, dass der Beamer unter der Decke hing. Vielleicht gibt es ja bei einem Tisch-Beamer, der fast senkrecht vor der Wand steht, weniger Probleme mit der Kalibrierung in der Mitte… :/

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  5. scheppler

    Das kann ich – auch aus diversen Forenberichten – bestätigen: Die Wii-Remote kann besser in der Fläche „sehen“ als Entfernungen. Je gerader sie auf die Fläche schaut, desto besser scheint es zu gehen. Mit dem Nachteil, dass man manchmal aufpassen muss, der Wii nicht im Sichtfeld zu stehen. Aber das merkt man dann ja spätestens, wenn man nen Schatten wirft ;-).

    Für die zweite Remote war ich bisher zu geizig. Bin gespannt, ob sich das bei Dir bemerkbar macht.

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  6. scheppler

    Das kann ich – auch aus diversen Forenberichten – bestätigen: Die Wii-Remote kann besser in der Fläche „sehen“ als Entfernungen. Je gerader sie auf die Fläche schaut, desto besser scheint es zu gehen. Mit dem Nachteil, dass man manchmal aufpassen muss, der Wii nicht im Sichtfeld zu stehen. Aber das merkt man dann ja spätestens, wenn man nen Schatten wirft ;-).

    Für die zweite Remote war ich bisher zu geizig. Bin gespannt, ob sich das bei Dir bemerkbar macht.

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  7. Silke

    Vielen Dank für diese tollen Anregungen!
    Hätte ja nicht im Traum daran gedacht, dass etwas so einfach möglich ist! Da Grundschulen immer sehr knapp budgetiert sind und an der Medienausstattung eher gespart wird („Grundschulkinder brauchen noch keine Computer!“), hatte ich die Hoffnung auf ein Whiteboard eher aufgegeben. Muss gestehen, auch ich war erst nicht so überzeugt, ob es in der Grundschule Sinn macht. Aber inzwischen könnte ich es mir sehr gut vorstellen. Wie schön wäre es, wenn man PPs zu einem Thema zuhause vorbereiten könnte, welche die SuS in Gruppenarbeit „beackern“ könnten, sprich rezipieren, aber auch ihre eigenen Anmerkungen hinzufügen könnten.
    Also ich werde auf jeden Fall die weitere Entwicklung hier verfolgen, bitte weiter so!
    Lieben Gruß, Silke

    Antworten
  8. Silke

    Vielen Dank für diese tollen Anregungen!
    Hätte ja nicht im Traum daran gedacht, dass etwas so einfach möglich ist! Da Grundschulen immer sehr knapp budgetiert sind und an der Medienausstattung eher gespart wird („Grundschulkinder brauchen noch keine Computer!“), hatte ich die Hoffnung auf ein Whiteboard eher aufgegeben. Muss gestehen, auch ich war erst nicht so überzeugt, ob es in der Grundschule Sinn macht. Aber inzwischen könnte ich es mir sehr gut vorstellen. Wie schön wäre es, wenn man PPs zu einem Thema zuhause vorbereiten könnte, welche die SuS in Gruppenarbeit „beackern“ könnten, sprich rezipieren, aber auch ihre eigenen Anmerkungen hinzufügen könnten.
    Also ich werde auf jeden Fall die weitere Entwicklung hier verfolgen, bitte weiter so!
    Lieben Gruß, Silke

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  9. hubmas

    Ich habe letzte Woche sofort eine wii bestellt, drei Stifte gebastelt und die Software installiert. Zu hause funktioniert am Monitor alles so, wie es Johnny Lee demonstriert. Es läuft unter Mac OS X und unter Windows XP.
    Aber es ist alles eine Frage der Kalibirierung. Dies merkte ich auch gleich im Computerraum, wo zuerst gar nichts klappte, und nach einigen Versuchen nur mit Mühe. Die richtige Position der wii habe ich noch nicht gefunden. Der nächste Versuch wird mit 2 wii laufen.
    Mir ist aufgefallen, dass die wii einen hohen Batterieverbrauch hat.

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  10. hubmas

    Ich habe letzte Woche sofort eine wii bestellt, drei Stifte gebastelt und die Software installiert. Zu hause funktioniert am Monitor alles so, wie es Johnny Lee demonstriert. Es läuft unter Mac OS X und unter Windows XP.
    Aber es ist alles eine Frage der Kalibirierung. Dies merkte ich auch gleich im Computerraum, wo zuerst gar nichts klappte, und nach einigen Versuchen nur mit Mühe. Die richtige Position der wii habe ich noch nicht gefunden. Der nächste Versuch wird mit 2 wii laufen.
    Mir ist aufgefallen, dass die wii einen hohen Batterieverbrauch hat.

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  11. Felix Schaumburg

    Habe heute das Setting nochmal getestet und dabei sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Beamer hing nicht unter der Decke, sondern stand auf einem Rollwagen direkt vor der Wand – Abstand ca. 2.5 Meter, die Wii-Remote direkt daneben. Zoom vom Beamer ganz klein gedreht, sodass das Bild im Abtastbereich der Wiimote lag. Danach kalibriert und keine Abweichungen mehr gehabt. Alles, auch die Mitte, saß punktgenau. Genial.

    Dadurch war es auch möglich, einfache Texte zu schreiben. Noch nichts für Formeln (Chemie), aber für das Grobe durchaus gut geeignet.

    Danach habe ich dann die SuS dran gelassen um eine Zuordnungsaufgabe zu erledigen (http://www.m-forkel.de/klima/diagr-klima.html). Auch das lief im Grunde problemlos. Einzig die Webseite selber lässt sich nicht ganz gut bedienen. Wahrscheinlich für den IE optimiert.

    Etwas enttäuschend war die Reaktion der SuS. „Cool – dürfen wir mal?“ war alles. Der einzige, der wirklich begeistert war, schien ich zu sein 🙂 Aber das nehme ich gerne auf mich.

    In den nächsten Tagen mache ich mal ein paar Bilder.

    Antworten
  12. Schaumburg

    Habe heute das Setting nochmal getestet und dabei sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Beamer hing nicht unter der Decke, sondern stand auf einem Rollwagen direkt vor der Wand – Abstand ca. 2.5 Meter, die Wii-Remote direkt daneben. Zoom vom Beamer ganz klein gedreht, sodass das Bild im Abtastbereich der Wiimote lag. Danach kalibriert und keine Abweichungen mehr gehabt. Alles, auch die Mitte, saß punktgenau. Genial.

    Dadurch war es auch möglich, einfache Texte zu schreiben. Noch nichts für Formeln (Chemie), aber für das Grobe durchaus gut geeignet.

    Danach habe ich dann die SuS dran gelassen um eine Zuordnungsaufgabe zu erledigen (http://www.m-forkel.de/klima/diagr-klima.html). Auch das lief im Grunde problemlos. Einzig die Webseite selber lässt sich nicht ganz gut bedienen. Wahrscheinlich für den IE optimiert.

    Etwas enttäuschend war die Reaktion der SuS. „Cool – dürfen wir mal?“ war alles. Der einzige, der wirklich begeistert war, schien ich zu sein 🙂 Aber das nehme ich gerne auf mich.

    In den nächsten Tagen mache ich mal ein paar Bilder.

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  13. scheppler

    Hey, vielen Dank für dieses neue Feedback. Ich habe mich schon gewundert, warum es bei mir so gut geklappt hat und Du nun so ernüchtert berichtet hattest.

    Was die „Begeisterung“ der SuS angeht. Aus meiner kurzen Erfahrung heraus, würde ich mich da mal nicht täuschen lassen. Meine Kids haben das sehr gut drauf, nicht zu positiv zu reagieren. Gerade in den mittleren Klassen (7-9) ist es doch äußerst uncool, zuviel Begeisterung für den Unterricht zu zeigen ;-). Und eigentlich wollen wir das doch auch oder?: Technik und deren Einsatz soll zu etwas Alltäglichem und Selbstverständlichen werden, das nahtlos und ohne viel Tamtam in den Unterricht integriert wird.

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  14. scheppler

    Hey, vielen Dank für dieses neue Feedback. Ich habe mich schon gewundert, warum es bei mir so gut geklappt hat und Du nun so ernüchtert berichtet hattest.

    Was die „Begeisterung“ der SuS angeht. Aus meiner kurzen Erfahrung heraus, würde ich mich da mal nicht täuschen lassen. Meine Kids haben das sehr gut drauf, nicht zu positiv zu reagieren. Gerade in den mittleren Klassen (7-9) ist es doch äußerst uncool, zuviel Begeisterung für den Unterricht zu zeigen ;-). Und eigentlich wollen wir das doch auch oder?: Technik und deren Einsatz soll zu etwas Alltäglichem und Selbstverständlichen werden, das nahtlos und ohne viel Tamtam in den Unterricht integriert wird.

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  15. Felix Schaumburg

    Klar 🙂 Im Grunde ist die Reaktion genau das, was ich mir wünsche: „Schön, dass sie es machen. Aber ist doch klar, dass sowas geht.“

    Es ging hier um eine 7 Klasse und die Schüler sind es gewohnt, dass ich mit dem iPhone hantiere (welches innerhalb der Schule natürlich nicht zum telefonieren geeignet ist, sondern nur als Kalender und Notizbuch (Teachertool) dient). Es könnte also auch daran liegen, ja.

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  16. Schaumburg

    Klar 🙂 Im Grunde ist die Reaktion genau das, was ich mir wünsche: „Schön, dass sie es machen. Aber ist doch klar, dass sowas geht.“

    Es ging hier um eine 7 Klasse und die Schüler sind es gewohnt, dass ich mit dem iPhone hantiere (welches innerhalb der Schule natürlich nicht zum telefonieren geeignet ist, sondern nur als Kalender und Notizbuch (Teachertool) dient). Es könnte also auch daran liegen, ja.

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