“Herausforderungen Medienpädagogik”

Herr Larbig stellt seine Überlegungen zur „Herausforderungen Medienpädagogik“ vor. Da wir an der Schule auch an diesem Thema arbeiten, möchte ich die Gedanken kurz kommentieren.

These 1: Prävention durch Aufklärung über Risiken.
Aufklärung z. B. über rechtliche Fragen im Umgang mit Bildern und Audiodateien im (Recht am eigenen Bild, Urheberrecht) so früh wie möglich, z. B. im Zusammenhang mit dem sog. Computerführerschein, der oft schon in der Grundschule eine Rolle spielt.

Wir machen das seit 1 Jahr durch die Einführung des Faches „Medienerziehung“ (Infos). Dabei geht es nicht um einen Computerführerschein (was ein antiquiertes Wort!), sondern den SuS bei den ersten Schritten zu helfen und sie damit auch für Gefahren und Chancen zu sensibilisieren. Im Konzept wird auch die Fortbildung der Lehrenden und Information der Eltern berücksichtigt.

These 2: Prävention durch kritische Beschäftigung mit digitalen Medien.
Integration und kritische Reflexion der von Jugendlichen genutzten Kommunikationswege (SMS, MMS, Chat, schuelervz, myspace, facebook, skype etc.) in allen Jahrgangsstufen...

Hier ist wohl in erster Linie die/der Fachlehrer/in gefragt – unabhängig von der Integration in die Fachcurricula. Und Fortbildungen haben eine begrenzte Wirkung, da man gerade im Umgang mit dem Internet eigene Erfahrung einbringen muss (Authentizität ist besonders wichtig).
Mit dieser Perspektive berühren wir die grundlegende Frage der Lehrerausbildung, ob man in erster Linie Fachmann oder Pädagoge sein muss. Im Tool „Internet“ verwisch die Grenzen wie bisher selten, da es eher Methode als Inhalt ist.

These 3: Prävention durch produktiven und medienpädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien und somit der Förderung von Medienkompetenz.
Durchführung von Unterrichtsprojekten, die den produktiven Umgang mit den von Jugendlichen genutzten digitalen Medien integrieren

Daher vergeht bei mir keine Woche, in der ich nicht in mindestens einem der Kurse mit dem Computer arbeite. Und es ist selbstredend, dass SuS über Chats, Mails und Foren Kontakt aufnehmen können (wobei ich mir offen halte, nicht immer direkt zu antworten).

Anmerkung: Gerade in der letzten Woche habe ich wieder gemerkt, wie intuitiv die iLife Software von Apple ist. Nach einer Einführung von fünf Minuten in das Programm GarageBand haben 6 Schülerinnen in zwei Mittagspausen Podcasts zu den Edelgasen erstellt.

These 4: Sanktion bei missbräuchlicher Nutzung digitaler Medien
Konsequentes Handeln bei Bekanntwerden von missbräuchlicher Nutzung digitaler Medien, z. B. im Kontext einer Schule.

Ob nun Mobbing in SchuelerVZ oder in Wikipedia ausgetragene Beleidigungen. Die Reissleine muss in diesen Fällen voll gezogen werden und dem Schüler deutlich gemacht werden, dass auch im Internet Öffentlichkeit herrscht und die Schule so etwas nicht duldet.

Leider steht man bei diesen Maßnahmen immer sehr dich an jenen Personen, die das ganze Internet eh für „böse und überflüssig“ halten. Aber dem muss man sich wohl stellen und – nachdem sich die Wogen gelegt haben – wieder in Opposition gehen und best-practive machen :).

6 Gedanken zu „“Herausforderungen Medienpädagogik”

  1. scheppler

    Eigentl. wollte ich ja schon bei Herrn Larbig kommentieren, habe es aber irgendwie vergessen. Nun hast Du ja im Grunde schon genau die passenden Antworten oder Kommentare ergänzt, die so ähnlich auch von mir gekommen wären.
    Aber Punkt 4: „Konsequentes Handeln“ ist mir schon aufgefallen. Nun von Dir „Reissleine voll ziehen“. Gerade als junger/unerfahrener Kollege frage ich da: Was heißt das? Exempel statuieren? Standpauke vor versammelter Mannschaft? ich habe natürlich im Moodle auch hin und wieder Situationen, in denen mir Kommentare nicht so recht gefallen. Nun könnte ich hingehen, sie groß an die Wand beamen, denjenigen schelten und das ganze danach löschen. Oder gleich löschen? Bisher bin ich recht gut gefahren – so meine ganz eigene, absolut subjektive und auch nicht überprüfte Wahrnehmung -, den Kommentar stehen zu lassen, aber in einer ruhigen Minute mit dem Schüler drüber zu reden. In 100% der Fälle wussten diejenigen genau, was sie getan haben. Und in allen Fällen haben die Schüler sich von sich aus entschuldigt (ebenfalls unter vier Augen).
    Ich bin da wirklich nicht schlüssig, wie „hoch“ man sowas „hängen“ sollte. Oder inwieweit dies einer individualisierten Reaktion bedarf. Dass es nicht geduldet oder übersehen werden sollte, steht dabei außer Frage.

    Antworten
  2. scheppler

    Eigentl. wollte ich ja schon bei Herrn Larbig kommentieren, habe es aber irgendwie vergessen. Nun hast Du ja im Grunde schon genau die passenden Antworten oder Kommentare ergänzt, die so ähnlich auch von mir gekommen wären.
    Aber Punkt 4: „Konsequentes Handeln“ ist mir schon aufgefallen. Nun von Dir „Reissleine voll ziehen“. Gerade als junger/unerfahrener Kollege frage ich da: Was heißt das? Exempel statuieren? Standpauke vor versammelter Mannschaft? ich habe natürlich im Moodle auch hin und wieder Situationen, in denen mir Kommentare nicht so recht gefallen. Nun könnte ich hingehen, sie groß an die Wand beamen, denjenigen schelten und das ganze danach löschen. Oder gleich löschen? Bisher bin ich recht gut gefahren – so meine ganz eigene, absolut subjektive und auch nicht überprüfte Wahrnehmung -, den Kommentar stehen zu lassen, aber in einer ruhigen Minute mit dem Schüler drüber zu reden. In 100% der Fälle wussten diejenigen genau, was sie getan haben. Und in allen Fällen haben die Schüler sich von sich aus entschuldigt (ebenfalls unter vier Augen).
    Ich bin da wirklich nicht schlüssig, wie „hoch“ man sowas „hängen“ sollte. Oder inwieweit dies einer individualisierten Reaktion bedarf. Dass es nicht geduldet oder übersehen werden sollte, steht dabei außer Frage.

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  3. Felix Schaumburg

    Kein „Exempel statuieren“, bitte! Auch keine Kollektivstrafe oder ähnliches. Ich meinte mit meinem Ausdruck, dass man schon bei den kleineren Verfehlungen bei der Netiquette direktes Feedback geben muss. Und wenn dies nicht hilft – und ein gemeinsames Gespräch keine Wirkung zeigt – so kann bei Wiederholungen auch mal eine U-befreiung dabei rauskommen. Wie eben bei Pöbeleien auf dem Schulhof auch.
    Ich halte es für wichtig, dass es klar verständliches Feedback gibt – in der realen Welt. Für viele SuS ist es verwunderlich, dass auch Lehrer im Web arbeiten. Es muss ihnen deutlich werden, dass es keinen rechts-/ & erwachsenenfreien Raum gibt.

    Antworten
  4. Schaumburg

    Kein „Exempel statuieren“, bitte! Auch keine Kollektivstrafe oder ähnliches. Ich meinte mit meinem Ausdruck, dass man schon bei den kleineren Verfehlungen bei der Netiquette direktes Feedback geben muss. Und wenn dies nicht hilft – und ein gemeinsames Gespräch keine Wirkung zeigt – so kann bei Wiederholungen auch mal eine U-befreiung dabei rauskommen. Wie eben bei Pöbeleien auf dem Schulhof auch.
    Ich halte es für wichtig, dass es klar verständliches Feedback gibt – in der realen Welt. Für viele SuS ist es verwunderlich, dass auch Lehrer im Web arbeiten. Es muss ihnen deutlich werden, dass es keinen rechts-/ & erwachsenenfreien Raum gibt.

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  5. Felix Schaumburg

    In 100% der Fälle wussten diejenigen genau, was sie getan haben. Und in allen Fällen haben die Schüler sich von sich aus entschuldigt (ebenfalls unter vier Augen).

    Der „sanfte“ Weg übers Gespräch ist in den meisten Fällen auch erfolgreich. Genauso meinte ich das.

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  6. Schaumburg

    In 100% der Fälle wussten diejenigen genau, was sie getan haben. Und in allen Fällen haben die Schüler sich von sich aus entschuldigt (ebenfalls unter vier Augen).

    Der „sanfte“ Weg übers Gespräch ist in den meisten Fällen auch erfolgreich. Genauso meinte ich das.

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