Kooperationen zwischen Schulen und der „freien Wirtschaft“

In der Sueddeutschen findet sich ein Interview mit Vertretern von Schule, Gewerkschaft und Telekom über den Sinn oder Unsinn von Werbung an Schulen. 

Herr Meidinger vom Philologenverband meint, dass eine Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft nur dann stattfinden sollte, wenn die Schule vollkommen neutral und ohne Produktwerbung weiter bestehen könnte. Ist das der Sinn von Kooperationen? Eine Seite schmückt sich mit den Vorteilen und diktiert der anderen Seite, dass sie gefälligst jegliche Werbung zu unterlassen habe? Schule hat die letzten Jahrzehnte so gehandelt… Aber von dem Ross muss sie glaube ich runter.

Ich persönlich möchte an keiner Schule arbeiten, an deren Wänden Werbung hängt, wo die Schüler wie in den Nationalmannschaften nur Kleidungsstücke einer bestimmten Marke tragen dürfen oder in der statt Apfelschorle nur Cola getrunken werden darf. Nein Danke.

Aber das hat nichts mit Lehren und Lernen zu tun, sondern mit meinem ganz persönlichen Empfinden, in welcher Umgebung ich gerne arbeiten möchte. Unterricht und Erfahrung kann auch dort stattfinden, solange ich die Inhalte nicht vorgeschrieben bekommen und diese von außen über Videoinstallationen überwacht werden (dann wäre ich eh weg). Kritischen Umgang mit der Welt lässt sich auch unter diesen Bedingungen erlernen. Vielleicht sogar besser als in dem (verlogenen?) bisherigen System, in dem nach außen hin jegliche Einflussnahme negiert und nach innen aber jede Kooperation begrüßt wird (wenn sie denn suggestiv von der Schule getragen und inhaltich geformt wird).

Schön ist ja, dass das Erziehungssytem (Medium: Kind) und das Wirtschaftssysstem (Medium: Geld) nie gemeinsam operieren werden. Die geschlossenen Systeme werden in einem Gebäude „Schule“ vielleicht Koexistieren, aber niemals wird Erziehung Wirtschaft sein oder Wirtschaft Erziehung. 

via: Kreidefressen 

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