Australien wirbt im TV und Kino:Â Â
Und Bali antwortet:Â
Das bisher in Leistungstests wohl nicht sonderlich gut dastehende Knowsley Council in Merseyside wird ab 2009 vollkommen neue Wege bei der Gestaltung von “Schule” gehen. Alle elf bisherigen Oberschulen werden geschlossen und durch sieben Lernhäuser ersetzt.
The style of learning will be completely different. The new centres will open from 7am until 10pm in both term-time and what used to be known as the school holidays. At weekends, they will open from 9am to 8pm.
Und Graham Attwell lässt sich dazu verleiten, folgendes von sich zu geben:
I see this as the first big crack in the present model of schooling which dates from the first industrial revolution. And it won’t be the last.
Das halte ich für etwas hoch gegriffen, da es doch einige Schulen gibt, die dieses Konzept verfolgen. Neu ist allerdings, dass ein ganzer Bezirk seine Schulen umstrikt. Kurz und schmerzvoll, aber hoffentlich erfolgreich.Eine schöne Vorstellung. Lernräume, Büros, gemeinsames Leben…. Träume.Quellen:
- The beginning of the end for the industrial schooling system? – Graham Attwell
- No more school as council opens ‘learning centres’ – The Independent
In der Sueddeutschen findet sich ein Interview mit Vertretern von Schule, Gewerkschaft und Telekom über den Sinn oder Unsinn von Werbung an Schulen.Â
Herr Meidinger vom Philologenverband meint, dass eine Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft nur dann stattfinden sollte, wenn die Schule vollkommen neutral und ohne Produktwerbung weiter bestehen könnte. Ist das der Sinn von Kooperationen? Eine Seite schmückt sich mit den Vorteilen und diktiert der anderen Seite, dass sie gefälligst jegliche Werbung zu unterlassen habe? Schule hat die letzten Jahrzehnte so gehandelt… Aber von dem Ross muss sie glaube ich runter.
Ich persönlich möchte an keiner Schule arbeiten, an deren Wänden Werbung hängt, wo die Schüler wie in den Nationalmannschaften nur Kleidungsstücke einer bestimmten Marke tragen dürfen oder in der statt Apfelschorle nur Cola getrunken werden darf. Nein Danke.
Aber das hat nichts mit Lehren und Lernen zu tun, sondern mit meinem ganz persönlichen Empfinden, in welcher Umgebung ich gerne arbeiten möchte. Unterricht und Erfahrung kann auch dort stattfinden, solange ich die Inhalte nicht vorgeschrieben bekommen und diese von außen über Videoinstallationen überwacht werden (dann wäre ich eh weg). Kritischen Umgang mit der Welt lässt sich auch unter diesen Bedingungen erlernen. Vielleicht sogar besser als in dem (verlogenen?) bisherigen System, in dem nach außen hin jegliche Einflussnahme negiert und nach innen aber jede Kooperation begrüßt wird (wenn sie denn suggestiv von der Schule getragen und inhaltich geformt wird).
Schön ist ja, dass das Erziehungssytem (Medium: Kind) und das Wirtschaftssysstem (Medium: Geld) nie gemeinsam operieren werden. Die geschlossenen Systeme werden in einem Gebäude “Schule” vielleicht Koexistieren, aber niemals wird Erziehung Wirtschaft sein oder Wirtschaft Erziehung.Â
via: KreidefressenÂ
Auch 2007 findet wieder ein ATI (Apple Teacher Institut) statt. Gemeinsam mit anderen Lehrenden werden ADEs (Apple Distinguished Educators) Tools zeigen und erproben, mit denen man den Computer sinnvoll im Unterricht einsetzen kann. Keine technischen Demos, sondern praktische Beispiele, von Lehrenden für Lehrende. Â
Das letzte ATI fand in Neuss statt. Dieses Jahr geht es nach Dillingen an die ‘Akademie für Lehrerfortbildung und Personalbildung’. Sehen wir uns dort? Â
Apple – Apple Teacher Institute 2007
So unterhaltsam und nett kann ein Bericht über ein technisches Spielzeug gemacht sein – wenn David Pogue seine Finger im Spiel hatte.
Anküpfend an die Notiz zu einem Artikel bei SpOn nun ein schöner Kommentar in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung über die letzte Phase des Bologna Prozesses: Ende einer Lebensform.
Vielleicht hat es seit dem Ende der platonischen Akademie in Athen ein so einschneidendes Datum in der Geschichte der menschlichen Bildung nicht mehr gegeben.
G. Seibt
Obwohl wir heute scheinbar vieles bewusst inszenieren, vollzieht sich hier eine einschneidende Wende im Bildungswesen, die in ihrer ganzen Dimension von einer kritischen Menge der Bevölkerung nicht wahrgenommen wird. Der Bologna Prozess wirkt sich im Besonderen auf die deutsche Bilundungslandschaft aus, die bisher von den angelsächsisch-ökonomischen Strukturen relativ unangetastat geblieben ist (Diplom). Das ändert sich nun.
Vielleicht schauen wir in ein paar Jahren auf diese Zeit und erkennen, was dort geschehen ist… Die hoffnungslosen Romantiker einer “alma mater” müssen ja nicht recht behalten. Eine Universität als zielgerichtete Berufsvorbereitung passt vielleicht besser. Wo aber sammeln sich die Suchenden und Irrenden?
Bologna ist gut für Menschen, die mit zwanzig schon wissen, was sie werden wollen. Humboldt war gut für Suchende und Irrende. Ein ganzer Menschentypus, ja eine Lebensform wird heimatlos.
Das von bürokratischen Technokraten oder technokratischen Bürokraten konzipiertes Modell “Bologna” birgt, wollen wir es als anschlussfähig annehmen für zukünftige Entwicklungen, viele Kristallisationspunkte für neue Gedanken.
Weiterführendes:
- Im GEO Magazin – 09 | September 2006 – wird, ausgehend von der Frage “Welchens Wissen braucht der Mensch?” die aktuelle Diskussion zwischen Kompetenzen und Inhalten aufgespannt. Steht der Bildungskanon Humboldts wieder vor einer Renaissance?
- Humboldt’sches Bildungsideal und heutige akademische Bildung | PDF @ http://www.empa.ch
In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen, in denen Internetunternehmen große neue Dienste starten oder regionalisieren. Nur zu oft heißt es dabei: außer in Deutschland. Oft wird Deutschland dann noch in eine Reihe gestellt mit Nordkorea, Iran und anderen Staaten die für ihre Einstellung zu Meinungs- und Informationsfreiheit bekannt sind. Das ganze erscheint besonders bitter, weil es in allen Fällen sinngemäß heißt: Die örtliche Rechtslage verbietet/verhindert einen Start unseres Dienstes in diesem Land.
Mehr bei medien-gerecht.de
Neben der polnischen Intervention nach der neuen Stimmverteilung (Quadratwurzel…) haben vor allem die Englänger mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber einem zu einflussreichen EU-Außenminister und der Grundrechte-Charta auf sich aufmerksam gemacht.
Kann man die Angst vor einem EU-Außenminister aus strategischer Perspektive des Inselvölkchens verstehen, stieß die Sache mit den Grundrechten bei mir auf Verwunderung. Wie kann man denn dagegen sein? Und: Was steht da überhaupt drin?
Dagegen sind sie wohl aus verfassungsrechtlichen Gründen…. Da England bisher keine schriftliche Verfassung besitzt, kann eine solche Charta bei ihnen unangenehme Gerichtsprozesse nach sich ziehen. Da müssen sie aber wohl durch, da sich auf Dauer nicht verhindern lassen wird, dass die EU einen eigenen Rechtsstatus erhält.
Und die Grundrechte selber? Eigentlich kann über die gar nicht mehr abgestimmt werden. Sie sind schon verabschiedet worden; in Nizza 2001. Aber darf die Verfassung darauf verweisen? Das sind Pokerspielchen, die eigentlich nur das Ziel haben, den Verfassungsvertrag zu verzögern. Denke ich.
Hier [PDF |Â 96 KB] kann man übrigens einen Blick in die Grundrechte-Charte der Europäischen Union werfen.
“Wenn Polen nicht die Jahre 1939-1945 durchgemacht hätte, wäre Polen heute ein Land mit einer Bevölkerung von 66 Millionen.“
Ganz hohen Respekt vor den Menschen, die sich in den kommenden Tagen über die EU-Verfassung einigen wollen und dabei Leute am Tisch sitzen haben, die auf diese Argumentationsstrategie zurückgreifen. Ich stelle mir das unendlich zermürmend und mühselig vor. Alle Achtung für jene (vernunftsbegabten) Menschen, die dabei nicht das Handtuch werfen und die ganze Sache hinschmeißen.
Politik ist ein harter Job.
Diejenigen, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit aufgeben, werden am Ende keines von beiden haben – und verdienen es auch nicht.
Benjamin Franklin (oder Johnson)
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