Schulkultur im Wandel

Unsere Schulen sehen sich heute einer Zerreißprobe ausgesetzt. Ihre tradierten Vorstellungen geraten mit immer mehr gesellschaftlichen Entwicklungen in Konflikt, angetrieben durch eine Digitalisierung aller Lebensbereiche. Was ist da los? Haben wir etwas verschlafen?

Beginnen wir mit einer kleinen Bestandaufnahme einer allgemeinen deutschen Schule. Trotz Föderalismus sind die wesentlichen Bedingungen überall gleich und bedürfen keiner gesonderten Unterscheidung.
Das höchste Ziel, die höchste von der Schule auszusprechende Weihe, ist das Abitur, die allgemeine Hochschulreife. Mit diesem Zertifikat wollen wir an den Schulen die kulturelle und organisatorische Fähigkeit bestätigen, das Leben zu meistern. In nicht wenigen Abiturreden wird es in den nächsten Montagen wieder heißen, dass die SchülerInnen nun bereit seien “ins Leben entlassen zu werden”.

Ist es bereits seit jeher fraglich, warum hier Leben und Schule als zwei unterschiedliche Bereiche angesehen werden, so muss man heute feststellen: Das, was Schule vorbereitet, hat mit dem Leben und dem Beruf immer weniger zu tun. Weiterlesen

Was kann Schule in Zukunft leisten?

Was wäre, wenn alles anders kommt? Wenn sich Dinge grundlegend ändern? Welche Folgen kämen auf uns zu? Und wie hat darin etwas, was wir bisher als ‘Schule’ gekannt haben, eine Zukunft?

Um mich den Fragen zu nähern, könnten möchte ich ein Gedankenexperiment vorschlagen.

Dafür versetzen wir uns in eine Zukunft, die es so oder so ähnlich geben könnte. Angelehnt ist sie an die Insel-Utopie-Romane, die mit unterschiedlichen Nuancen die verschiedenen Autoren immer wieder hervorzuholen wissen. Zuletzt ist mir die Idee in dem Roman von P.M. “Manetti lesen ODER Das gute Leben” begegnet.

Die kapitalistische Wirtschaft ist an sich selber zu Grunde gegangen. Die Konsumgesellschaft musste sich endgültig eingestehen, was spätestens seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts vorhersehbar war: Die Vorstellung von unendlichem Wachstum auf einem endlichen Planeten ist gescheitert.

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Zu Rückriems “Lernen ohne Pflichtschule”

In einem Blogbeitrag hat sich Georg Rückriem Gedanken über das Verhältnis von Schule, Sinn und Invidividuum gemacht. Sein Artikel: ”Lernen ohne Pflichtschule – Ist das überhaupt möglich?” findet sich hier. Lesenswert!

Interessant an seiner Ausführung ist das Verhältnis von Individuum und dem Lernkonzept, welches wir in der Schule institutionalisiert haben.

Das bisherige Konzept des sich zur Eigenständigkeit entwickelnden Individuums – mit dem immanenten Widerspruch zwischen absichtsvoller Erziehung und selbstreferentiellen Subjektkonzepten – ist ein zentrales Problem der Pädagogik. Luhmann/Schorr lösten das damit einhergehende “Technologiedefizit der Erziehung” durch die “taktvolle Kommunikation” [mehr…] und attestierten der Pädagogik damit ein Technologieverdikt. Weiterlesen

Ordneraktionen fürs papierfreie Büro

Die Ordneraktionen von Mac OS X sind eine klasse Sache – und werden doch nur selten genutzt. Für das Digitalisieren von Papierdokumenten nutze ich die Ordneraktionen – oder zum Aufräumen der Festplatte. Folgend zwei Beispiele:

Vom Scanner direkt in Evernote

Papier, das im Laufe des Tages bei mir in der Tasche oder im Briefkasten aufschlägt und das ich gerne ablegen möchte, scanne ich ein. Meist landet es danach in Evernote, sodass ich es bei Gelegenheit über die Textsuche schnell wiederfinden kann. Die eingebaute Texterkennung von Evernote – die keine echte OCR Software ersetzt – erkennt auch handschriftliche Notizen, sodass Skizzen auf Papier schnell ins digitale Gedächtnis gefüllt und bei Bedarf abgerufen werden können.

Den Scanner, ein Brother 8085DN,  habe ich so konfiguriert, dass er über FTP direkt auf das MacBook scannt. Früher habe ich alles auf den Schreibtisch scannen lassen, und von dort dann händisch verteilt. Man kann es sich aber noch etwas einfacher machen, wenn die Daten wirklich nur ins Archiv in Evernote wandern sollen.

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Anhörung beim BMBF über Open Educational Resources

Gestern war ich auf Einladung des “Bundesministeriums für Bildung und Forschung” bei einer Anhörung zum Thema OER im berliner Gartenhaus des Ministeriums.

Bisher bin ich nicht dazu gekommen, meine Notizen durchzuarbeiten und eine Zusammenfassung der Ergebnisse zu formulieren. Anders Leonhard Dobusch, der übrigens in einer unglaublichen Virtuosität und Geschwindigkeit die Tastatur seines Laptops bedient. Er hat bereits für die werkstatt.bpb.de eine Zusammenfassung formuliert, auf die ich hier als Lesetipp verweise.

Angehört: Fachgespräch zu Open Education des Bildungsministeriums

Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) fand am gestrigen 8. November im Gartenhaus des BMBF ein Fachgespräch zu Open Educational Resources (OER) statt. […]

Als Ziele für das Fachgespräch von Seiten des BMBF formulierte Eckart Lilienthal zum Einstieg drei Punkte, die in der Folge auch größtenteils eingelöst wurden:

  • Informationen zum Thema, um als Ministerium den Auftrag der                               Politikberatung besser wahrnehmen zu können
  • Feststellung von Meinungsverschiedenheiten und Unklarheiten im Diskurs um OER
  • Antworten auf die Frage, was eine Rolle der öffentlichen Hand in diesem Zusammenhang sein könnte?

Die daran anschließende Debatte startete mit Fragen nach bildungspolitischen Potentialen, gefolgt von rechtlichen, ökonomischen und technischen Anforderungen an OER. Den Abschluss bildete eine Runde mit konkreten Vorschlägen für die nächsten Schritte bei der Behandlung der Thematik.

In dem Artikel ist auch die Liste der anwesenden Experten verlinkt [PDF].


Update: Meine Stellungnahme zu den vorbereitenden Fragen kann hier als PDF eingesehen werden.